Die US-Wirtschaft wird von der Schuldenlast erdrückt. Während die meisten jedoch an Hypotheken und Staatsschulden denken, bleibt ein weiteres Problem unberücksichtigt: Die Verschuldung der US-Privathaushalte ist inzwischen auf über drei Billionen Dollar angestiegen. Diese Form der Verschuldung wirkt sich direkt auf die Wirtschaft aus: Wenn Menschen ihre Kreditkartenrechnungen, ihre Arztrechnungen oder Studiengebühren nicht mehr bezahlen können, bleibt nur die Privatinsolvenz. Wer heute über Amerikas Straßen läuft, merkt das direkt. Die Enttäuschten und Perspektivlosen sind jetzt Teil der Occupy-Bewegung. Sie fordern den Wandel, weil ihr Leben auseinanderfällt. Während die Regierung viel Zeit und Geld in die Rettung von Banken investiert hat, hat sich niemand um die Belange der Menschen gekümmert.
Ironischerweise ist dafür ein Schuldenmarkt verantwortlich, der ursprünglich als Lösung der Kreditkrise der 80er-Jahre geschaffen wurde. Die amerikanische Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) musste einen Weg finden, um eine Pleitewelle der US-Sparkassen zu vermeiden. Sie schuf einen Marktmechanismus, um Kreditansprüche dieser Banken an Institutionen, Organisationen und Investoren verkaufen zu können. Das Ziel war es, die Verluste der Banken zu begrenzen und die Kontrolle über ausstehende Kredite zurückzuerlangen. Passiert ist jedoch etwas anderes: Kreditgeber haben sich nicht mehr darum gekümmert, ob die vergebenen Gelder wirklich zurückgezahlt wurden. Stattdessen haben sie einfach das Geld eingestrichen, das durch den Verkauf des Vermögens frei wurde.
In der Hand der Schuldeneintreiber
Im Detail: Angeschlagene Sparkassen konnten alle ausstehenden Gelder abschreiben und die Schulden in Portfolios bündeln. Diese Portfolios konnten dann für Pfennigbeträge weiterverkauft werden – zum Beispiel an Firmen, die sich um die Eintreibung der ihnen dann zustehenden Gelder kümmerten. Durch den Weiterverkauf der Schuldenlast wurde es den Kreditgebern mehr und mehr egal, ob vergebene Kredite wirklich zurückgezahlt wurden und wie es den Kreditnehmern erging. Das Schicksal der Privathaushalte lag zunehmend in der Hand von Schuldeneintreibern, die bekannt sind für ihre Korruption und brutalen Geschäftspraktiken.
Wenn ein Portfolio erst einmal weiterverkauft war, gab es keinen Zusammenhang mehr zwischen dem ursprünglichen Kreditgeber und dem Kreditnehmer – und damit auch keine Möglichkeit für den Einzelnen, gegen Knebelverträge vorzugehen. Das hat sich inzwischen teilweise geändert. Wahr bleibt jedoch, dass genau diejenigen am meisten unter Druck stehen, die wirtschaftlich ohnehin schon in einer prekären Lage sind.
Schulden sind immer weniger etwas, was man einem anderen „schuldet“. Stattdessen sind sie zum Finanzprodukt geworden, mit dem fleißig Handel getrieben werden kann und Profite eingestrichen werden. Man muss die in Portfolios gebündelten Kredite also nicht mehr primär zurückzahlen, um eine Rechnung mit dem Kreditgeber zu begleichen. Stattdessen ist das Ziel, die eigene Kreditwürdigkeit nicht durch ausstehende Zahlungen zu belasten.
Das Hamsterrad der Schulden
Schulden unterscheiden sich dabei fundamental von anderen Produkten, mit denen Handel betrieben wird. Der Wert eines Kredits sinkt zwar mit der Zeit (genauso, wie andere Produkte durch Nutzung an Wert verlieren), doch der Preis steigt dank der Zinsen immer weiter an. Das sollte es eigentlich schwer machen, Handel mit den Portfolios zu treiben. Doch Investoren kalkulieren bereits ein, dass viele Menschen in die Privatinsolvenz getrieben werden. Selbst wenn nur wenige ihre Kredite zurückzahlen können, lohnt sich daher das Geschäft.
