Ich bin nur ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn. Joseph Ratzinger

Christoph Keese ist BRILLANT!!!1elf

Von Hobbylobbyist (Der Presseschauer) zu Profilobbyist (Christoph Keese): Wenn der eine mit dem anderen ein Interview macht, dann kann das durchaus zu Verwicklungen führen. Eine Replik auf das vom Axel-Springer-Verlag veröffentlichte Interview unseres Kolumnisten.

christoph-keese lobbyismus springer-verlag

Gentlemen, diese Entdeckung mag diesen Planeten, wie wir ihn kennen, verändern! Es ist an der Zeit, einem Kollegen zu danken. Kollegen, mag der eine oder die andere fragen? Ja – Kollegen! Bei einer speziellen Sache nicht an derselben Seite eines Tisches zu sitzen, bedeutet ja nicht, von Grund auf Widersacher zu sein. Man mag einwenden, Christoph Keese ist Cheflobbyist der Axel Springer AG und dem gegenüberstellen: Der Presseschauer ist nur ein einfacher Hobbylobbyist.

Frontalangriff geschickt zurückgeschickt

Nun hat Christoph Keese einen Teil seiner knappen Zeit aufgewandt, ein recht ungeordnet geführtes Interview in stundenlanger Redigierarbeit in eine ordentliche Form zu bringen. Damit hat er wesentlich mehr geliefert, als der Presseschauer erwartete. Diese Großzügigkeit ist Christoph Keese hoch anzurechnen, da er damit den Hobbylobbyismus an sich adelt. Zugleich gelingt es ihm dabei, den öffentlich geäußerten Verdacht, den angeblichen Punktsieg seines Widerparts verbergen zu wollen, auszuräumen.

Von Christoph Keese kann man viel lernen. Es fängt beim bestimmten aber angenehmen Auftreten an. Es geht weiter mit der Fähigkeit, einen frontalen Angriff durch geschickte Windung aufzugreifen und dessen Energie in für ihn positiver Form zurückzuschicken. Schließlich ist er wirklich sympathisch. Die Axel Springer AG kann sich wirklich glücklich schätzen, einen derart souveränen und professionellen Mann an ihrer Seite zu wähnen.

Mir persönlich half er, meine Argumentation zu verfeinern und damit bei Politikern Gehör zu finden. Er wies mich dabei auf Fehlannahmen hin, die sich aus meinem laienhaften Engagement und fehlender professioneller Ausbildung in diesem Bereich ergaben. Dadurch wurde ich in die Lage versetzt, meine Gedanken weiterzuentwickeln und Widersprüchlichkeiten in meiner Argumentation zu erkennen. Christoph Keese war sehr geduldig mit mir. Ihm blieb zwar meine penetrante und fordernde Art nicht verborgen. Doch statt mich abzuweisen, ging er auf mich zu.

Das goldene Dwight D. Eisenhower Verdienstkreuz mit Eichellaub

Nun würde ich mich freuen, wenn auch andere durch meine positiven Erfahrungen einen Ansporn finden würden, den Hobbylobbyisten in sich zu entdecken. Es wäre in der Tat ein epischer Gewinn!

Dass mir sogar schon von einem Bundestagsabgeordneten zu dieser Geschichte gratuliert wurde, unterstreicht wohl, nicht alles falsch gemacht zu haben.

Nur schade, dass Lobbyismus in der allgemeinen Wahrnehmung eine so negative Konnotation hat. Dabei finanziert er wissenschaftliche Studien und trägt dieses Wissen an politische Entscheider heran. Wenn diese Studien dann die Argumentation der Lobbyisten untermauern, liegen sie in ihrer Einschätzung wohl richtig – oder die Wissenschaftler sollten ihr Berufsethos hinterfragen.

Es wäre zu wünschen, dass auch andere Lobbyisten derart anerkennend auf die hobbyistischen Kollegen zugehen und dem guten Beispiel von Christoph Keese folgen.

Deshalb schlage ich vor, Christoph Keese mit dem diesjährigen goldenen Dwight D. Eisenhower Verdienstkreuz mit Eichellaub zu ehren!

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von Der Presseschauer: Auf in den Kampf

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