Die Fußstapfen, in die ich hier trete, sind im wahrsten Sinne des Wortes groß. Ilse Aigner

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Der Internet-Markt wird über kurz oder lang eine Technologiebörse errichten, um das kreative Potenzial mit zahlungskräftigen Investoren zusammenzubringen. Häufig müssen diese auf mangelhafte Information zurückgreifen. Das Potenzial für eine Marktblase ist vorhanden.

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Vor zehn Jahren haben wir den Anfang vom Ende des Internet-Booms erlebt. Seitdem ist das Netz noch schnelllebiger geworden. Innovationen haben nur eine kurze Schonfrist, bevor Mitbewerber versuchen, ähnliche Projekte und Dienste zu etablieren. Das Geschäftsmodell ist eindeutig: Erzeuge Aufmerksamkeit, überzeuge Investoren und verdiene schnell das große Geld.

Ein Indikator für die Gesundheit des Unternehmertums im Netz ist die Zahl der Börsengänge. Die Vorschriften haben sich in den vergangenen Jahren verschärft, Börsengänge sind komplizierter und teurer geworden. Gute Ideen und innovative Firmen drohen, inmitten der Masse von Investoren übersehen zu werden. Eine Webgründung ist kein Weg zum sicheren Geld mehr.

Technologiebörse des 21. Jahrhunderts

Doch gleichzeitig gibt es Entwicklungen, die den Markt neu organisieren und Vordenker besser mit Investoren vernetzen wollen. Wir befinden uns am Ausgangspunkt einer Entwicklung, die mittelfristig zu einer Technologiebörse für das 21. Jahrhundert führen könnte. Die einflussreiche Plattform SecondMarket hat angekündigt, 12.000 Firmen – vor allem aus dem Dunstkreis der Social-Media-Industrie – mit Investoren vernetzen zu wollen. Das ist das Zwanzigfache der aktuellen Anzahl. Gleichzeitig sind die Investmentbanken der Wall Street damit beschäftigt, neue Instrumente zu entwickeln, um entlang der regulatorischen Grenzen in Unternehmen wie Zynga, Groupon oder LinkedIn investieren zu können.

Vor allem Firmen mit Social-Media-Hintergrund sind attraktiv für Investoren geworden, die Entscheidung von SecondMarket wird diese Tendenz noch verstärken. An Interessenten mangelt es nicht. Doch bisher haben viele dieser jungen Firmen vor allem auf Eigenkapital gesetzt, große Investoren vonseiten der Wall Street gab es nicht. Jetzt will jede Investmentbank die erste sein und den großen Deal landen. Die Einigung zwischen Facebook und Goldman Sachs hat die Aufmerksamkeit der Branche geweckt und die historische Trennung zwischen Social-Media-Gründern und den Banken aufgebrochen. Sobald sich neue Ideen und Firmen hervortun, werden Investoren bereitstehen, um auf den Zug aufzuspringen.

42 Millionen Dollar für ein Smartphone-Spiel

Das ist vor allem in einer Branche interessant, die von kurzfristigen Innovationen lebt. Doch werden die Investitionen von langfristig soliden Geschäftsmodellen getragen? Das ist eine andere Frage. Vorletzte Woche hat das Smartphone-Spiel „Angry Birds“ 42 Millionen Dollar an Investments eingetrieben. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, bleibt offen. Informationen über Firmen, Geschäftsmodelle und Einnahmen sind oftmals lückenhaft. Meist bleibt nur das Vertrauen, dass der Investor schon Wege finden wird, Ideen nach der anfänglichen Geldspritze auch wirklich zu monetarisieren. Neue Investitionsmodelle werden diese Entwicklung weiter vorantreiben. Bereits heute gibt es verschiedenste Modelle und Ansätze, um Geldflüsse zwischen Investoren und Firmen zu ermöglichen. Neben der Spitzfindigkeit beim Identifizieren potenzieller Erfolgsfirmen geht es auch darum, existierende regulatorische Vorschriften weitestgehend auszureizen.

Kein Investor will dieses Rennen verlieren, kein Investor will durch fehlende Kreativität und fehlenden Ehrgeiz auffallen. Das Geld ist vorhanden, die Geldnehmer müssen erst noch gefunden werden. Keiner hat die Absicht, den Realitätssinn zu verlieren. Doch alle Zutaten einer Blase sind durchaus vorhanden.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Rainer Heißmann, Timo Leimbach, Carlota Perez.

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