Die Zeit ist gekommen, um den Schuldenmarkt gründlich zu hinterfragen. Wie können wir aus dem Hamsterrad der Schulden herauskommen, wenn das System dazu anregt, risikoreiche Investitionen zu tätigen und Kreditgeber davon abhält, realistische Pläne für die Rückzahlung von Krediten zu erstellen? Solange Privatschuldner von der Kreditindustrie als Geisel gehalten werden, müssen wir uns über die ausbleibende wirtschaftliche Erholung nicht weiter wundern. Der Markt ist aus dem Gleichgewicht gekommen. Das Mindeste ist es, Schulden so zu organisieren, dass sie sich wieder an fairen Prinzipien des Marktes orientieren können.
Übersetzt aus dem Englischen.

















Niemand hat die Schuldner gezwungen, sich zu verschulden, um beispielsweise ein überteuertes Haus zu kaufen, das vermutlich im Hinblick auf ihre Einkünfte erheblich überdimensioniert ist.
Auch ist niemand gezwungen, Konsumkreditverträge abzuschließen, um sich das neueste schicke Applephone zu kaufen oder einen überteuerten Neuwagen, um die Nachbarschaft und die Kollegen zu beeindrucken.
Ich habe für Menschen, die auf Pump Konsumorgien feiern, nicht das geringste Verständnis, und mein Mitleid mit Leuten, die bei einem Jahreseinkommen von $US 40.000,- das Leben einer Person mit zehnfachem Einkommen führen wollen, hält sich sehr in Grenzen.
Golm , mit verlaub sie sind ein besonders schlauer und kluger Mens ch. (alo)
Richtig niemand wurde gezwungen sich zu verschulden. Warum konnten sich die Amerikaner dann überhaupt erst so verschulden? Irgendwer muss ja das Geld verteilt haben obwohl die Häuser überdimensioniert und die Kreditsummen zu hoch waren.
Es waren die Banken, Versicherungskonzerne und Kredikartenunternehmen die zu Hohe Kreditsummen gegen zu geringe Sicherheiten ausgegeben haben.
Man kann dem dummen Durchschnitts US Bürger noch nachsehen das er einen möglichst hohen Kredit haben will. Aber das die Kreditinstitute trotz besseren Wissen die beantragten Kredite gewährten war verantwortungslos.
Es ist die Pflicht jeder Bank das Geld das sie verleiht so zu verleihen das der Kredit samt Zinsen auch zurückgezahlt wird. Genau das ist seit den 80ern immer stärker vernachlässigt worden. Am Ende stand das Platzen der US mmobilienblase.
Wer ist also Schuld? Derjenige der von unzähligen Werbeversprechen angelockt wurde und die an jeder Ecke angepriesenen billigen Kredite beantragt. Oder derjenige, der trotz besseren Wissens, diese Kredite gewährt hat?
Dankeschön, Floh. Das ist sehr viel mehr, als man vermutlich von Ihnen behaupten kann.
Übrigens bin ich außerordentlich beeindruckt, daß Sie es fertigbringen, alleine in einem einzigen Satz 3 Fehler unterzubringen – mein Kompliment. Sind Sie Legastheniker oder nur einfach ungebildet?
In der Regel steht ja die Anzahl der Rechtschreib- und Grammatikfehler direkt in einem umgekehrten Zusammenhang mit der Anzahl der im Leben gelesenen Bücher…
Eine persönliche Frage habe ich allerdings:
Sind auch Sie überschuldet?
Zuviele SMS geschrieben? Hat der Urlaub auf Balkonien für Sie nicht gereicht, mußte es der große Auftritt in Thailand auf Konsumentenkredit sein?
Was die Occupy-Bewegung betrifft:
Der Autor schreibt: “[…] Die Enttäuschten und Perspektivlosen sind jetzt Teil der Occupy-Bewegung […]” – das ist dummes Zeug.
Denn wirft man einen genaueren Blick auf die Mitläufer dieser Truppe, dann wird man schnell entdecken, daß es sich um die üblichen wichtigtuerischen Salonsozialisten handelt, die – außer dümmlichen Parolen und eitler Selbstdarstellung – nichts weiter zu bieten haben – diese Leute sind in der Regel nichtmal in der Lage, eine Diskussion mit VWL-Erstsemestern zu überstehen.
Da hat aber einer die Weisheit mit Löffeln gefressen…
Danke !
Ja sicherlich bin ich Legastheniker u. mache Schreibfehler.
Dazu stehe ich auch !
Aber die Denkfehler in Ihrer Darstellung zum Schuldenmachen , ist bei weitem unüberlegter , arrogant u. hochnäsig .
