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  <claim>Das Fenster zur Freiheit schlie&#223;t sich</claim>
  <content>&lt;p&gt;Es ist ein Kreuz. Die Fenster der Freiheit schlie&#223;en sich. Ausgerechnet im Namen der Freiheit werden grundlegende Freiheitsrechte beschnitten. Diesmal mit dem Kreuz. Mit dem angeblichen Menschenrecht auf einen kruzifixfreien Unterrichtsraum wird die Freiheit des Staates angegriffen, sich ein Warnzeichen gegen jede Ideologie an die Wand zu heften.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Dabei gab vor einigen Wochen eine Berliner Oberstufensch&#252;lerin der taz zu Protokoll: Beten ist ein Menschenrecht. Ein Mitsch&#252;ler hatte sich erstritten, in einem Extraraum w&#228;hrend der Schulzeit beten zu d&#252;rfen. Und das in einem Bundesland, in dem der Religionsunterricht aus dem F&#228;cherkanon der Schule verbannt wurde. Die ideologische Parole von der &amp;#8220;Freiheit von Religion&amp;#8221; stinkt da gewaltig an gegen die Freiheit, die von der Religion des Kreuzes ins Abendland gebracht wurde. Es ist die Freiheit, die sich aus dem Blick auf die ganz andere Welt Gottes er&#246;ffnet. Sie schaut mit den Augen Gottes durch das Fenster aus Gebet und Liebe auf alles, was in dieser Welt ist. Und stellt es infrage.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Es mutet wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass muffig anmutendes Gehabe Einzelner im Namen der Freiheit der Identit&#228;t eines ganzen Volkes an den Kragen gehen kann. Es erinnert mich an Oldenburg. Dort haben vor &#252;ber 70 Jahren die Bauern in d&#252;sterer Vorahnung Mistgabeln ergriffen, um jene zu vertreiben, die die Kreuze aus den Klassenzimmern rei&#223;en wollten. Diese Verteidiger des Kreuzes verstanden sich als Verteidiger der Freiheit.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Kreuz und Freiheit? Wer vom Kreuz spricht, kommt nicht umhin, von seinem Missbrauch auf dem Weg ins Heute zu sprechen. Keine Diskussion vergeht denn auch, in der einem nicht die Kreuzz&#252;ge unter die Nase gerieben werden. Dagegen k&#246;nnen Heerscharen von Christen, die im Kreuz den Grund f&#252;r eine grundlose Liebe zu jedem Mitmenschen sehen, nichts ausrichten. Auch erscheint r&#252;ckblickend der Siegeszug des Kaisers Konstantin im Zeichen des Kreuzes wenig mit dem Evangelium zu tun zu haben. Immerhin ist es das gleiche Zeichen, das in Albanien, Rum&#228;nien, Russland und an vielen anderen Orten Christen &#252;ber Jahrzehnte unter dem Fu&#223;boden versteckten, um es durch die Bretter hindurch anzubeten. Es war eine Kraftquelle gegen besinnungslos w&#252;tende Atheisten, die ihrem Volk nur wenig mehr gaben als Mauern, Archipel und Ausrottung.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;h6&gt;Das Kreuz wird zum Schlagstock&lt;/h6&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;So gegeneinandergestellt zeigt sich: Wenn das Kreuz in Staatshand ger&#228;t, wird es schnell zum Schlagstock. Gut deshalb, dass sich die Gesellschaft gegen jede Vereinnahmung von religi&#246;ser Seite erwehrt. Freilich begr&#252;ndet sie das mit ebenjenen Werten, die ihr aus der Botschaft des Kreuzes &#252;berkommen sind: Freiheit, Gleichheit, Br&#252;derlichkeit und Solidarit&#228;t, Personenw&#252;rde und mehr.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Der Erl&#246;ser starb am Kreuz, weil die staatlichen und religi&#246;sen Kr&#228;fte seiner Zeit den Kontakt zu ihrem Sinn und Ursprung verloren hatten. Er wurde dem Glauben nach, der sich mit dem Kreuz verbindet, auferweckt, damit die Menschen niemals mehr Ideologie vor Personenrecht, Religionsvorschriften vor die Barmherzigkeit stellen und Unterdr&#252;cker in keiner Religion Namen andere unterdr&#252;cken d&#252;rfen.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Wie wir Menschen uns auch organisieren: Es braucht das Zeichen des Kreuzes, damit es das Fenster anzeigt, das alle geschlossenen Denksysteme brauchen, um menschlich zu bleiben. Ein Staat, der in seine Amtsr&#228;ume ein Kreuz h&#228;ngt, macht sich die Demut zu eigen, niemandes Weisheit letzter Schluss sein zu k&#246;nnen. Lehrer, die unterm Kreuz unterrichten, bedeuten ihren Sch&#252;lern, dass es noch andere Sichtweisen gibt auf die Dinge, die sie unterrichten, als jene, die sie bewusst oder unbewusst mitunterrichten. Und der Richter, zu dem der Angeklagte blickt, braucht das Kreuz &#252;ber sich, da es auf eine Gerechtigkeit verweist, die kein Urteil dieser Welt geben kann.&lt;/p&gt;&amp;#x000A;&lt;p&gt;Die Gemeinwesen des Abendlandes haben ihre Werte aus der Botschaft des Kreuzes empfangen. Diese zu verk&#252;nden, ist Aufgabe derer, die ihr Glauben schenken. Die Werte, die daraus folgen, sind auch ohne diesen Glauben g&#252;ltig. Deren Zeichen ist das Kreuz. Wer es verbannen will, sollte gut befragt werden, welche Freiheit er damit in Anspruch nimmt. Es ist jedenfalls nicht jene, die der Staat sich bewahrt, der Respekt vor dem Kreuz hat. Er hilft sich damit, dem&#252;tig zu bleiben und niemals Gottes Stelle vertreten zu wollen. Er bejaht, dass seinen B&#252;rgern das Fenster zur Welt Gottes offensteht und &#8211; das darf er gern &#8211; erwartet sie daraus zur&#252;ck als kritische Helfer am Aufbau einer pluralen, menschw&#252;rdigen Gesellschaft, in der es weder Denk- noch Glaubensverbote gibt.&lt;/p&gt;</content>
  <created-at type="datetime">2009-11-05T19:40:08Z</created-at>
  <excerpt>Die Botschaft des Kreuzes ist immer auch die Erkenntnis, dass die menschliche Rationalit&#228;t nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Vom angeblichen Menschenrecht auf einen kruzifixfreien Unterrichtsraum.</excerpt>
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  <published-at type="datetime">2009-11-05T21:39:00+01:00</published-at>
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  <title>Im Kampf gegen jede Ideologie</title>
  <updated-at type="datetime">2009-11-07T13:26:42Z</updated-at>
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