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Facebook und die Erwartungen

Die Facebook-Aktie startete schlecht. Facebook kommt in der Realität der Börsen an und da zählen vor allem Gewinnerwartungen. Das Netzwerk muss nachziehen, insbesondere im mobilen Bereich.

Lange hatte sich die Finanzwelt am spektakulären IPO des weltweit größten sozialen Netzwerks, Facebook, bisher nicht erfreuen können – fulminant gestartet, verlor die blaue Rakete im Laufe der Woche nicht unerheblich an Höhe. Der Kurs der Aktie sank recht schnell unter den Ausgabekurs, was nicht zuletzt auch den Druck auf CEO Zuckerberg erhöhen dürfte.

Denn mit dem Börsengang gelten nun andere, neue Gesetze für das weltweit führende soziale Netzwerk: Investoren interessieren sich natürlich für die Weiterentwicklung von Facebook als Kommunikationsplattform von über 901 Millionen Nutzern, sie beurteilen den blauen Riesen inzwischen aber auch, wenn nicht gar vor allem nach seinen Gewinnerwartungen. Das Augenmerk der Aktionäre dürfte in dieser Phase auf der Monetarisierung von Facebooks Reichweite und seiner enormen Datenmenge liegen.

Facebook als Vermarkter für externe Webseiten?

Zwar betont Facebook stets, es zählten vor allem das Netzwerk und deren Nutzer, jedoch konnten die jüngsten Entwicklungen im Hause nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich vor dem IPO Gedanken um das Problem der Gewinnerwartung gemacht hat. Schon seit längerer Zeit werden immer wieder Tests zur sogenannten „sozialen Werbung“ (zielgruppenspezifische Auslieferung von Werbemitteln auf Basis der durch Facebook gespeicherten Userdaten) lanciert. Kurz vor dem IPO kündigte Chief Privacy Officer Erin Egan an, dass die Nutzungsbedingungen wie folgt geändert würden: In Zukunft wird Facebook die Userdaten auch zur Auslieferung von Werbung auf externen Seiten nutzen dürfen.

Das Netzwerk könnte also eine Vermarktungsoption für externe Seiten anbieten. Ein ähnliches Modell kennen wir zum Beispiel von Google AdSense, Facebooks Angebot wäre dazu eine spannende Alternative mit entsprechend attraktivem Dateninventar. Darüber hinaus wirft das angekündigte App-Center seine Schatten voraus. Dieses wird ganz sicher helfen, stärker auf den App-Markt Einfluss zu nehmen und, nicht zuletzt, um weitere Einnahmen zu generieren. Doch auf welche Änderungen zur Optimierung der Monetarisierungsmechanismen müssen sich die Nutzer und Unternehmen auf Facebook noch einstellen? Gebühren für das Betreiben von Fanpages? Das scheint mir kaum denkbar, sorgen doch Nutzer wie Unternehmen für Aktivität im Newsfeed und somit für die Attraktivität von Facebook.

Monetarisierung der iPhone-App

Profile und Daten der Nutzer sind der größte Schatz von Facebook. Hier schlummert großes Monetarisierungspotenzial. Was das für die Nutzerschaft bedeuten kann, wird sich zeigen. Die Monetarisierung der iPhone-App dürfte ein erster Schritt sein. Schon heute greift ein Großteil der Nutzerschaft auf Facebook über den mobilen Weg zu, hier jedoch hat Facebook bislang keine der sonst üblichen Werbemaßnahmen etabliert. Das Unternehmen wird entsprechend nachziehen, um so den Börsenkurs positiv beeinflussen zu können.

Auf diesen kann und wird Facebook in den nächsten Wochen reagieren. Interessant wird sein, wie sehr sich Mark Zuckerberg dabei von den Aktionären und deren Forderungen beeinflussen lässt, nachdem er sich diesbezüglich bisher stets betont gelassen gegeben hat.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Alex Hofmann, Jo Groebel, Thilo Weichert.

Leserbriefe

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Bei Facebook wird in Zukunft alles ums Geldverdienen gehen – doch die Nutzer könnten dem Konzern einen Strich durch die Rechnung machen.

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von Alex Hofmann
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von Jo Groebel
19.05.2012

Illegal und vergoldet

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Facebooks Umgang mit Benutzerdaten ist nach deutschem und europäischem Recht illegal – mit dem Börsengang wird diese Schamlosigkeit nur noch weiter zunehmen.

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von Thilo Weichert
16.05.2012

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