Von den meisten Menschen wird Gott als eine Art Kundendienst betrachtet. Ilona Bodden

„Dieses Land wurde mit Prinzipien geschmiedet“

Gibt es einen Unterschied zwischen Kneipengesprächen und Philosophie? Und was kann Abraham Lincoln uns über sozialen Zusammenhalt lehren? Martin Eiermann sprach mit dem Philosophen Joshua Cohen über amerikanische Politik und Moral.

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The European: Sie sind Moral- und Politikphilosoph. Was bedeutet Gerechtigkeit für Sie?
Cohen: Ich gebe Ihnen zwei Antworten. Erstens glaube ich, dass Moralphilosophie und politische Philosophie zwei verschiedene Dinge sind. Moralphilosophie fragt, wie wir unser individuelles Leben gestalten sollten. Politische Philosophie beschäftigt sich mit Fragen unseres Zusammenlebens innerhalb einer Gemeinschaft. Das sind zwei unterschiedliche Herangehensweisen – vor allem in einer pluralistischen Gesellschaft, in der die Menschen sehr unterschiedliche Lebensphilosophien haben. Ich sehe mich primär als politischen Philosophen. Zweitens: Eine gerechte Gesellschaft kann verstanden werden als eine Gesellschaft, in der jeder Mensch das hat, was ihm oder ihr zusteht. Die große Frage ist natürlich, was genau das bedeuten soll. Unterschiedliche philosophische Traditionen geben uns verschiedene Antworten auf diese Frage. Persönlich glaube ich an die Gleichheit der Menschen. Gerechtigkeit verlangt von uns, dass wir die Bedingungen schaffen, unter denen Menschen gleich behandelt werden können.

The European: Das bedeutet …?
Cohen: In einer demokratischen Gesellschaft haben wir die gleichen Rechte und Pflichten, wir treffen gemeinsame Entscheidungen. Das setzt voraus, dass wir auch die gleichen Chancen im Leben haben müssen. Unser Schicksal darf nicht schon durch die Geburt festgelegt sein. Und es setzt auch voraus, dass wir alle einen anteiligen Zugang zu den Ressourcen haben, die uns ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

„Politik ist mehr als das Streben nach Macht aus Eigeninteresse“

The European: Wenn Sie von „den Menschen“ reden, wen meinen Sie? Haben wir Verpflichtungen gegenüber unseren Freunden, gegenüber dem Staat, oder gegenüber allen Menschen?
Cohen: Gerechtigkeit ist kein Eigentum des Nationalstaates. Wir können auf jeden Fall verlangen, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Was heißt das? Na ja, das wiederum kommt darauf an, in welcher Beziehung wir zu ihnen stehen. Meine Beziehung zu anderen Amerikanern unterscheidet sich von meiner Beziehung zu Menschen in Kenia, wo ich momentan an einem Projekt arbeite.

The European: Wie vermitteln wir, wenn unterschiedliche Menschen unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit haben? Ist das die Aufgabe der Philosophie, oder gelten letztendlich die Normen des Rechtsstaats?
Cohen: Solche Diskussionen sind Teil des täglichen Lebens. Ich bin überzeugt, dass wir Menschen intuitiv eine Meinung dazu haben, was wir anderen schulden und was uns geschuldet wird. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Meinungen und Teil des politischen Alltags ist es, sich über diese Differenzen zu streiten. Politik ist mehr als das Streben nach Macht aus Eigeninteresse. Jeder von uns versucht, das eigene Gerechtigkeitsbild durchzusetzen. Politische Philosophie ist der Überbau dieser Intuitionen. Sie folgt den gleichen Regeln wie jede Unterhaltung in der Kneipe, nur dass wir vielleicht etwas reflektierter nachdenken. Sie ist getrieben von der Hoffnung, dass wir unsere Meinungsverschiedenheiten verringern können, wenn wir rational miteinander reden.

The European: Die Philosophie braucht den Alltag als Referenz?
Cohen: Genau. Politische Philosophie funktioniert aus der Sichtweise des Beteiligten, nicht aus der Sichtweise eines neutralen Beobachters. Unsere Theorien fußen auf Gedanken, die bereits in der Welt vorhanden sind. Als Philosophen haben wir die Aufgabe, diese Gedanken aufzugreifen und mehr über politische und soziale Kooperation zu reflektieren.

The European: Fast alle westlichen Demokratien haben mit sinkender Wahlbeteiligung zu kämpfen. Viele Menschen sind politikverdrossen.
Cohen: Die Sorge um politische Beteiligung zieht sich wie ein roter Faden durch Protestbewegungen auf der ganzen Welt. Nehmen Sie beispielsweise die spanischen „Indignados“: Im Kern geht es denen um partizipative Politik. Sie konstruieren eine alternative Welt, in der Menschen sich mit der eigenen Meinung am politischen Diskurs beteiligen und nicht als Vertreter von Parteien oder Lobby-Gruppen. Innerhalb der Occupy-Bewegung sieht es ähnlich aus, auch wenn hier die Frage nach Teilhabe eng verbunden ist mit wirtschaftlichen Fragen. Zu Recht wird kritisiert, dass die Ungleichheit in den USA in den letzten fünfzig Jahren absolut unanständige Ausmaße erreicht hat.

