Das Handy bringt den Fortschritt: In den Entwicklungsländern Afrikas oder Asiens ist der Mobilfunk ein Pionier. Erst mit dem Ausbau von Mobilfunknetzen wurde es dort für die Masse überhaupt möglich, zu telefonieren und die Chancen des Internets zu nutzen. In Ländern mit schlechter Infrastruktur und langen Transportwegen macht das Mobiltelefon die Wirtschaft leistungsfähiger. Händler informieren sich über Preise, Landwirte holen Wetterprognosen ein und Handwerker machen Termine per Telefon aus – und alle können effizienter arbeiten und verkaufen. Daneben zählen vor allem mobile Bezahlsysteme und der Geldtransfer per Handy zu den einflussreichsten Neuerungen, mit denen die Mobilkommunikation die Wirtschaft antreibt. Schon 10 Prozent mehr Handys in Entwicklungsländern, so schätzt die Weltbank, können die Wachstumsrate der Wirtschaft um 0,8 Prozent steigern. Aber auch Bildung und Gesundheitswesen profitieren, etwa durch SMS-Dienste für Schüler oder medizinische Beratung per Handy sowie Notfalltelefone.
Wenn Kurznachrichten Leben retten
SMS for Life – Kampf gegen Malaria: Im Distrikt Lindi an der Küste des ostafrikanischen Landes Tansania ist Malaria ein gewaltiges Problem. Jedes Jahr fordert die Krankheit Tausende von Todesopfern vor allem unter Kindern und Jugendlichen. Besonders tragisch: Malaria ist mit Medikamenten durchaus heilbar. Die schlechte Infrastruktur hat in der Vergangenheit jedoch häufig verhindert, dass die Arznei zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar war. So mussten etwa Eltern erkrankter Kinder lange Wege zu Ausgabestellen auf sich nehmen, an denen letztendlich die Präparate vergriffen waren.
Wenn das Banking mobil wird
M-PESA – Geldgeschäfte per Handy: Ein von Vodafone mit initiierter Service namens „SMS for Life“ soll diese Fälle verhindern. Die Gesundheitseinrichtungen werden wöchentlich per SMS über die Aufstockung ihrer Bestände informiert. Ein geschulter Koordinator kontrolliert die Bestände online und kann bei Bedarf sofort neue Vorräte auf den Weg bringen. So konnte in einem Pilotversuch an 129 Einrichtungen die Zahl der Kliniken ohne Medikamentenvorrat von 90 auf nur noch 6 Prozent reduziert werden. Aufgrund des großen Erfolgs soll „SMS for Life“ nun auf das gesamte Land ausgeweitet werden.
M-PESA hat in kurzer Zeit rund 20 Millionen Nutzer gewonnen und ist außer in Kenia, Tansania und Südafrika auch in Afghanistan und Indien verfügbar. Das mobile Banking wächst rasant: 86,1 Milliarden Dollar wurden laut Gartner-Analyse 2011 mit solchen mobilen Bezahlsystemen bewegt – fast doppelt so viel wie im Vorjahr.










