Um tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, müsse man vor allem ein Schaf sein, hat Albert Einstein einmal lakonisch festgestellt. Mit anderen Worten: Wer kein Schaf ist, kommt in einer Schafherde auch mit Durchsetzungskraft, Klugheit und Kompetenz nicht weit. Dass das Erfolgsprinzip Ähnlichkeit analog auch für Männercliquen gilt, ist zweifellos einer der Gründe für den Mangel an Frauen in deutschen Führungsetagen. Es ist diese Monokultur im Management, der ich mit der Flexiquote den Kampf ansagen will.
Karrierewege sind auf Männer zugeschnitten
Frauen sind heute genauso gut, oftmals sogar besser ausgebildet als Männer. Doch während Männer zwischen 30 und 40 häufig zwei, drei Karrierestufen auf einmal nehmen, machen Frauen in dieser Lebensphase oft zwei, drei Jobs auf einmal: Teilzeitstelle, Kindererziehung und Haushalt. Vielfach ist es die Kultur in unserer Arbeitswelt, die solche Rollenmuster erzwingt. Denn bisher sind Arbeitsorganisation und Karrierewege gerade in den Führungsetagen auf Männer zugeschnitten – oder allgemein formuliert: auf Menschen, die Verantwortung delegieren können.
70-Stunden-Wochen, Besprechungen abends um neun, Erreichbarkeit quasi rund um die Uhr: Das ist der Alltag vieler Top-Führungskräfte, die sich dem Diktat der uneingeschränkten Verfügbarkeit nur deshalb so kompromisslos beugen können, weil zu Hause jemand den Kühlschrank füllt und für steten Nachschub an gebügelten Hemden sorgt. Das Prinzip „Karriere wird nach Feierabend gemacht“ bezahlen diejenigen mit eingeschränkten Chancen, die nach Feierabend nicht Karriere, sondern die Kinder bettfertig machen.
Von fairen Chancen für Frauen kann keine Rede sein, solange familiäre Fürsorgeaufgaben als Handicap gelten und Teilzeitarbeit aufs Abstellgleis führt. Übrigens auch nicht von fairen Chancen für Männer, die bereit sind, mehr familiäre Verantwortung zu Hause zu übernehmen. Frauen (und auch Männer), die Karrierechancen nutzen und Zeit für Familie haben wollen, brauchen andere Arbeitsbedingungen und eine andere Unternehmenskultur.
Hier setzt die Flexiquote an, mit der ich die Aufstiegschancen von Frauen in Top-Führungspositionen verbessern will. Ich möchte alle börsennotierten und alle voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen gesetzlich verpflichten, sich selbst konkrete und individuelle Zielvorgaben für den Anteil von Frauen im Vorstand und im Aufsichtsrat zu setzen und diese regelmäßig zu veröffentlichen.
Mehr Wettbewerb und Diskussion
Für den Fall, dass Unternehmen ihre selbst gesteckte Quote nicht erreichen, sieht mein Gesetzentwurf Sanktionen vor. Es wird nicht lange dauern, bis die Zielvorgaben der Unternehmen in Rankings verglichen werden. Ein Maschinenbau-Unternehmen wird vorsichtige Zielsetzungen aufgrund der geringen Zahl weiblicher Hochschulabsolventinnen vielleicht nachvollziehbar begründen können. Ein Automobilhersteller, dem es an hervorragend qualifizierten Mitarbeiterinnen nicht mangelt, wird die Latte etwas höher hängen müssen.
Die Flexiquote befeuert also nach außen den Wettbewerb zwischen den Unternehmen. Gleichzeitig stößt sie nach innen Diskussionen an, was sich mit Blick auf faire Chancen für Frauen ändern muss. Sie zwingt Unternehmen zur Auseinandersetzung mit den Ursachen für den Frauenmangel in Führungspositionen und zur Entwicklung individueller Strategien gegen eine von Männern geprägte Monokultur. Das heißt neudeutsch „Diversity Management“. Bildlich gesprochen: Die Tage des Erfolgsmodells „Schafherde“ sind gezählt!















Hm, ich weiß nicht so genau warum, aber bei dieser Quoten-Diskussion bekomme ich immer Schwindelgefühle – als ob sich alles dreht, wenn man den Argumenten folgt und irgendwann den Boden unter den Füßen verloren hat.
Nur drei-einhalb Gdanken:
1. “Denn bisher sind Arbeitsorganisation und Karrierewege gerade in den Führungsetagen auf Männer zugeschnitten – oder allgemein formuliert: auf Menschen, die Verantwortung delegieren können.” .. worum geht es Ihnen? Frauen könnten das doch genauso, dann bliebe halt ihr LebensabschnittsgefährteIn zu hause.Oder noch besser, Frau/Mann bleibt Single ohne Kind, dann muss niemand auf Karriere verzichten, weil er mit “kühlschrankfüllen” beschäftigt ist.
2. “Frauen (und auch Männer), die Karrierechancen nutzen und Zeit für Familie haben wollen, brauchen andere Arbeitsbedingungen und eine andere Unternehmenskultur.” … hier ist das Problem: “haben wollen”! Die Realität soll sich meinen Vorstellungen anpassen. Ob das sinnvoll oder überhaupt umsetzbar ist egal. „Wollen heißt Widersprüche wecken.“
Dass eine sinnvolles Erfüllen der Führsorgeaufgaben im familiären Kontext unter Umständen genauso ein Fulltime-Job ist wie die Leitungaufgabe in einem Unternehmen?
