Die EU muss ein langfristiges strategisches Ziel definieren. Wolfgang Ischinger

Tuntentrupps, keep partying!

Alle Jahre wieder: Derzeit wälzen sich erneut Horden Homosexueller zu fetten Beats in knappen Kostümchen durch viele EU-Metropolen – eigentlich, um an den Schwulenaufstand in der New Yorker Christopher Street gegen Polizei-Willkür zu erinnern.

Dieser legendäre Tag im Juni ’69 endete blutig. Umso unverständlicher mutet es nun manchem an, dass einem solchen Anlass heute mit volksfestartigen Auswüchsen gedacht wird. Selbst einige Schwule bleiben dem munteren Party-Protest inzwischen ausgerechnet aus Protest fern. Sie finden nämlich, dass der Ursprung der Idee über die große Sause mittlerweile in Vergessenheit geraten ist. Ich meine: Mag sein, aber kann es bessere Zeichen dafür geben, was wir alles erreicht haben, als unsere bunten Tuntentrupps?

Feiernde Homo-Party-Sanen

„Nichts ist so mächtig wie die Sehnsucht“, hat mal irgendein Dichter geschrieben. Wenn das stimmt, dann zeigen wir feiernden Homo-Party-Sanen der restlichen Welt doch nur (egal ob bewusst oder unbewusst), was hier längst erreicht wurde und anderswo an Freiheit noch erkämpfenswert ist. Und je ausgelassener ein CSD im zivilisierten Europa gefeiert wird, desto schmerzlicher fallen uns doch Ereignisse wie jüngst in Kroatien auf, wo sich rund dreihundert friedliche Demonstranten von etwa zehntausend vermeintlich braven Bürgern bedrohen, beschimpfen, mit Flaschen bewerfen und von der Polizei beschützen lassen mussten, was laut Veranstalter allerdings nur sehr halbherzig erfolgte. Übrigens: Selbst dieses Ereignis müsste kurioserweise fast schon als Fortschritt im Kampf um mehr Freiheit gewertet werden. In Moskau wäre eine solche Demonstration gar nicht erst zugelassen worden oder es hätte die Polizei mit der wilden Meute gemeinsame Sache gemacht und auf die Demonstranten eingeknüppelt.

Der beste Zivilisationsindikator

Also, liebe Party-Protestierer: Ihr seid der beste Zivilisationsindikator, den ich mir wünschen kann. Weiterfeiern, denn es gibt noch viel zu tun! Je bunter, desto besser. Damit die Welt auch ja hinschaut.

Leserbriefe

  • Theeuropean-placeholder
    derblondehans – 25.06.2011 - 09:09

    Der beste Zivilisationsindikator

    Was ‘manche’ doch für Vorstellungen von Zivilisation haben. Nicht zu fassen.

  • Theeuropean-placeholder
    Emmerli – 25.06.2011 - 11:06

    @derblondehans: Schade, jetzt haben Sie die Chance verpasst darzulegen, was geglückte Zivilisation ist.

    Ich bin heilfroh, in einem Land leben zu können, indem jeder leben darf, wie er will, ohne, dass er um sein Leben fürchten muss.

  • Theeuropean-placeholder
    Theresia Grubenbauer – 26.06.2011 - 15:46

    Ich bin schockiert und entsetzt,das auf einem Forum wie diesem merkwürdige Figuren wie dieser Olivia Jones allerernstens ein Podium bekommen.Leute wie er sind mitverantwortlich für den moralischen Werte-und Kulturverfall,der seit nunmehr 43 Jahren hemmungslos stattfindet.Mir wurde gesagt,das dieses Forum hier auf konservativ-christlichen Werten beruht.Anstatt merkwürdiger Figuren wie er gehören Leute wie Gabriele Kuby,Eva Herman,Martin Lohmann,Mathias von Gersdorf,Inge Thürkauf und viele andere,die sich für die christlich-katholische Wahrheit einsetzen auf dieses Forum.Verehrte Redaktion,denken Sie bitte in einer ruhigen Minute einmal darüber nach,sie stellen sonst ernsthaft ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel.Vor Ihren Lesern und vor unserem Schöpfer.

    Gott befohlen!

    Johanna-Maria-Theresia Grubenbauer

  • Theeuropean-placeholder
    Die Redaktion – 26.06.2011 - 16:51

    In diesem Magazin geht es um konstruktive Debatte, darin tauchen neben konservativ-christlichen Werten auch liberal-laizistischen Werte auf. Ihre Quelle war also folglich nicht perfekt informiert.

  • Theeuropean-placeholder
    LR – 27.06.2011 - 11:42

    Tja, wer anderen eine Grube baut, da fällt auch jemand hinein. In diesem Fall die Red. Wenn es wirklich einen Menschen geben sollte, der “Johanna-Maria-Theresia Grubenbauer” heißt, wäre dieser nicht von Gott gesegnet, sondern fürs Leben bestraft.

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