Wer war der wahre Gewinner des Spiels?
Lukas Hermsmeier: Der wahre Gewinner eines jeden deutschen Spiels: Sami Khedira. Er ist die gute Seele. Khedira ordnet das Spiel fast fehlerlos, geräuschlos und uneitel.
Thore Barfuss: Jögi Löw. Hat mal wieder seinen Instinkt mit dem Einsatz von Lars Bender bewiesen.
Sebastian Pfeffer: Krohn-Dehli. Herrliches Tor. Sollte mit dem Namen definitiv einen trendigen Sandwich-Laden in Berlin Mitte eröffnen.
Und wer der wahre Verlierer?
Hermsmeier: Von Thomas Müller erwarte ich mehr. Spielt nicht schlecht. Was sich gegen Dänemark wieder zeigte: Der Bayer fällt zu schnell. Es ist keine Schwalberei, es ist einfach ungeschickt. Noch bevor das Tackling des Gegners kommt, senkt sich Müllers Körper gerne gen Boden.
Barfuss: Lars Bender. Trotz Tor und passablem Spiel wird im Viertelfinale wieder Boateng spielen. Eine Heldentat wie gegen Ronaldo traut man dem junger Leverkusener dann doch nicht zu.
Pfeffer: Özil. Mäßig spielen – ok. Aber dieses demonstrative Sitzenbleiben? Geht gar nicht.
Was war die Szene des Abends?
Hermsmeier: Eine Frage, die man nach dem Uefa-Jogi-Balljungen-Skandal nicht mehr beantworten kann. Wer weiß schon, was überhaupt live war?
Barfuss: Caren Miosga moderiert die Tagesthemen vor der Akropolis.
Pfeffer: Diese jubelnde deutsch-blonde Lust in der zweiten Halbzeit. Slow-Mo at it‘s best.
Wie viel Chelsea steckte in den Bayern-Köpfen?
Hermsmeier: Es gab schon dieses Prä-Ohnmachts-Gefühl, als es bei uns 1:1 stand, die Portugiesen führten und man ein ähnlich unverdientes Ende befürchtete wie bei Chelsea-Bayern.
Barfuss: Zum Glück nicht ein Deut. Sonst hätte Dänemark uns mit einem unverdienten 2:1 vom Platz geschickt.
Pfeffer: Neuer rennt schon wieder wie ein junges Reh an der Mittellinie rum, das ist auskuriert.
Wer vom Gegner hat besonders genervt?
Hermsmeier: William Kvist. Der Stuttgarter hatte nur eine Aufgabe: Mesut Özil auf die Nerven zu gehen. Das gelang ihm leider.
Barfuss: Daniel Agger: sein Fuß war immer da, wo er nicht hätte sein sollen.
Pfeffer: Agger. Wann hatte der Typ kein Körperteil zwischen Ball und Tor?
Und wie war der Schiedsrichter?
Hermsmeier: Zum Glück nicht so schlecht wie beim EM-Auftaktspiel, als er den Griechen Sokratis vom Platz schickte – und keiner wusste warum.
Barfuss: Bisher die bester Schiedrichterleistung bei Deutschland-Spielen.
Pfeffer: Gut.
Saß Gomez’ Frisur?
Hermsmeier: Ist wie die Frage, ob Löws Hemd weiß war. Natürlich saß Gomez’ Frisur. Aber schon komisch: Vor einer Woche wurde Gomez von ARD-Experte Mehmet Scholl trotz Tor zerpflückt. Diesmal gelang dem Stürmer kaum etwas und Scholl lobte ausdrücklich seine Halb-Vorarbeit beim 1:0 – die einzig halbwegs erfolgreiche Aktion von Gomez.
Barfuss: Ist der Papst katholisch?
Pfeffer: Habt ihr Gomez gesehen? Ich nicht. Wenn er nicht knippst einfach sehr wirkungslos.
Wovor müssen wir jetzt Angst haben?
Hermsmeier: Dass das Viertelfinale gegen Griechenland ein Heimspiel ist. Und das bei unserer Auswärtsstärke…
Barfuss: Angelos Charisteas.
Pfeffer: Der Grexit bleibt aus. Also Griechenland bleibt in der EM.
Wen hätte Jogi doch mitnehmen sollen?
Hermsmeier: Sven Bender, Zwillingsbruder von Lars. Die sehen nicht nur identisch aus, die sind auch identisch gut.
Barfuss: Torsten Frings. Hat 2007 das letzte deutsche Tor nach einem Freistoß geschossen, wie Tom Bartels verriet. Früher konnten wir das mal.
Pfeffer: Nicht mitnehmen – einwechseln. Götze verdammt!
Was ist sonst so bei der EM passiert?
Hermsmeier: Der WM-Zweite (!) Holland scheidet mit null Punkten aus. Wahnsinn. Wird aber etwas davon getrübt, dass Portugal seinen Teil dazu beigetragen hat und weiterkommt.
Barfuss: Christiano Ronaldo hat schon wieder ne neue Frisur.
Pfeffer: Holland mit verdienten null Punkten. Schönes Ding.
Und zu guter letzt: Die Chance auf den Pott?
Hermsmeier: Es läuft alles auf das Endspiel Deutschland gegen Spanien hinaus. Insofern sind es wieder die Iberer, die uns in die Suppe spucken könnten. Aber ich bleib dabei: Deutschland, 100 Prozent.
Barfuss: Mit dieser Leistung reicht es vielleicht gegen Griechenland. Gegen Spanien müssen wir aber deutlich besser werden.
Pfeffer: Man muss realistisch bleiben. 90 Prozent.
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