So wenig ich einem Kind im vorbeigehen helfe Erwachsen zu werden, sowenig leite ich ein Unternehmen von 9-13 Uhr.
…Was mich zum dritten Punkt bringt.
3. “Sie [,die Flexiquote] zwingt Unternehmen zur Auseinandersetzung mit den Ursachen für den Frauenmangel in Führungspositionen […]” … Wer oder was zwingt Sie und den Rest der Entscheidungsträger mal zu einer offenen Diskussion über die Gründe. Was wenn sich trotz Quote und angepassten Job-Profilen sich unter der Geschlechter-Brille immernoch kein gewünschtes Gleichgewicht einstellt? … weil Menschen sich individuell(!) anders entscheiden(!). Was wenn der Grund dafür die Entscheidung des Einzelnen (oder noch “schlimmer” von zwei Menschen in einer Partnerschaft) ist? Wenn sich daran trotz durchbohren einer “gläsernen Decke”, umbauen der Leitungsfunktion in eine “Halbtag-Sache” und Sprengung der “Männer-Bünde” sie immernoch nicht die Quote voll kriegen? …. Was dann?
Wo bleibt die grundlegende Frage nach der Qualifikation?
Und zum halben Punkt … ihr Bild von der Schafherde: Es gibt auch weibliche Schafe!
Ich befürchte Sie erzwingen (gut gemeint oder nicht) per Gesetzt in einen gedachten Männer-Klüngel einen Frauen-Klüngel. Wenn alle klüngel ist die Welt in Ordnung?
So viel dazu. Wie gesagt ich bin verwirrt ob der Diskussion.
Herzlich
o-nyoo
Persönliche Ansicht, Meinung,
ich denke einem jedem intelligenten Menschen mit der Bereitschaft von anderen lernen zu dürfen ist es ziemlich egal ob er von einer intelligenten Frau oder einem intelligenten Mann sein Wissen erweitern kann. Das diese Leistung selbstverständlich gleichhoch honoriert werden sollte ist selbstverständlich. Ich selbst habe und genieße das Glück mit einer sehr intelligenten Türkischen Lady seit 14 Jahren verheiratet zu sein, diese unterrichtet am Berliner Schiller Gymnasium.
Nicht`s gegen Frau Schröder, aber als Freund für guten Sinn für Humor würde ich derzeit den Job als Frauenminister immer noch lieber Herrn Charlie Sheen zusprechen.
Mit freundlichen Grüßen
Schnorchelentsafter
Von tessiner am 28.11.011
Zu Frau Schröder und den Schafen.Die meisten Schafe gibt es auf dem Lande.Sie sind meistens in Frauenland Verbänden untergebracht.
Die Ehemänner lassen Ihnen in Ihren Augen den Spass.Auch hier ist aber eine langsame Gegenwehr festzustellen.Ich weis dies von meiner ehemaligen Schulfreundin.Wir sind alle um die 60 Jahre und kennen den Verlauf der Ordnung der Väter.Dieser ist zu durchbrechen.Ich sehe es bei meiner Tochter,im selben Alter wie die Ministerin.2 Kinder,den Haushalt,ud Arbeit für Werbeagentur.Ehemann ländliche Art gewöhnt.Ich gehe Arbeiten,das reicht.So waren meine Gedankengänge nicht.Obwohl viel älter.Aus der 60 er Generation habe ich keinen Wendehals gemacht,wie andere..Langstreckenläufer..
hm…
Warum müssen “die Frauen” auf ihre Karriere verzichten?
Es gibt doch Kindergrippen e.t.c … abgegeben und fertig.
Wir sind doch jetzt emanzipierte Frauen, Kinder kriegen sollte doch heutzutage nebenbei passieren, die Erziehung übernimmt doch der Staat.
Wir produzieren die Kids und Zwitter Staat konstruiert sie zu “braven, gerechteren, geschlechterfreundlicheren, Staatskonformen” Maschinen.
Ich bin doch eine emanzipierte junge Frau, ich bin sehr wohl in der Lage meine irrationalen, konstruierten Mutter Instinkte zu unterdrücken.
Ich frage mich nur… warum sollte ich mir diese nervenaufreibende SS (Schwangerschaft) und die ganze stressige Geburt eigentlich geben?
Kriege ich Geld dafür?
GenerationX
Mit Abgeben und fertig ist es nicht getan.Mein weis nie welche Art von Kindergärtnerin Ihr Kind erzieht.Kommt Sie aus der ehemaligen DDR sind gewisse Grundgedanken mitgegeben.Ein Kind muss gehört werden.Wie gefällt es dir,und was passt dir nicht.Bei einer negativen Antwort mit der Kinderbeaufsichtigerin(mehr ist manchmal nicht)ist das Kind aus diesem Kindergarten zu nehmen.Die Frau sollte sich mit Ihrem Boss einigen,halbtags,oder eine neue Stelle suchen.Im Alter laufen mir immer mehr depremierte Frauen entgegen,die Nachwuchs vermissen.Eine Frau ist für Kinder geboren.Der Mann sieht eher den Sohn als sein eigenes für sein Ego.
Dies schrieb ein Mann 63 jahre ,und selbst Opa von 2 Enkeln.Ich kämpfe bis zum Schluss für dieser wohlergehen.Ich selbst musste mich durchboxen mit 4 Geschwistern zu dehnen ich keinen Kontakt mehr habe.Ich ging nicht in den Kindergarten,war bei Mutter.die restlichen 4 gingen.Ein gewisses unsoziales Denken weisen Sie auf.