Typisch deutsche Kleinkariertheit meinten manche zur Kritik an Wulff. In China können es Politiker viel bunter treiben.
Im Wall Street Journal berichtet Lars Ophüls vom Fall des Henry Tang aus Hongkong, der mit den Baubehörden klüngelte, um sich ein schickes Wohnhaus zu errichten. Nun gibt es Ärger.
Mit geradezu Wulff’schem Durchhaltevermögen versucht Henry Tang ein Mediengewitter auszusitzen, dass um seine Person tobt. Bisher galt der 59-Jährige als sicherer Kandidat für den Posten des Regierungschefs der Sonderverwaltungszone.
Tangs Villa fällt allerdings ungleich luxuriöser aus als Wulffs Eigenheim.
Auch Tang wurde sein Eigenheim zum Verhängnis. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen biederen Klinkerbau in Großburgwedel, sondern um ein stattliches Anwesen in der Nobelgegend Kowloon Tong. Hier soll sich Tang in seinem Keller ein eigenes Freizeitparadies eingerichtet haben – und das ohne Baugenehmigung. Nach Berichten der örtlichen Presse sollen sich in dem 185 Quadratmeter großen „unterirdischen Palast“ ein Weinkeller, ein Verkostungsraum, ein japanisches Bad und eine Fitnessnlage befinden.
Auch seine Verteidigungsstrategie ist für westliche Beobachter eher befremdlich.
Er schickte seine Ehefrau auf eine Pressekonferenz, in der sie unter Tränen gestand, die Bauarbeiten ohne das Wissen ihres Mannes in Auftrag gegeben zu haben. Während einer Affäre Tangs habe man zu der Zeit eben „nicht miteinander gesprochen“, entschuldigte sich Lisa Kuo, die laut Grundbucheintrag Eigentümerin der Villa ist. Warum sie aber gerade in einer Ehekrise für den untreuen Gatten und bekannten Hobby-Sommelier einen Weinkeller einrichten ließ, blieb offen.
Den vollständigen Kommentar lesen Sie auf Wall Street Journal. Welche Aufgaben währenddessen auf unseren neuen Präsidenten warten, lesen Sie in der Kolumne von Richard Schütze.












