In der Welt des Unsinns gibt es wenige Herrscher. Alexander Kissler

Fürchtet euch nicht

Angst, Hass und Ignoranz – das sind die Worte, mit denen Muslime oftmals die Stimmung beschreiben, die ihnen im Westen entgegenschlägt. Der Islam wird verdammt und verteufelt. So wird es immer komplizierter, interkulturelle Kommunikation voranzutreiben.

Mit jeder rassistischen Äußerung, mit jedem religiös motivierten Verbrechen oder jedem Verbot von religiösen Kleidungs- und Gebetspraktiken wachsen auch die gegenseitig hochstilisierten Feindbilder. Das war nicht immer so. Vor einigen Jahrzehnten noch war der westliche Lebensstil Standard unter den arabischen und muslimischen Bildungseliten. Demokratie, Freiheitsgedanken und Menschenrechte wurden als Steckenpferde der westlichen Zivilisation angesehen. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Veränderung hat eingesetzt, als die stärksten Verfechter dieser Werte begannen, ihr eigenes Credo zu missachten. Der angebliche “Krieg gegen den Terror” ließ uns verdutzt fragen, ob denn der Unterschied zwischen Demokratie und Autokratie nicht ein rein kosmetischer sei.

Demokratie war einst das Ideal des islamischen Bildungsbürgers

Auch Muslime messen oft mit zweierlei Maß. Muslimische Immigranten werden teils zu Recht beschuldigt, religiöse Praktiken unreflektiert zu verteidigen und sich der Gesellschaft zu verschließen. Aber reagiert der Westen nicht auch defensiv? Keine Minarette in der Schweiz, kein Kopftuch in Frankreich, kein islamisches Gebetszentrum in Manhattan. Mit diesen rigiden Maßnahmen verbieten wir gleichzeitig die Pluralität und leisten gegenseitigem Hass und Misstrauen Vorschub. Wir Muslime wünschen uns manchmal, dass die Politik in Europa und den USA sich verstärkt darauf konzentrieren würde, politische Lügen, mediale Vorurteile und wirtschaftliche Flauten zu bekämpfen, anstatt uns vor unserer eigenen Kultur “retten” zu wollen. Was wir brauchen, ist einzig und allein etwas mehr Respekt für Diversität.

Das haben wir auf die harte Weise gelernt. Cordoba und Granada blühten unter muslimischer Herrschaft regelrecht auf, als Menschen verschiedener Hautfarben und Glaubensrichtungen ihre Ressourcen koordinierten und eine grandiose Zivilisation errichteten. Andalusien fiel, als Hass und Misstrauen diese Pluralität abwürgten und den Einzug der Inquisition ermöglichten: ein Albtraum, gebaut auf Angst und Ignoranz. Das Verbot multikulturellen Lebens ist die Todesglocke für jede Zivilisation.

In dieser geladenen Stimmung wird es immer schwieriger, Dialog zu vermitteln. Wer ist schon zu Gesprächen bereit, wenn die Medien das Bild einer islamischen “Invasion” zeichnen und Ängste schüren, Europa sollte ausgebeutet und unter das Recht der Scharia gestellt werden? Dann kann man es uns Muslimen auch nicht vorwerfen, dass wir manchmal denken: “Und was ist mit Jahrzehnten der westlichen Kolonisation im Nahen Osten, inklusive Ausbeutung und kultureller Zwangsassimilation?”

Modernisierung heißt nicht Verwestlichung

Modernisierung mit Verwestlichung gleichzusetzen ist genauso kurzsichtig, wie zu behaupten, Integration und Assimilation seien das Gleiche. Es ist doch naiv, dass der Verkäufer im Dönerladen sein Essen verkauft und gleichzeitig seine Kultur zu Hause lässt. Und es ist ungerecht, ihn aufgrund seiner muslimischen Glaubenswurzeln und seiner fremden Herkunft herablassend zu behandeln. Solange Muslime in Europa sich konstant mit solchen Vorurteilen auseinandersetzen müssen, trauen auch sie ihrer neuen Heimat nicht über den Weg. Dieses gegenseitige Misstrauen ist eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt und den politischen Frieden.

Während in den USA die Moscheebaudebatte tobt, ist der Imam des geplanten islamischen Cordoba-Kulturzentrums im Nahen Osten unterwegs. Ironischerweise hält er seine Vorträge zum Thema “Wie es ist, ein Muslim in den USA zu sein”. Können wir verhindern, dass Cordoba ein zweites Mal fällt? Damit auch dieser Imam noch die Möglichkeit hat, uns nicht von Vorurteilen zu erzählen, sondern von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten.

