Glückwunsch. The European mischt sich anders ein. Die Prinz-Kollegen – Pardon: Die Printkollegen – zieren sich, ihn zu zitieren. TV und Radio scheinen diese Art von gesellschaftlicher Debattenkultur mit spitzen Fingern anzufassen.
Es erinnert an das alte Zunftwesen. Man bleibt lieber unter sich. Wie sagte mir der Redakteur einer Polit-Talksendung so schön: Wir hoffen, dass wir in den Zeitungen zitiert werden.
The European als Debattenportal. Der unmittelbare Widerspruch ist möglich. Ein Autor muss sich hier stellen. Nicht: Der Artikel ist raus, freigegeben zum Einsperren auf Holzfasern, zu vergilben zwischen allerlei andrem Druckgeschwärzten.
Licht ins Dunkel!
Nein, hier ist der Artikel raus, tolle Fotos dazu gestellt, und die Leser können reagieren, dem Autor antworten, sich eine eigene Meinung bilden und die anderen teilnehmen lassen an den Veränderungen eben dieser eigenen Meinung – durch die Debatte.
The European zitiert aus der Wirklichkeit. Ein Basisportal. Was die Linken gerne hätte: Hier findet es statt. Ein Werteportal: Wovon die katholische Kirche und die evangelischen kirchlichen Gemeinschaften nur reden, hier zielt es mitten ins Herz der Gesellschaft. Ein demokratisches Portal: was die Demokraten aufs Schild heben und dann doch in Hinterzimmern auskungeln. Hier sind alle Meinungen gefragt und selbst der Chefredakteur bekommt mal eins auf den Hut.
Statt geschlossener Systeme: Open Source. Die Wirklichkeit wird von allen Seiten beleuchtet. Die Autoren tragen Lampen in der Hand, um Licht ins Dunkel zu bringen. Ihre Energie: Es muss doch Wahrheit zu erkennen sein. Es ist eben nicht alles nichts. Es ist alles voller Musik. Sie kann nur in der Vielfalt erklingen. Wer die Töne hörbar macht und gleichzeitig (nur) so laut ist, dass er noch die leisen anderen Töne hören kann, ist Herr und Diener zugleich.
Glückwunsch zum Debattenauftakt
The European ist ein virtuelles Debattierhaus. Soweit ich sehe, das Einzige in deutscher Sprache, das nicht rot oder schwarz-rot oder süddeutsch oder faz(ke)mäßig abkupfert von einer Papiermutter und wo Online-Redaktionen am Newsdesk den feinen Herren vom Print die Inhalte gratis mitliefern müssen.
Glückwunsch zum geglückten Debattenauftakt. Wo man singt, da lass dich nieder – böse Menschen kennen keine Lieder. Wenn Lieder auch missbraucht wurden zu schmierigen Aktionen, im Grundsatz jedoch stimmt die Volksweisheit. Denn wer singt, achtet auf die anderen Stimmen. So also auch hier: Wo man debattiert, da lass dich nieder. Auf Afrikanisch: palavern. Im Judentum: das Lehrhaus. Im Christentum: das Konzil. Und in seinen Ordensgemeinschaften: das Kapitel. Im Islam: die Moschee.
Die sei zuletzt genannt, weil The European ins Internet versetzt, was europäisches Kulturgut ist, auch dank der Debattenkultur der Griechen, der Römer, der Gallier, der Christen, und ja, und der Muslime: Ǧalāl ad-Dīn Muḥammad Akbar, Herrscher über das Mogulreich (reg. 1556–1605), ließ 1570 ein eigenes Debattierhaus bauen in Fatḥepur-Sīkrī, der damaligen Hauptstadt des Mogulreiches, um mit den portugiesischen Jesuiten Religionsgespräche zu führen.
Gratulation zum geglückten Start, The European. Deutschland debattiert. Darauf kann man bauen.




