Hoffentich kommen Sie nicht einmal in so eine Situation , wie Die , die unverschuldet in Not geraten sind.
Bitte korrigieren .
Ja, das geht aber nur mit einem sehr großen Löffel.
Für große Schöpflöffel haben Sie auch das passende Mundwerk.
@Golm –
Zitat: Ich habe für Menschen, die auf Pump Konsumorgien feiern, nicht das geringste Verständnis, und mein Mitleid mit Leuten, die bei einem Jahreseinkommen von $US 40.000,- das Leben einer Person mit zehnfachem Einkommen führen wollen, hält sich sehr in Grenzen.
-—-dem kann ich nur zustimmen. Was und wer sich die letzten Jahrzehnte so alles unsinnigerweise verschuldet hat, das grenzt schon an Dummheit. Der Konsumrausch feierte Triumphe, der "Andere " musste übertrofffen werden, die Urlaubsreise konnte nicht weit und groß genug sein, kaufen und wegwerfen war das Motto.
Nur, den Kreditvertrag, den können sie nicht mehr wegwerfen, der steht bis zur endgültigen Begleichung der Schulden.
Unsere heutige unerträgliche Konsumsucht – verbunden mit Prestige hat ihren Preis. Dieser wird jetzt gnadenlos gefordert. Der größte Teil der Betroffenen ist selber schuld. Wer besestellt hat , der bezahlt jetzt.
@Gatzke:
Danke für Ihren Kommentar.
All die Jahre sind diejenigen, die sparsam und vernünftig gewirtschaftet, das Geld nicht zum Fenster herausgeworfen haben, von all den Konsumidioten als rückständig, spießig und uncool bezeichnet und als Idioten betrachtet worden.
Der Gipfel der Unverfrorenheit ist allerdings:
Nun erwarten die Konsumidioten und Schuldknechte offenbar auch noch, daß die sparsamen Nachbarn nun auch noch für deren Schuldenorgien aufkommen sollten, als ob sie selbst verantwortlich seien für die maßlose Eitelkeit und Genußsucht der Konsumsklaven.
Die ungeheure Fehlallokation von Vermögen / Kapital hat sich eben nicht nur bei Großinvestoren ereignet, sondern auch bei vielen privaten eitlen Gockeln – als nämlich Kredite aufgenommen wurden für Produkte und Leistungen, die für den Kreditnehmer keinen Mehrwert erzeugen.
Kreditaufnahme für den Urlaub, Schuldenmachen für das neueste Iphone, Kontoüberziehen für die neue Einbauküche – dazu fällt mir nur ein: Selbst schuld. Wer die Musik bestellt, soll sie dann bitte auch bezahlen.
@Golm: Meine volle Zustimmung zu Ihrem Beitrag. Nur fürchte ich, dass die klugen Haushalter in diesem Land in der Minderheit sind und von der Mehrheit überstimmt werden, sprich: Das “Privileg” in Anspruch nehmen dürfen, ihre Schulden gleich mit zu finanzieren. Steigende Umfragewerte für die “Sozialromantiker” unter den etablierten Parteien sprechen für sich. Der Ehrliche scheint wohl doch der Dumme zu sein.
@Golm:
bezgl. Ihrer Sachaussagen zur Verschuldung stimme ich Ihnen insoweit zu, als dass das unsolide Konsummodell des Schuldenmachens ein Modell ist, auf das man auch erstmal selbst hereinfallen muss. Der Schuldner ist damit zuerst einmal auch ein Verantwortlicher!
Sie stellen damit aber dann (und das haben Sie oben nicht getan!) die Systemfrage! Denn das Schuldenmodell ist Aspekt eines Konsumismus, in dem nicht mehr der Mensch das Notwendige zum Gebrauch finden kann, sondern in dem “der Mensch von den Artikeln gefunden wird”. Nicht mehr realer Bedarf bestimmt das wirtschaftliche Geschehen, sondern BEdarf wird künstlich suggeriert. Damit tritt der Konsumismus als antiaufklärerischer Reflex der Herrschaft durch Verdummung auf´s tableau. Der Konsumismus ist ein Modus der Versklavung. etc.
Was Ihren Ausfall gg. den user “flo” angeht: unterste Schublade!
Ca.10-15% der Schüler eines Jahrganges sind in verschiedenem Maße legasthen.
Und Legasthenie ist KEIN Bildungsproblem, sondern Effekt hirnphysiologischer Fehlabläufe.