Leserbriefe

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    Kurt Erb – 31.08.2010 - 20:20

    Der Punkt ist, dass religiöse Toleranz da die Grenzen findet, wo in die eigene Freiheit eingegriffen wird. Wenn islamische Migranten dem Volk, das das Sagen hat, auf die Pelle rücken mit ihren repressiven Ritualen und Extrawürste einfordern, dann hat irgendwo alles seine Grenze. Es wäre ja prinzipiell zu erwarten, wenn man in ein christliches Land zieht, irgendwann mal zum Christentum zu konvertieren. Toleranz heisst, dass sich Migraten damit Zeit lassen können. Wieso sollten wir verhindern wollen, dass Cordoba fällt? Das Abendland definiert sich durch die Verteidigung gegenüber der aggressiven islamisch-militärischen Bedrohung. Das ist unsere Geschichte, die Verteidigung des Heiligen Landes, die Verteidigung Frankreichs, die Reconquista, die Verteidigung Wiens, die Schlacht bei Zenta. Islam steht für den Westen immer noch für eine barbarische Bedrohung seines Lebensstils. und seiner Freiheit. Philoorientalismus und Verklärung hat daran nichts geändert. Die Muslime, die in Wahrheit einen schwarzen Stein anbeten, und glauben sie dienen ihrem Gott Allah, müssen verstehen, dass der Herr auch für die am Kreuz gestorben ist und sie von ihren Sünden erlöst hat. Sie sollten sich zum rechten Glauben bekennen. Sie sind mündig zu erkennen, dass ihr Glaube ein Irrweg der Gewalt ist.

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    Richard Peifer – 15.10.2010 - 13:07

    Sehr geehrter Herr Erb,

    es ist ihr gutes (Freiheits-)Recht den christlichen Glaubensgemeinschaften den rechten Glauben zuzusprechen. Deutschland ist aber auch ohne islamische Zuwanderer kein christliches Land. Eine Mehrheit der Menschen gehört einer christlichen Religionsgemeinschaft an, die größte Gruppe in Deutschland ist aufgrund der Spaltung des Christentums jedoch die der Konfessionslosen, sie machen nicht gerade unerhebliche 34% der Bevölkerung aus. Ich möchte erst gar nicht darüber spekulieren wie viele Christen nur auf dem Papier Christen sind.

    Ich wünsche mir dass das christliche Erbe in Europa bewahrt wird, ein tolerantes Christentum ist ein Bereicherung für Europa und die Welt. Ich will aber ebenso wenig von einer christlichen “Leitkultur” vereinnahmt werden. Das Christentum hat leider die Menschen in Europa auch nicht alle friedlich konvertiert, man muss mit Blick auf die Geschichte sogar davon ausgehen dass mehrheitlich mit Zwang und Gewalt agiert wurde. Als Lehre daraus fordere ich von jedem Menschen heute ein, unsere lebendige und regional sehr verschiedene Kultur zu bewahren. Das geschieht weder durch mehrheitlich muslimische Städte, noch durch Ausschluss von Muslimen, denn dafür müssten alle toleranten Christen, alle toleranten Atheisten, und alle Agnostiker vereinnahmt werden.

    Weiter muss von allen Moslems und jedem anderen in diesem Lande ein Bekenntnis zu den allgemeinen Menschenrechten erwartet werden.
    Menschenrechte die übrigens keine Erfindung des Christentums sind. Sie sind davon beeinflusst, durch Werte wie sie auch in der Bibel zu finden sind; aber ebenso durch Verbrechen wie sie in vielerlei Namen verübt wurden, von fanatischen Moslems, von fanatischen Kommunisten, aber auch von fanatischen Christen.

    Beste Grüße
    Richard Peifer, Agnostiker

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    schwarzspecht – 31.08.2010 - 23:51

    @Wilfried Wöhler
    Würden Sie mir bitte die Stelle sagen wo im Koran zu Mord aufgerufen wird? Ich habe den Koran, genauso wie die Bibel, gelesen, aber den ganzen Mist, der hier von Medien und Kommentatoren wiedergegeben wird, nicht finden können. Die Bibel war das deutlich blutigere Buch von beiden.
    @Kurt Erb
    Barabarische Bedrohung? Sagen Sie mir doch bitte ein muslimisches Land, dass in den sagen wir mal letzten 50 Jahren einen Angriffskrieg geführt hat?!
    Dann stellen Sie sich die gleiche Frage mal über den Westen und versuchen Sie dann mal von selber darauf zu kommen, wer eher als “Barbar” bezeichnet werden könnte.

    Die aktuelle Haltung dieser Länder ist nach den ganzen Greueltaten des Westens (Kreuzzüge, Kolonialisierung und Ausbeutung, gegenwärtige Angriffskriege) absolut verständlich, wenn auch wenig hilfreich.

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    Rolf Kohl – 01.09.2010 - 16:42

    Bis zur Gründung des Islams waren die arabischen Stämme Freiwild. Man kann den Koran als das sehen was er geschaffen hat, die Bildung einer arabischen Kultur.Er vereinigte die arabischen Stämme und half ihnen mit seiner Konsequenz aus der Opferrolle.Also hat er sich aus einer Notwendigkeit zum überleben entwickelt.Man kann sagen das der Islam dem Christentum in seiner Entwicklung 700Jahre hinterherhinkt.Es ist dabei aber nicht zu leugnen das er seinen Ursprung aus den abrahamistischen Religion entspringt, aus der sich auch das Christen und Judentum entwickelt hat.Jetzt haben wir die Christen, die dem Islam die Zeit zur Entwicklung nicht zugestehen wollen. Und den jüdischen Glauben, der aber in seinem Verhalten zur arabischen Welt, den konservativen Islam eher festigt.Wir stellen also fest, das ein reifen,der weg zum NT, wie es die Christen hinter sich haben, dem Islam unmöglich gemacht wird.Alle drei Konventionen werden durch ihre ultrakonservativen Kräfte an einer Weiterentwicklung gehindert.

