Wochenlang zehrte die Kritik an ihm. Nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft Hannover nimmt Christian Wulff nun den Hut.
Er sei nie der Präsident des Volkes gewesen, sondern nur der passende Kandidat für Merkel, meint Christian Bommarius in der Frankfurter Rundschau.
Ein anerkannter, allseits respektierter Bundespräsident ist Christian Wulff nie gewesen – dafür war seine Amtszeit zu kurz, seine Amtsführung zu wenig profiliert und sein Ende im Amt zu schmählich. Wulff war nicht wirklich der Präsident des deutschen Volkes, aber unbestreitbar und von Anfang der Präsident von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hat dem niedersächsischen Ministerpräsidenten zum Sprung ins Schloss Bellevue verholfen, nachdem ihr Horst Köhler unerwartet abhanden gekommen war.
Nachdem nun der zweite Bundespräsident während ihrer Amtszeit verschlissen ist, müsse Merkel einen überparteilich akzeptierten Kandidaten suchen.
Nicht das Versagen Christian Wulffs als Präsident ist das Problem Angela Merkels, sondern die Tatsache, in ihrer Kanzlerschaft nun schon den dritten Bundespräsidenten aufbieten zu müssen, nachdem zwei sich den Anforderungen des Amtes aus unterschiedlichen Gründen nicht gewachsen zeigten. Diesmal wird sie – anders als vor zwei Jahren – ihren Kandidaten nicht gegen, sondern nur mit den Oppositionsparteien durchsetzen können, denn die schwarz-gelbe Mehrheit ist in der Bundesversammlung auf wenige Stimmen zusammengeschmolzen.
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