Keine Macht der Welt kann Menschenwürde und Freiheit auf Dauer stoppen. Hans-Dietrich Genscher

Germany, 12 points?

Roman Lob tritt die Nachfolge von Lena Meyer-Landrut an und reist für Deutschland zum Eurovision Song Contest.

Die Quoten waren mies, die Teilnehmer irgendwie blass, die Jury zu euphorisch: „Unser Star für Baku“ musste bis zur finalen Show gestern viel Kritik einstecken – insbesondere die von Stefan Raab erfundene Blitztabelle, die ungefähr die Hälfte des Fernsehbildschirms einnahm und sowohl die Jury, als auch die Zuschauer zu Hause und im Studio verrückt machte. Im Finale hat sich Roman Lob nun gegen Ornella de Santis durchgesetzt. Felix Bayer kommentiert für Spiegel Online:

Mit dem Erklären des Abstimmungsmodus und diversen Einspielfilmen verging fast eine halbe Stunde, bis endlich gesungen wurde – doch dann stellte sich Ernüchterung ein: Die von “echt guten, internationalen Songwritern” (Roman Lob) den Finalisten “auf den Leib geschriebenen” Lieder (Thomas D) waren für den 21-jährigen Lob drei Powerballaden, von denen zwei äußerst unsubtil in den herauszuschmetternden Refrain übergingen. Die dritte, der spätere Siegertitel “Standing Still”, war etwas intelligenter aufgebaut, brachte das Saalpublikum zum Mitklatschen und hatte ein cleveres “falsches Ende”, eine Unterbrechung, nach der der Song noch einmal einsetzte.

De Santis, eindeutig die Frau für Balladen à la Whitney Houston oder Céline Dion, konnte mit ihren Auftritten nicht überzeugen – ebenso wenig wie „Unser Star für Baku“ als Format, denn Casting-Shows wie „X-Faktor“ oder „The Voice of Germany“ setzen ebenfalls auf den Kuschelfaktor mit angemessener Kritik und netten Juroren. Stefan Raab scheint seinen Entschluss, sich aus dem Eurovision-Song-Contest-Spektakel zurückzuziehen, bereits zu bereuen:

Er betonte auffällig, dass Thomas D von den Fantastischen Vier für die Songauswahl verantwortlich war, die gleichförmiger ausfiel als in den Vorjahren unter Raabs Regie.

Chancen auf Erfolg in Baku hat Roman Lob nach Mayers Meinung trotzdem:

“Standing Still” klingt nach internationalem Pop-Standard, etwas zu sehr nach Standard vielleicht. Aber es hat diese Stelle, die gut gesungen einen großen Moment ausmachen kann, der sich im Schnelldurchlauf gut zeigen lässt. Eine Top-Ten-Plazierung könnte möglich sein in Aserbaidschan.

Felix Mayers vollständigen Kommentar auf Spiegel Online finden sie hier.

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