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    Wilfried Wöhler – 01.09.2010 - 20:21

    “Würden Sie mir bitte die Stelle sagen wo im Koran zu Mord aufgerufen wird?”

    Die “Stelle”?!?! Und sie haben die Bibel nicht verstanden, Jesus predigte AUSSCHLIESSLICH Gewaltlosigkeit und ist der Religionsgründer des Christentums (Neues Testament)

    Schwarzspecht, hier sind nur einige der (grässlichen) Gewaltaufrufe aus dem Buch der “Religon des Friedens”:

    Sure 9, 5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.“

    Sure 8,12
    Haut (ihnen [ den Ungläubigen ] mit dem Schwert) auf den Nacken und schlagt zu auf jeden Finger von ihnen!

    Sure 47, 4-5: “Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande!“

    Sure 66, 9: “Prophet! Führe Krieg gegen die Ungläubigen und die Heuchler (munaafiqien) und sei hart gegen sie! Die Hölle wird sie (dereinst) aufnehmen – ein schlimmes Ende!“

    Sure 9, 111: „Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. … Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist die große Glückseligkeit.“

    Sure 4, 89: “Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich seiet. Nehmet euch daher keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern auf Allahs Weg. Und wenn sie sich abkehren (vom Glauben), dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmet euch keinen von ihnen zum Freunde oder zum Helfer.“

    Sure 9, 41: ..Ziehet aus, leicht und schwer (bewaffnet), und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg…

    Sure 4, 104: „Und erlahmet nicht in der Verfolgung des Volkes (der Ungläubigen); leidet ihr, so leiden sie, wie ihr leidet. …“

    Es ist mir klar, dass sehr viele Muslime derartige Verse des Koran, und Aufrufe, Taten des Propheten Mohammed nicht akzeptieren oder befolgen, jedoch ist es fast keinem Muslimen möglich, offen und ehrlich einzelne Aussagen Allahs oder Mohammeds zu kritisieren oder gar abzulehnen, es wird höchstens ignoriert oder verklärt. Und eben dies gibt Islamistischen Jihadisten zuviel Raum und bereitet Islamistischem Terror seine Grundlage.

    Sure 98, 6: „Siehe die Ungläubigen vom Volk der Schrift (d.h. Juden und Christen) … Sie sind die schlechtesten der Geschöpfe.“

    Sure 5, 52: ..Oh Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden…

    Sure 3, 118: „Oh ihr, die ihr glaubt schließet keine Freundschaft außer mit euch. …“

    Sure 2,217
    Und der Versuch (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, wiegt schwerer als Töten.

    Sure4, 89: “Wenn sie sich abkehren, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.”

    Sure 2,193: ..Und bekämpfet sie, bis die Verführung [zum Unglauben] aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist……

    Die Wahrheit kann weh tun, aber der Prophet Mohammed war kein guter Mensch. Er hat AUCH gutes gepredigt, aber eben auch soviel schlechtes…

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    schwarzspecht – 01.09.2010 - 20:28

    Wenn das so als Aufruf zum Mord gewertet wird, warum ist dann das Christentum mit seiner Bibel nicht ebenfalls am Pranger? Die zitierten Stellen finden sich allein schon wegen dem Umfang zigfach in der Bibel. Ich denke nur an die letzten Stellen die mir ganz übel aufgestossen sind, wie z.B. das sie den schwangeren Frauen den Bauch aufgeschlitzt haben und ähnliches, weil Gott es ja so wollte…

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    Rolf Kohl – 02.09.2010 - 13:50

    @schwarzspecht.
    Was Herr Wöhler in Hinblick auf die Quaraiza Banu nicht erwähnt ist das die 900 männlichen Stammesmitglieder nicht wegen ihres Glaubens, sondern wegen des Verrates im Krieg hingerichtet wurden.Das wiederum nicht auf Allahs Wunsch, sondern auf Befehl Mohameds, seines Propheten. Wenn es um die Auflistung der religiösen Morde ginge, stünde Gott auf Platz 1, Massenmord aller Erstgeborenen in Ägypten, Auslöschung der Einwohner Sodom und Gomorras und noch einiger Völker im Nahen-Osten.Aber das wird von den heutigen Christen verleugnet.Sie berufen sich auf das Neue Testament, auf Jesus Christus, den Gott der Nächstenliebe,Menschlichkeit und Toleranz.Diese 3 Züge des Christentums lebt die katholische Kirche aber noch keine 100 Jahre.Es ist auch schwer daran zu glauben, wenn man liest wie angeblich praktizierende Christen vom NeuenTestament abschweifen und zurück zur Babarei des AlternTestamentes gleiten. Sie unterscheiden sich in keinster Weise von den Hasspredigern des Islams.Demut haben Jesus und Allah gepredigt, Überheblichkeit leben ihre Anhänger.

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