The European: Wenn es Ihr Ziel ist, jedem Menschen das Seine zu geben, muss Ungleichheit nicht unbedingt stören. Wer mehr arbeitet, bekommt auch mehr. Wer besser ist als andere, hat Anspruch auf ein größeres Stück des Kuchens.
Cohen: Ich halte wachsende Ungleichheit aus vier Gründen für bedenklich. Erstens ist die Verteilung manchmal einfach unfair. In den USA kann niemand bestreiten, dass eine kleine Gruppe enorm von den Anstrengungen aller profitiert hat, während viele Menschen oftmals außen vor bleiben. Der soziale Frieden wird gestört. Das ist keine Notwendigkeit, sondern die Konsequenz ganz konkreter politischer Entscheidungen. Wenn wir ein anderes Steuersystem hätten, gäbe es diese Ungleichheit nicht. Zweitens ist es schwer, bei so viel Ungleichheit eine Chancengleichheit sicherzustellen. Manche Menschen haben ohne eigenes Zutun viel bessere Möglichkeiten im Leben als andere. Drittens untergräbt die soziale Spaltung die Möglichkeit jedes Einzelnen, sich am politischen Prozess zu beteiligen. Und viertens ist es in einer Demokratie wichtig, dass wir irgendwo das Gefühl haben, Teil eines gemeinsamen Projektes zu sein. Doch die Realität ist, dass die oberen Zehntausend ein sehr anderes Leben führen als der Rest von uns. Es gibt Menschen, die sich nie Sorgen machen müssen um den Verlust des Hauses, Privatinsolvenz, Gesundheitsvorsorge oder Bildung. Diese Unterschiede machen es schwer, einen sozialen Zusammenhalt zu erreichen. Unser Schicksal wird – im übertragenen Sinn – nicht mehr von Gottes Gnaden bestimmt, sondern von unserer Position innerhalb der Gesellschaft.

The European: Wenn wir über die pluralistische Gesellschaft reden, kommt oftmals der Toleranzgedanke zur Sprache: Wir müssen andere Lebensweisen und Werte akzeptieren, auch wenn wir nicht mit ihnen übereinstimmen. Ist das ausreichend? Oder ist Toleranz nur ein nettes Wort für die Bildung von Parallelgesellschaften?
Cohen: In seiner „Gettysburg Address“ hat Abraham Lincoln einen Gedanken formuliert, den ich sehr ansprechend finde. Er argumentiert, dass die USA aus einer Idee geboren wurden und einem Vorhaben verpflichtet sind. Die Idee war die Freiheit, das Vorhaben war die Gleichheit aller Menschen. Dieses Land wurde nicht auf dem Schlachtfeld oder in den Wäldern geschmiedet, sondern mit abstrakten, philosophischen Prinzipien. Lincoln hat die wichtige Frage gestellt, ob eine Idee und ein Vorhaben ein Land dauerhaft zusammenhalten können. Wenn ich jetzt sage, dass ich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit für wichtig halte, dann meine ich damit, dass es die Verantwortung jedes Einzelnen ist, für die Idee und das Vorhaben einzutreten. Toleranz ist wichtig – aber dieses Projekt geht über bloße Toleranz hinaus. Wir können uns zu gemeinsamen Prinzipien bekennen, selbst wenn wir in vielerlei Hinsicht unterschiedliche Meinungen vertreten. Ob das langfristig ausreicht, kann ich nicht sagen. Lincolns Frage ist weiterhin unbeantwortet.

„Die Welt ist nicht immun gegen Verbesserungen“

The European: Es ist einfach, in jammernden Fatalismus zu verfallen. Wie passt die aktuelle Protestwelle zusammen mit der Tatsache, dass unser Lebensstandard immer weiter steigt, oder dass menschenverursachte Gewalt seit Jahrhunderten beständig am Abnehmen ist?
Cohen: Martin Luther King hat immer einen Satz von Theodore Parker zitiert, der als Priester gegen die Sklaverei gekämpft hat: „The arc of the moral universe is long, but it bends towards justice.“ Das sehe ich ähnlich. In den USA gibt es weiterhin viele Probleme, Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert, soziale Randgruppen werden marginalisiert. Viel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert – daher wäre Fatalismus fehl am Platze. Aber die Straße ist weiterhin steinig und schwer. Wir können nicht einfach annehmen, dass der Fortschritt weitergehen wird. King hatte das gut erkannt, er sprach oftmals kritisch vom „Mythos der Zeit“. Mythos der Zeit, das meint die optimistische Annahme, dass die Dinge sich automatisch verbessern werden, dass Fortschritt unausweichlich ist.

