Omas Häuschen bleibt steuerfrei. Aber wer Omas Villa erbt, der wird Steuern zahlen müssen. Peer Steinbrück

Unsere Bildungslandschaft – ein Krisengebiet?

Trotz vieler Probleme urteilt die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer positiv über ihren Beruf – so das Ergebnis der Allensbach-Studie „Lehre/r in Zeiten der Bildungspanik“, die im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland die Situation an deutschen Schulen und das Prestige des Lehrerberufs untersuchte.

Es gibt auch gute Nachrichten aus unseren Schulen. So geben etwa knapp drei Viertel (71 Prozent) aller Lehrkräfte an Grund- und weiterführenden Schulen in Deutschland an, dass ihnen ihr Beruf Freude bereitet. Diese grundsätzlich positive Einstellung ist das Ergebnis einer Befragung eines repräsentativen Querschnitts des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen. Außerdem wurden insgesamt 2.096 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Personen zum Thema Schule befragt.

Das überwiegend positive Urteil der Lehrkräfte über ihren Beruf steht allerdings im Gegensatz dazu, dass sich weite Teile der Lehrerschaft zugleich mit wachsenden Belastungen konfrontiert sehen. So ist jeder zweite Lehrer (50 Prozent) davon überzeugt, dass das Unterrichten im Laufe der letzten fünf bis zehn Jahre deutlich schwieriger geworden sei, was hauptsächlich am Verhalten der Schüler selbst liege. Die Studie der Vodafone Stiftung zeigt außerdem, dass Lehrer nahezu ausnahmslos (97 Prozent) davon überzeugt sind, dass der soziale Hintergrund des Elternhauses die Leistung von Schulkindern beeinflusst – 90 Prozent halten diesen Einfluss sogar für groß bis sehr groß.

Fehlende Lehrkräfte und zu große Klassen

Mit Bezug auf die aktuelle Situation in der Schule wird der Lehrermangel als größtes Problem gesehen. Fast die Hälfte der Befragten bestätigte, dass ihrer Schule Lehrkräfte fehlten. Vor allem an den weiterführenden Schulen werden bundesweit Fachlehrer für Mathematik, Physik oder Chemie dringend benötigt. Befragt zum Reformbedarf an den Schulen, steht sowohl bei Lehrern als auch Eltern eine Verkleinerung der Klassen an erster Stelle. Eine individuellere Förderung im Allgemeinen sowie die bessere Unterstützung von schlechten Schülern werden ebenfalls häufig genannt.

„Nur mit engagierten und motivierten Lehrkräften, deren Anliegen und Impulse auch Gehör finden, kann eine gute und praktikable Bildungslandschaft in Deutschland gestaltet werden“, sagt Thomas Ellerbeck, Vorsitzender des Beirats der Vodafone Stiftung Deutschland. Auf Initiative der Stiftung wurden im Rahmen einer Fachtagung verschiedene Handlungsempfehlungen zur „Schule der Zukunft“ formuliert. Dazu gehört eine stärkere Praxisorientierung der Lehrerausbildung ebenso wie eine leistungsgerechtere Besoldung oder eine größere Verantwortung für die Schulleitungen.

Link zum Download der Studie:
Lehre/r in Zeiten der Bildungspanik

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