Mit dem Versagen der Finanzmärkte – exportiert von den USA schon 2007 mit der Immobilienblase und im Jahr darauf mit Lehman – fing es an, dann kam es zum Politikversagen, zum Staatsversagen, und zum Staatenbundversagen, das betrifft die Europäische Union. Die EU ist ein doppelter Staatenbund, die 17 Euro-Länder und die 27 EU-Länder, eigentlich ein dreifacher, denn es gibt ja noch den EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) mit Liechtenstein, Norwegen und Island. Eine wackelige Konstruktion von Anfang an, deren Schöpfern es nur um die „Wirtschaftsfreiheit“, um eine Entgrenzung von Wirtschaft und Profitstreben – mit den ominösen vier Freiheiten – ging.
Schaudern im Rückblick
Aus heutiger Perspektive ist es schon ziemlich dubios, mit welch autoritärer Wucht damals die politischen Eliten ihre Staaten in den EWR, in die EU und schließlich in den Euro drückten. Da gab es viel an propagandistischer Manipulation, an falschen Versprechen und gekonntem Eliminieren abweichender, kritischer Meinungen. So etwas rächt sich später. Autoritäres Verhalten haben sich die politischen Eliten, nicht nur in Europa übrigens, seit der Monarchie und den Faschismen recht gut erhalten. Aber für einen schärfer konturierten Rückblick ist es vermutlich noch zu früh. Für breitflächige Einsichten muss der Leidensdruck noch weit mehr zunehmen, um das Desaster von Spätkapitalismus, Finanzindustrie und Politik klarer begreifen zu können. Das geht erst, nachdem diese Fehlkonstruktion, diese europäische Tragödie, weitgehend zu einem Ende gekommen ist. Klar ist, dass die EU und der Euro schwere demokratische Konstruktionsfehler aufgewiesen haben. Aber das steht heute ohnedies schon in jedem zweiten Wirtschaftsblog.
Versucht man die politischen Ereignisse der vergangenen Wochen aus der Vogelschauperspektive zu resümieren, dann sind die Entfernungen der griechischen und der italienischen Regierung eigentlich so etwas wie ein Putsch gewesen. Die Akteure in der EU haben – undurchsichtig – die gewählten Regierungen weggeputscht und durch EU-erfahrene Technokraten ersetzen lassen. Formal haben jene ihre Rücktritte erklärt, formal haben die nationalen Parteien zugestimmt, nun gut. Wie erinnerlich, wollte der eine sich mit etwas Demokratie Legitimation holen, der andere war bei Sparpaketen nicht fix genug. Aber, wie wird das jetzt weitergehen? Mit einem EU-Zentralstaat, der ganz wackelig wieder ohne Demokratie zusammenkonstruiert wird – sozusagen: nur ja nicht die Betroffenen abstimmen lassen.
Die Finanzmärkte
„Die Finanzmärkte sind so stark geworden, dass wir ihnen hinterherlaufen“, meint der österreichische Bundeskanzler Faymann in der „Kronenzeitung“. Diese Finanzmärkte sind vielleicht ein paar tausend Menschen, die Geld in Fonds herumschieben, sie werden seit der Lehman-Pleite 2008 noch weitaus mehr und mystischer personifiziert als früher. „Die Märkte haben Angst“, „der Markt ist beunruhigt“, „die Märkte empfinden keine Zuversicht“, „schon die Aussicht auf Euro-Bonds (könnte) die hochnervösen Finanzmärkte beruhigen“, heißt es.
Die Aufgabe von 27 nationalen Mitgliedstaaten-Regierungen und der 28. EU-Staatenbund-Regierung ist es nicht, Märkte zu beruhigen, sondern sie zu domestizieren. Können die politischen Akteure das nicht, sollten sie von der Bühne abtreten.





















28 mal voll daneben—
und sie werden noch viele weitere male daneben liegen. sie können es nicht, weil sie
1. viel zu spät reagiert haben
2. die Krise grundsätzlich nicht wahrnehmen wollten
3. dann immer noch nicht das getan haben , was sie hätten tun sollen.
die Option, die sie 2008 noch gehaabt hätten, ist jetzt auch vertan. sie ahben keine Möglichkeiten mehr, ausser einen kompletten Schuldenschnitt- weg mit allen
Schulden und Neustart. Alles andere ist nur noch Hokus Pokus – zeitschinderei um alles hinauszuzögern und dabei noch schlimmer zu machen.aber sie müssen. Niemand wird und kann die jemals bezahlen. In dieser Krise warenDeshalb ist in diesem guten Artikel der beste Satz:
Zitat
“Können die politischen Akteure das nicht, sollten sie von der Bühne abtreten.”.
Sie sollten alle die Kurve kratzen, bevor sie der Mobb jagt.
Egal wie die Schulden beseitigt werden
Stümper und Blinde am Werk, sie können es nicht . Sie haben die Tragödie nicht erkannt. Sie haben bis heute die Tragweite nicht begriffen, es sei denn, sie führen was anderes im Schilde. Möglich ist auch das.
Jedenfalls werden wir jetzt eine Schuldenunion, Transferunion- jeder zahlt für jeden, da weiß hoffentlich jeder denkende Bürger, was er “schnellstens” zu tun hat.
Sehr geehrter Herr Kollmann,
Zu Ihrem Beiutrag:“Aus heutiger Perspektive ist es schon ziemlich dubios, mit welch autoritärer Wucht damals die politischen Eliten ihre Staaten in den EWR, in die EU und schließlich in den Euro drückten. Da gab es viel an propagandistischer Manipulation, an falschen Versprechen und gekonntem Eliminieren abweichender, kritischer Meinungen. So etwas rächt sich später. Autoritäres Verhalten haben sich die politischen Eliten, nicht nur in Europa übrigens, seit der Monarchie und den Faschismen recht gut erhalten.”
Man sollte zweierlei bedenken/ trennen, das politische Monopol der Rating Agenturen der USA und den natürlichen Anspruch der Menschen/ Soldaten die einst für die Freiheit Europas Ihr Leben gelassen haben.
Sicherlich dürfen China(einfach nur unehrenhaft) (mit geklauten Patenten- Kopien), Japan als Mitläufer Deutschlands eines zum Glück verlorenen Krieges und Amerika als als eigentlicher Träger der Verluste an unnötigen Verlusten an Menschenleben, das Ihrer eigenen Söhne und Kinder Ihre berechtigte Forderung aufstellen.
Ich meine die Chance auf Freiheit und Demokratie, dem friedlichen Miteinanderleben haben wir in erster Linie unseren Amerikanischen Freunden zu verdanken. Sicher einige Nazi denkende wünschen sich den “fröhlichen Wachtposten in Sibirien”.
Ich kann nur sagen ich bin unseren Amerikanischen Freunden extrem dankbar und mehr als glücklich das diese uns von der Nazidiktatur befreit haben.
Insofern schließe ich mich meinem Vorredner an, Herrn M. Gatzke ein jedes Menschenleben ist unbezahlbar und unsere Amerikanischen Freunde haben bei der Befreiung Europas leider viel zu viel davon verloren.