Wenn die Österreicher von uns Reparationen verlangen sollten, dann werde ich Ihnen die Gebeine Adolf Hitlers schicken. Konrad Adenauer

Mit Schottenrock und Breitschwert

In Bremen läuft der Ball in dieser Saison nicht rund. Die einstige Spielstärke und -freude ist wie weggeblasen, und die Fachwelt rätselt über die Gründe. Auf die Idee, dass nicht die jungen und neuen Spieler die Verantwortung für die Misere tragen, sondern die etablierten, allen voran ein alternder Kapitän, ist bislang noch keiner gekommen.

Mir brennt es seit Wochen unter den Nägeln und normalerweise tut man so etwas nicht, aber ich möchte die Krise bei Werder Bremen an einer Person festmachen: Torsten Frings. Die Spielweise und der Führungsstil des Teamcaptains sind Gift für die elf Männer im grün-weißen Dress. Klar, dass in so einem komplexen und sensiblen Gebilde wie einer Fußballmannschaft nicht nur ein Spieler die Schuld an der nun schon Monate andauernden Misere tragen kann. Aber Frings hat im Team über Jahre hinweg eine Struktur geschaffen, die systematisch jeden klein hält, der seine Autorität nicht blindlings anerkennt.

Zunächst zum Sportlichen: Frings‘ Interpretation des Sechsers ist antiquiert. Er geht in der Defensive fast immer gegen den Ballführenden. Ihm fehlt das Gefühl für den Raum hinter ihm. Genau das ist aber die wichtigste Eigenschaft eines Sechsers in modernen Spielsystemen. Spieler wie Simon Rolfes oder Sami Khedira haben dieses Raumgefühl verinnerlicht und sehen auf dem Spielfeld sehr viel eleganter aus. Sie fangen viele Pässe ab und müssen daher weniger harte Zweikämpfe führen. Das ist auch der Grund, weshalb Jogi Löw Torsten Frings nicht mehr in die DFB-Auswahl berufen hat.

Frings‘ Motto: Es kann nur einen geben

Der Spielführer der Werderaner gefällt sich in der Rolle des nimmermüden Kämpfers. Die Ärmel hochgekrempelt, lange wehende Haare, der Körper voll mit Tattoos. Mit Schottenrock und Breitschwert sähe Frings aus wie ein echter Highlander. Und genauso wie seine Spielweise an die martialischen Schlachten in dem 80er-Jahre-Streifen mit Christopher Lambert und Sean Connery erinnert, so scheint sich auch sein Führungsstil innerhalb der Mannschaft auf das Motto des Films zu beschränken: Es kann nur einen geben.

Für junge und neue Spieler ist diese Attitüde schwer zu verstehen und noch schwerer zu akzeptieren. Natürlich gibt es in jedem Team eine Hackordnung, das muss auch im modernen Fußball so sein. Aber die Art und Weise, wie Frings gerade die jungen Spieler immer wieder verbal attackiert, sucht seinesgleichen in der Liga. Fast scheint es, als wolle er sich an der nächsten Fußballergeneration dafür rächen, dass er vom Bundestrainer als Auslaufmodell gesehen wird. Aaron Hunt kann davon ein trauriges Liedchen singen. Seit Jahren ist er immer wieder Zielscheibe von Frings‘ Spielerschelte.

Sogar der Stürmerneuling Marko Arnautovic hat schon mehr als eine Frings’sche Verbalbehandlung hinter sich. Auch wenn der 21-jährige Österreicher kein einfacher Charakter ist, so hört man bei Frings immer wieder dieselbe Leier von jungen Spielern, die sich nicht unterordnen, die sich nicht in den Dienst der Mannschaft stellen und die sich mehr damit beschäftigen würden, wie die Frisur sitzt, anstatt sich richtig ins Spiel zu kämpfen.

Der falsche Leitwolf

Rückendeckung erhält Frings dabei von seinem Freund und Ex-Alpen-Maradona Andi Herzog, der im kicker-Interview erklärte: “Torsten muss weiter vorangehen, auch wenn er jetzt eine schlechte Phase hat. […] Die Jungen müssen spuren und ruhig sein. Wer dies nicht akzeptiert, ist fehl am Platze.” Das mag vereinzelt zutreffen, aber Frings arbeitet sich seit Jahr und Tag an diesem Thema ab.

Nicht umsonst erklärte Marko Marin, dass er zum Thema Teamgeist nichts sagen wolle. Die Stimmung in der Mannschaft ist im Keller, die Grüppchenbildung befindet sich im fortgeschrittenen Stadium. In dieser Konstellation ist ein Spieler wie Torsten Frings, zumindest wie er sich in letzter Zeit auf und neben dem Platz verhält, der falsche Leitwolf. Frings muss lernen, positiv auf die jungen und neuen Spieler zuzugehen. Die Hierarchie in der Mannschaft muss nicht zwangsläufig mit öffentlichen Demütigungen erzielt werden. Nur so können sie in die Mannschaft integriert werden und nur so kann Werder aus der Krise kommen. Doch ob der Kapitän das auf seine alten Tage noch lernt? Auch wenn vieles von Frings an den Highlander erinnert: Er wird nicht ewig leben – zumindest nicht als Fußballprofi.

Leserbriefe

  • Theeuropean-placeholder
    Martin Boisch – 17.11.2010 - 18:37

    Dieser Artikel ist einfach nur schlecht. Der Verfasser zeigt inhaltlich keinerlei Kompetenz bezüglich der Vorgänge innerhalb des Bremer Mannschaftsgefüges. Einen Artikel zu verfassen, der nur gut klingt, aber inhaltlich jeglichen Wahrheitsgehalts entbehren lässt, sollte für jeden Journalisten zu wenig sein.

  • Theeuropean-placeholder
    Ihr Name – 26.11.2010 - 05:51

    eyvoll gemein alter!

  • Theeuropean-placeholder
    Volker Thomas – 19.11.2010 - 11:53

    Hallo,

    wir bringen den wöchentlichen Newsletter “EU-Nachrichten” heraus, der sich direkt mit dem beschäftigt, was so aus Brüssel auf uns einströmt. Derzeit ist die Energiezukunft das große Thema, dazu finde ich leider nichts bei Euch.

    Wir könnten mal überlegen, ob wir ein Stück weit zusammenarbeiten könnten – immerhin haben wir eine Europakompetenz, die wenig verbreitet ist.

    Link zu den EU-Nachrichten: http://ec.europa.eu/deutschland/press/eu_news/index_de.htm

    Kollegiale Grüße

    Volker Thomas (www.thomas-ppr.de)

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