Die Agenda 2010 war politisch ein Erfolg, aber kommunikativ ein Desaster. Uwe Knüpfer

Ich nehme die Wahl an

Die European-Leser haben auf Facebook entschieden: Martin Sonneborn soll Christian Wulff beerben. Und der nimmt die Wahl an. In einem kurzen Statement stellt er seine ganz besonderen Vorzüge für das Amt heraus.

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Liebe European-Leser,

Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen und nehme die Wahl an.

In weiten Teilen des sogenannten Internets werde ich bereits seit einiger Zeit als Wulff 2.0 gehandelt: Wie mein Vorgänger komme ich aus Osnabrück, bin ein politisch blasser Typ mit absolutem Willen zur Macht, habe die falschen Freunde und lasse mir gerne Getränke ausgeben. Ähnlich wie Christian Wulff habe ich mich stets hervorgetan, wenn es darum ging, das Amt des Bundespräsidenten zu beschädigen.

Zu Johannes Raus Zeiten hat mich ein entsprechendes Titanic-Editorial mal mehrere Tausend Euro gekostet. Ich gelobe, den eingeschlagenen Weg mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft weiter zu gehen und dieses unwürdige und sinnlose Amt noch weiter herunterzuwirtschaften. 

Antreten kann ich in zwei bis drei Wochen, Schloss Bellevue würde ich übernehmen, Bettina und Wulffs fiese Freunde jedoch nicht. Georg Schramm wird Pressesprecher und Maschmeyer kriegt Hausverbot. Alles weitere erfahren Sie dann aus den entsprechenden Medien. Oder ich brülle es K. Diekmann auf die Mailbox.

Viele Grüße
Martin Sonneborn

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Mehr zum Thema: Christian-wulff, Schloss-bellevue, Kai-diekmann

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