The European: Sie sind also kein Optimist?
Cohen: Gramsci hat immer betont, dass es einen Unterschied zwischen Optimismus und Hoffnung gäbe. Er schrieb: „Sei ein Pessimist des Kopfes und ein Optimist des Herzens.“ Ich bin also hoffnungsvoll – ein Optimist des Herzens, nicht des Kopfes. Was meine ich damit? Wenn wir entschlossen an Verbesserungen arbeiten, ist es nicht unrealistisch, Fortschritt zu erwarten. Wenn ich mir langfristige historische Entwicklungen ansehe, dann sehe ich keinen Grund dafür, mich voller Optimismus zurückzulehnen. Stattdessen sehe ich eine Basis für meine Hoffnung: Unsere Arbeit ist nicht zum Scheitern verdammt! Wir rammen unseren Kopf nicht gegen die Wand, die Welt ist nicht immun gegen Verbesserungen.

The European: Es ist interessant, dass Sie genau dieses Zitat von Martin Luther King gewählt haben. Obama hat es im Wahlkampf 2008 oft wiederholt. Was ist aus der Hoffnung von damals geworden?
Cohen: Viele Menschen haben gehofft, dass sich mit der Wahl Obamas alle Probleme lösen würden. Aber wenn man ihn beispielsweise mit Franklin D. Roosevelt vergleicht, ist Obama heute in einer ungleich schwierigeren Position. In den 30er-Jahren gab es starke Gewerkschaften und eine starke Linke. Roosevelt konnte sich also immer an seine konservativen Gegner wenden und sagen: „Ihr wisst gar nicht, was hier noch auf euch zukommt. Macht besser einen Deal mit mir.“ Das ist heute komplett anders. Bis zum Aufkommen der Occupy-Bewegung gab es doch gar keine organisierte Linke in den USA. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Das parteiübergreifende Haushaltskomitee des US-Kongresses ist gescheitert. Warum? Zum ersten Mal seit der Wahl Obamas sind die Demokraten nicht beim ersten Windhauch eingeknickt. Die Occupy-Bewegung macht denen ordentlich Dampf unter dem Hintern. Ungleichheit ist plötzlich wieder Teil des politischen Diskurses – und das hat die Strategie der Demokraten verändert. Sie wissen, dass sie nicht einfach mehr nachgeben können.

The European: Politische Kreativität kam in den vergangenen Jahren also vor allem von rechts der Mitte?
Cohen: Ja. Die Konservativen sind extrem innovativ gewesen, auch schon vor der Wahl Obamas. Bei den Linken ist die Politik seit den 60er-Jahren immer institutioneller geworden. Die Strategie war ausgerichtet auf langsamen Fortschritt und Kompromisse. Mit dem Zusammenbrechen der US-Arbeiterbewegung ist das immer schwieriger geworden. Und der Preis war, dass die Linke sich in eine unglückliche Zwangsehe mit den Demokraten begeben hat. Weil das die einzige Option war, hat niemand sie ernst genommen.

The European: Ein Ausverkauf an das Zwei-Parteien-System?
Cohen: Das ist etwas zu scharf formuliert. Trotz der Unzufriedenheit mit Obama werden die meisten Linken ihn wieder wählen. Aus gutem Grund: Wer sollte Ihrer Meinung nach die nächsten Richter des US-Bundesgerichtshofes ernennen? Obama oder Romney? Entscheidungen wie der „Citizens United“-Fall zur Wahlkampffinanzierung oder die anstehende Verhandlung zur gesetzlichen Gesundheitsvorsorge zeigen, welche Bedeutung solche richterlichen Ernennungen haben können. Wollen wir wirklich das Risiko eingehen, dass Romney seine Wunschkandidaten nominiert? Das ist kein Ausverkauf, sondern eine strategische Entscheidung. Leider hat sie dazu geführt, dass der Linken die Hände gebunden sind.

The European: Lassen Sie uns ein wenig über Ihre Arbeit sprechen. Seit zwanzig Jahren sind Sie Chefredakteur der Politikzeitschrift „Boston Review“. Dort findet sich alles von Poesie und Prosa bis hin zu wissenschaftlichen Aufsätzen und investigativem Journalismus. Warum der wilde Mix?
Cohen: Wir versuchen, das Modell des rationalen, demokratischen Diskurses nachzubilden. Wir können unterschiedliche Meinungen vertreten, aber wir sollten alle bereit sein, uns von guten Argumenten überzeugen zu lassen. Dafür wollen wir ein Forum schaffen. Aber Politik ist nicht nur rational, weil nämlich auch das Leben nicht rein rational ist. Die Kreativität unserer Vorstellungskraft und die Blüte der Literatur sind wichtig für uns und für die Politik. Das setzt allerdings voraus, dass Literatur sich nicht nach einer politischen Ideologie zu richten hat. Die Gedanken müssen frei sein.

