Wer Direktor einer Forschungseinrichtung mit dem Namen “Global Governance Initiative” ist, kann eigentlich nur eine – zumindest möglichst – global regierte Welt wollen. Parag Khanna hat in Washington und London studiert und arbeitete beim World Economic Forum in Genf sowie bei der Brookings Institution. Seine Bücher und Beiträge in amerikanischen Medien beschäftigen sich mit der Lösung globaler Probleme durch eine möglichst enge nationalstaatliche Zusammenarbeit.
Zuletzt aktualisiert am 15.05.2012
Unsere Welt ist weder multilateral noch unipolar. Moderne Geopolitik ist vielmehr ein offener Marktplatz mit einer Vielzahl eigennutzorientierter Akteure ohne festbetonierte Allianzen.
Nur globale Netzwerke über die Grenzen staatlicher Souveränität hinaus können zur Lösung der großen Probleme beitragen, findet Parag Khanna. Welche Rolle in diesem Prozess Autoritäten zukommt, welchen Einfluss die Globalisierung 1.0 hierbei hatte und was die zunehmende Bedeutung von nicht-staatlichen Akteuren ausmacht erklärt er im Interview mit Martin Eiermann.
Die Gegenwart ist eine neumittelalterliche Welt. Die Zeit der Nationalstaaten geht ihrem Ende entgegen, die Zukunft gehört den Städten und privaten Machtzentren. Darauf müssen sich die heutigen Weltmächte einstellen. Gefragt ist geschickte Diplomatie.
Megacitys werden immer wichtiger. Mit Größe und Wirtschaftskraft wächst auch die politische Macht. Das 21. Jahrhundert wird nicht von Nationalstaaten dominiert werden, sondern von wichtigen urbanen Zentren. Statt Landesparlamenten regieren uns zukünftig Stadträte.
Sarah Palin, McCain und Co haben gegen Obama versagt. Jetzt soll General Petraeus die Republikaner anführen. Doch auch ihm war das Schlachtenglück bislang nicht hold.
Dank Europa bewegt sich die Welt auf ein neues Mittelalter zu. Doch dieses Mal sind die Aussichten alles andere als düster.