Gründete und leitete fünf Jahre lang ein Handelsunternehmen in Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Ab 2004 studierte er Politikwissenschaften, Modern Middle Eastern Studies und Middle East Politics in Berlin (Freie Universität), Oxford (St Antony’s College) und London (School of Oriental and African Studies). 2010 veröffentlichte er eine Monographie über die politökonomische Entwicklung Dubais am Golfforschungszentrum in den VAE. Seit 2011 arbeitet Sailer als freier Journalist in Kairo.
Zuletzt aktualisiert am 29.01.2013Ägypten taumelt erneut auf das politische Chaos zu. Die Opposition stellt harte Forderungen an Präsident Mursi, dem zusehends die Unterstützer davonlaufen. Seine Politik der harten Hand wirkt verzweifelt.
Die jahrelange Regimetreue der koptischen Christen in Ägypten erwies sich als kontraproduktiv. Mit der Wahl des neuen Papstes spricht einiges für eine weniger politisierte Rolle des Kirchenoberhauptes.
Ägypten ist in Sachen Grundrechte längst nicht so weit wie von Präsident Mursi kürzlich in New York behauptet. Im Gegenteil: Schutz der Religion ist für viele wichtiger als Meinungsfreiheit.
Ägypten emanzipiert sich. Beim Besuch in Teheran hat Mursi den Iran brüskiert. Aus dieser starken Geste lässt sich viel schließen: Die Botschaft galt dem Gastgeber wie dem Westen.
Die Herrscher der Golfmonarchien instrumentalisieren die finanzielle und wirtschaftliche Verwundbarkeit der neuen Revolutionsstaaten. Sie wollen so das eigene Überleben sichern.
Ägyptens neue Regierung bleibt blass, ohne das alte Militärregime geht nach wie vor nichts. Die Muslimbrüder betreiben Realpolitik, die extremen Salafisten sind außen vor.
Kalter Krieg in Syrien: Die Amerikaner beliefern Rebellen, Moskau die Regierung. Auch für die Zeit nach Assad sieht es düster aus.
Ich fürchte niemanden außer Gott, rief Ägyptens neuer Präsident Mursi der Menge auf dem Tahrir-Platz zu. Er hat das aufgelöste Parlament wieder einberufen und setzt im Machtkampf mit dem Militär auf den Druck der Straße.
Ägypten hat seinen ersten zivilen Präsidenten gewählt und Mohammed Mursi wendet sich direkt gegen das dominierende Militär. Die erste Mauer auf dem Tahrir-Platz steht bereits.
Das Urteil gegen Ägyptens Ex-Präsidenten Hosni Mubarak zeigt, dass das Militärregime nach wie vor intakt ist. Der Regimekandidat Ahmed Schafik wird das Erbe des Diktators zu nutzen wissen.