The European: Wenn es Ihnen um den politischen Diskurs geht, warum setzen Sie dann auf eine Publikation von und für Experten? Warum nicht ein Massenmedium nehmen und versuchen, es besser und politischer zu gestalten?
Cohen: Der Einfluss des Philosophen John Rawls in den vergangenen vierzig Jahren war enorm. Aber Rawls hat nie für Massenmedien geschrieben, anders als zum Beispiel Jürgen Habermas, der sich sehr aktiv in politische Debatten einschaltet. Wie hat Rawls das geschafft? Nun, es gibt Vermittler zwischen der Welt der Wissenschaft und der Welt des öffentlichen Lebens. Wir wollen ein solcher Vermittler sein. Unser Ziel ist, die engen Grenzen der Universität zu sprengen und den Ideen Raum zur Entfaltung zu geben. Wir sind ein klassisches Beispiel für Arbeitsteilung: Wir machen unser Ding und hoffen dann, dass jemand anderes das Magazin interessant findet und die Ideen weiterträgt. Wir sind ein Lückenfüller.

„Technik mit einem Mix aus Entschlossenheit und Skepsis“

The European: Lassen Sie uns über Innovation sprechen. Sie sitzen im Mekka der Innovativen – welche Rolle spielt in der Politik die Fähigkeit, um die Ecke denken zu können?
Cohen: Ich lebe in San Francisco, ich lehre in Stanford, direkt beim Silicon Valley. Jeden Tag bin ich umgeben von Technik-Utopisten und Technik-Enthusiasten. Diese Energie ist gut, aber sie fördert auch eine unvorteilhafte Entwicklung: Das größte Lob im Silicon Valley ist, wenn etwas „cool“ ist. Na gut. Ich bin eher an coolen Ideen interessiert, die effektiv sind und das Leben der Menschen verbessern können. Seit einiger Zeit bin ich daher in das „Liberation Technologies“-Programm hier in Stanford involviert und unterrichte nebenbei an der Design-Fakultät. Ich beschäftige mich mit der Frage, ob wir mobile Technologien nutzen können, um menschliche Bedürfnisse zu befriedigen und die Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Wir haben einige Projekte in Nairobi am laufen und versuchen, die Technik-Enthusiasten etwas auf den Boden zurückzuholen. Es gibt viele coole Ideen – aber wie viele davon sind gute Ideen? Welche Ideen helfen uns dabei, an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten?

The European: Und bei solchen Fragen geht es um Praxis, nicht um Philosophie?
Cohen: Wir wollen sicherstellen, dass unsere technologischen Ansätze auch wirklich im Alltagsleben funktionieren, daher gehen wir alles aus einer Design-Perspektive heraus an. Wir nehmen Ideen mit Potenzial und versuchen, sie zu realisieren. Damit sind wir übrigens wieder bei der Idee der Hoffnung: Ich setze viel Hoffnung in dieses Projekt. Immer mehr Menschen benutzen Handys, und auch Smartphones sind immer weiter verbreitet. Das schafft enorme Chancen. Aber von selbst passiert natürlich nichts. Neue Technologien können dem Fortschritt dienen oder desaströse Konsequenzen haben. Ich bin also hoffnungsvoll, nicht optimistisch. Das technologische Potenzial befreit uns nicht von der Aufgabe, entschlossen anzupacken.

The European: Glauben Sie, dass das Vertrauen in die Technik langfristig problematisch sein kann? Nicht, weil die Technik nicht ausgereift wäre, sondern weil wir Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen leichter auslagern können.
Cohen: Die Vorstellung des technologischen Determinismus kann gefährlich werden. Ich halte sehr viel von der Arbeit meines Kollegen Evgeny Morozov, der utopische Interpretationen des technologischen Fortschritts zu Recht kritisiert. Es ist schließlich so einfach, sich zurückzulehnen und zu denken, dass Mobiltelefone oder Twitter immer zugunsten von unterdrückten Gruppen arbeiten und die Macht autoritärer Regime brechen. Das ist totaler Schwachsinn. Aber warum glauben wir trotzdem daran? Weil Technik eine enorme Faszination auf uns ausübt und uns in ihren Bann zieht. Etwas mehr Kritikbereitschaft wäre also angebracht. Das heißt nicht, dass wir jetzt plötzlich zu Technikfeinden werden sollen. Aber wir sind weiterhin für unsere Umwelt verantwortlich. Wenn wir uns also der Welt zuwenden, dann bitte mit einem gesunden Mix aus Entschlossenheit und Skepsis.

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