EU-Politik ist ein Kunststück. Heinz Fischer

SPD bricht bei Forsa um 3 Punkte ein

Der Höhenflug der SPD scheint gestoppt und eventuell sogar gedreht. Beim SPD-nahen Forsa-Institut brechen die Genossen in nur sieben Tage förmlich ein, fallen von zuletzt 32 auf jetzt 29 Prozent und liegen damit erstmals bei einem der acht Umfrageinstitute wieder unter 30 Prozent. Ist das Schulz-Strohfeuer schon abgebrannt?

Der Anstieg der SPD unter Schulz nur ein Strohfeuer?

Nach der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten Ende Januar erlebte die SPD einen Anstieg in sämtlichen Umfragen, der schon fast etwas Irreales an sich hatte. Die Sozialdemokraten und Schulz schienen an sich selbst geradezu wie berauscht und sie schafften es irgendwie, diese Stimmung zumindest ein wenig auf die Gesamtbevölkerung zu übertragen. Mehr als 10 Prozentpunkte konnten die Genossen innerhalb von nur zwei, drei Wochen zulegen. Unglaublich! Doch dann stagnierte es.

Nicht wenige hatten sich schon gedacht, dass dieser rasante Anstieg eventuell nur ein Strohfeuer sein könnte. Und Strohfeuer brennen bekanntlich nicht sehr lange. Dies könnte sich nun langsam bewahrheiten, denn erstmals seit Schulz die neue Nummer 1 der SPD ist, scheint es massiv nach unten zu gehen.

Das Ganze hatte sich schon bei dem Ergebnis der Landtagswahlen im Saarland Ende März angedeutet, als die SPD nur zu einem enttäuschenden Ergebnis von nicht mal 30 Prozent kam (knapp 29,6 Prozent). Noch schlimmer aber: die SPD lag über 11 Prozent hinter der CDU, die sie eigentlich hatte überholen wollen. Schulz selbst sprach von einem ersten Gegentreffer und einem 0:1-Rückstand. Folgen jetzt bald schon das 0:2 und 0:3? Wenn ja, könnte aus dem Image des neuen Sozi-Heiland ganz schnell ein Verlierer-Image werden mit fatalen Folgen für die ehemalige Arbeiterpartei.

Diese neue Umfrage ist auf jeden Fall ein weiterer kleiner Rückschlag. Innerhalb von nur einer Woche fällt die SPD bei Forsa von 32 auf 29 Prozent und liegt damit erstmals wieder bei einem der acht führenden Meinungsforschungsinstitute unter 30 Prozent.

Union, Linke und AfD können zulegen, FDP verliert

Zwei Punkte zulegen kann dagegen die CDU/CSU, die bei Forsa auf 36 Prozent steigt. Damit läge die SPD jetzt aber schon 7 Punkte hinter der Union. Auch bei den Linken und der AfD geht es nach oben. Beide können sich um einen Punkt verbessern auf 9 bzw. 8 Prozent, während die Grünen weiterhin auf für sie niedrigen 7 Prozent verharren und damit nur auf dem fünften Platz. Die FDP verliert sogar und fällt von 6 auf 5 Prozent zurück. Für die freien Demokraten könnte es also wieder ganz eng werden bei der nächsten Bundestagswahl. Zuletzt verfehlten sie den Einzug knapp mit 4,8 Prozent.

Während für die SPD der Höhenflug beendet und gedreht zu sein scheint, ist es bei der AfD wohl genau umgekehrt. Der Tiefpunkt scheint hier endlich überwunden und es geht wieder nach oben.

Durchschnittswerte der acht führenden Institute

Hier die Spannbreite und die aktuellen Durchschnittswerte der acht führenden Umfrageinstitute (Allensbach, Emnid, Forsa, Forschungsgruppe Wahlen, GMS, Infratest dimap, INSA und Ipsos):

1. CDU/CSU: 32 – 36 %, Durchschnitt: 33,5 %
2. SPD: 29 – 33 %, Durchschnitt: 31,6 %
3. AfD: 7 – 11 %, Durchschnitt: 9,0 %
4. LINKE: 7 – 9 %, Durchschnitt: 8,1 %
5. Grüne: 6,5 – 8 %, Durchschnitt: 7,4 %
6. FDP: 5 – 6,5 %, Durchschnitt: 5,9 %
7. Sonstige: 4 – 6 %, Durchschnitt: 4,6 %

Gewinne und Verluste seit der letzten Bundestagswahl

1. SPD: + 5,9 %
2. AfD: + 4,3 %
3. FDP: + 1,1 %
4. LINKE: – 0,5 %
5. Grüne: – 1,0 %
6. Sonstige: – 1,6 %
7. CDU/CSU: – 8,0 %

In der Kanzlerpräferenz fällt Schulz noch weiter zurück

Aber nicht nur die SPD muss federn lassen und fällt in der Forsa-Umfrage deutlich hinter die Union zurück, hat jetzt 7 Punkte Rückstand. Noch stärker verliert ihr Spitzenkandidat immer mehr an Wählerkredit. Lag Schulz vor ein, zwei Monaten noch gleichauf mit Merkel, so ist er inzwischen bereits 10 Punkte hinter diese zurückgefallen. Nicht einmal mehr jeder Dritte, nämlich nur noch 31 Prozent, wollen laut Forsa Schulz als Kanzler haben.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Christian Lindner, Henryk Broder, Vera Lengsfeld.

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