Da Daten keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Beate Merk

Pumas mit drei Streifen

Ab 40 sind UGG-Boots und Bikini passé, liebe Damen. Das hat nichts mit Sexismus zu tun, sondern mit Stil.

Liebe Damen über 39,

ich will Ihnen wahrlich nichts Böses. Aber wir müssen reden. Das Thema? Heikel. Es ist der altersadäquate Dresscode. Denn ich sehe Sie in vermehrter Zahl mit UGG-Boots durch die Straßen dieser Republik wandeln. Ein absolutes No-Go! Und selbiges gilt für den Bikini.

Bikini-Sexismus?

Lassen Sie daher bitte den Zweiteiler genau dort, wohin auch Ihre UGG-Boots schnellstmöglich verschwinden sollten: in die unwiederbringlichen Tiefen Ihres Kleiderschranks. Dabei möchte ich Ihnen gar nicht den eben erst erlangten „Cougar“-Status absprechen. Nichts läge mir ferner. Ich verstehe auch, dass sie auf Jennifer Aniston (43) oder Courteney Cox (47) verweisen. Doch verstehen Sie auch mich. Aniston, Cox und Demi Moore mögen über 40 sein. Doch all jene Körperteile, die sie am Strand so regelmäßig zur Schau stellen, sind es definitiv nicht. Und so bitte ich Sie: Ersparen Sie mir den Anblick der Herzogenauracher Raubkatzenvariante: den Puma mit drei (Hüft)Streifen!

Das hat nichts mit Sexismus zu tun. Ich denke nicht, dass ich ein Patriarchats-Apostel bin. Schon gar keiner, der sein mediales Geschlechterverständnis in die verbalen Formeln der Aufklärung packt (ein Gruß an Alexander Görlach!). Sondern mit Stil. Aus selbem Grund sollten (besser: müssen) Männer einen Sicherheitsabstand zu kurzen Hosen pflegen. Und selbst ein Roberto Cavalli oder Flavio Briatore am Strand ein T-Shirt überziehen. Basta!

Stilfrage(n)

Teen-Boots und Bikini mögen Ihnen ein oberflächliches Gefühl von Trendiness und Stil vergaukeln. Doch Zeitgeist und Modetrends hinterherzuhecheln, bringt das genaue Gegenteil zum Ausdruck. Denn damit machen Sie uns allen deutlich, dass Sie nach vier Jahrzehnten noch immer nicht Ihren eigenen Stil gefunden haben.

So maße ich mir an, Ihnen Coco Chanels zeitlose Weisheit ans Herz zu legen, wonach sich Mode ändert, Stil aber bleibt. Finden Sie Ihren eigenen Stil. Dies ist weder eine Frage des Geldes noch des Alters, wie beispielsweise NAHNA beweist.

Als Gegenleistung verspreche ich Ihnen, diesen hier im Schrank zu lassen … Einverstanden?

Lesen Sie auch die letzte Kolumne von Mark T. Fliegauf: Das magische Feuer

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