Dem FrauenMediaTurm in Köln sollen die Mittel gekürzt werden. Alice Schwarzer verknüpft das feministische Archiv wie immer zu eng mit ihrer eigenen Person.
Seit die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen beschlossen hat, dem von Schwarzer 1984 gegründeten Archiv im Bayenturm die Zuschüsse zu kürzen, geht die EMMA-Herausgeberin auf die Barrikaden. Jürgen Rüttgers hatte während seiner Amtszeit eine langfristige Finanzierung zugesagt.
Viel Kritik am FrauenMediaTurm wurde bereits laut (seltsame Öffnungszeiten, seltsame Nutzungsbedingungen) – Andrea Roedig stört auf freitag.de jedoch noch etwas ganz anderes:
Alice Schwarzer ist der Inbegriff einer „Personalunion“. In allem, was sie tut, in jeder ihrer öffentlichen Interventionen, verknüpft sie sich mit der Sache, für die sie kämpft, zu einem unlösbaren Bündel. Das hat enorme Vorteile für die Sichtbarkeit der Inhalte und den Nachteil, dass man bei Kritik immer das ganze Bündel trifft.
Problematisch sei nun bei der Diskussion um den FrauenMediaTurm, dass die Sache an sich mal wieder nur mit Schwarzer verknüpft würde:
Ist das Sparen beim MediaTurm nun gerecht, ungerecht, antifeministisch oder schlicht nur notwendig? Schwer zu sagen. Denn gemäß dem Prinzip der „Personalunion“ sind Vor¬behalte gegen den MediaTurm immer auch Vorbehalte gegen Schwarzer.
Roedig sieht hier ein generelles Problem, welches viele gemeinnützige Institutionen betrifft:
Nicht wenige gemeinnützige Institutionen sind anfällig dafür, dass ihre Leiter und Leiterinnen als Verkörperung der guten Sache ungestört autokratisch vor sich hin regieren und somit öffentliche Gelder auch zur Finanzierung ihrer kleinen Fürstentümer nutzen. Das Dilemma solcher Symbiosen ist, dass ohne den persönliche Einsatz auch die Institution selbst zur Bedeutungslosigkeit zerfiele – welches andere Frauenarchiv hätte es denn zu so viel Aufmerksamkeit gebracht?
Den Originalkommentar auf freitag.de lesen sie hier.












