Wir waren schon etwas betrunken, als mich ein deutscher Investor auf einer Party fragte, wie viele deutsche Internetkonzepte ich kennen würde, die innovativ und originär deutsch seien. Gemeinsam kamen wir auf eines, Liveshopping – selbst mit Schwips etwas dürftig. Ist “Made in Germany” nicht mehr en vogue? Sind wir vom Land der Dichter und Denker ins Dorf der Kopisten umgezogen?
Doch zunächst: Was wollen wir unter diesem sprachlichen Chamäleon “Innovation” verstehen? Obwohl ich nie ein großer Kirchgänger war, möchte ich mit einem Gleichnis antworten, das ich einmal auf einer Beerdigung hörte (Matthäus 25, 14–30).
Drei Männer und ihre “Talente”
Jesus erzählt darin von drei Männern, die jeder Geldstücke anvertraut bekommen. Er spricht hierfür von “Talenten” (griech. Talanton), und während der erste Mann fünf Talente erhielt, waren es bei den anderen beiden zwei und eines. Zum Ende der Geschichte kehrt der Herr der Männer zurück – gespannt, was jeder der drei aus seinen Talenten gemacht hat. Mit vielen Talenten war es leicht, diese zu vermehren, sodass die ersten beiden Männer ihre Talente verdoppelten. Der mit nur einem Talent ausgestattete Mann vergrub es, um dem Herren wenigstens seinen “Einsatz” geben zu können – er war der Einzige, der hart bestraft wurde.
Übertragen wir die Männer und ihre Talente auf unsere Nation: Was braucht es, um unternehmerisch innovativ zu sein? Neben dem Handwerklichen wie Strategie, Technik und Exekution vor allem eines: Mut. Mut zur Veränderung, zum Risiko und zum Konventionsbruch. Innovation ist in dieser Lesart kein Erfindertum, sondern der Wille zum Neudenken, was ich als wesentliches “Talent” des Unternehmers betrachte – egal ob in der Webwirtschaft oder woanders.
Der Mann, der sein Talent vergrub, wurde vom Herrn nicht für seine Vorsicht bestraft, sondern für seine Resignation und Mutlosigkeit, sich zu verändern und seine Möglichkeiten auszuschöpfen. Genau darin sehe ich einen Großteil der Antwort auf die Frage nach deutscher Innovation (egal ob im Internet oder anderswo) und die Aufgabe der Politik: die Schaffung eines innovationsfreundlichen Klimas.
Zu einem innovationsfreundlichen Klima zählt für mich nicht unbedingt die wirtschaftliche Förderung – wir ersaufen in Fördermitteln, die keinen Abnehmer finden – und es mangelt auch nicht an Ideen, sondern es fehlt an einer kulturellen Lesart, die Unternehmertum wertschätzt. Nicht nur Jesus, auch andere große Denker wie Theodor Fontane, George Bernard Shaw, Demokrit oder John Wayne betonten den Wert des Mutes.
Bürokratie erstickt die Vernetzung
Innovation bedeutet, herauszufinden, wer wir sind und wer wir sein können. Und hier denkt Deutschland nicht vernetzt genug. Im Gegenteil, virtuelle Vernetzung wie Google sie praktiziert wird mit dem Datenschutzhammer erschlagen und reale Vernetzung durch Bürokratie erstickt. Die Unternehmerfigur wird aus Angst vor Veränderung kaserniert. Wie kann da ein euphorischer Innovationsbegriff wachsen?
Es ist an der Politik, unserem Volk wieder Optimismus beizubringen, auf dass es Ideen teilt, nicht versteckt, schöpferisches Scheitern honoriert, nicht verurteilt. Eine Lehre des 21. Jahrhunderts darf lauten, dass Innovation heute weniger technische Errungenschaft, sondern Umdenken ist. Der Nährboden unserer Innovationskultur sollte zur Pflanzung mutiger Denkmuster genutzt werden und nicht, um den Kopf hineinzustecken. Dennoch: Innovation fängt bei jedem Einzelnen an und bei der Frage, wie jeder seine Gaben einsetzt, sonst bleibt am Ende womöglich nur ein lebendig begrabenes Talent.























Dem Gedankengang ist zuzustimmen, das Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium passt zum Osterwochenende. In Deutschland fehlt ein Klima, das Menschen dazu animiert, ihre Talente in den Ring zu werfen und auch wieder aufzustehen, wenn es mal nicht geklappt hat.
Einzig mit dem vorletzten Absatz habe ich Schwierigkeiten, die gleich mit dem ersten Satz anfangen: Bedeutet Innovation wirklich “herauszufinden, wer wir sind und wer wir sein können”? Spontan fallen mir plausiblere Explikationen ein.
So viel ist an der zitierten Wendung immerhin zutreffend: Innovativität setzt utopisches Potential voraus. Immer wieder muss der Innovator das scheinbar Unmögliche, aber auch das Nicht-Aktzeptierte, für unmöglich oder gefährlich Gehaltene denken und sich in diesem Denken auch selbst neu Erfinden. Auch diesem Gedanken ist bei näherem Hinsehen also zuzustimmen.
Doch in welchem Zusammenhang steht er mit dem, was im vorletzten Absatz darauf folgt? Was hat die gerade in eigenen Worten noch einmal ausbuchstabierte Tatsache mit (virtueller oder tatsächlicher) Vernetzung zu tun? Klar, Kreativität braucht Anregung und Austausch. Ist das gemeint?
Aber es geht noch weiter: Inwiefern, durch welche Maßnahmen und vom wem werden in Deutschland Unternehmer aus Angst vor Veränderung kaserniert? Ich stehe auf dem Schlauch, von dem man mir bitte herunterhelfe! (Das kann gut an der Kürze liegen und ein reines Verständnisproblem sein.)
Ein Letztes: Ich bin mir nicht sicher, ob wir einen “euphorischen Innovationsbegriff” brauchen. Ein positiver, freudiger, furchtloser oder unterschrockener tut es in meinen Augen auch, da die Wellen der Euphorie schon manchen überrollt haben. Und über´s Ziel hinaus schießen wollen wir schließlich auch nicht.
Also bei dieser Überschrift…egal ob Ostern oder nicht…aber jetzt Jesus mit Innovation zu vergleichen in der heutigen Zeit bei den derzeitigen Schlagzeilen “seiner Kirche”…da lese ich keine einzige Zeile weiter.
Sorry…und viel Spaß beim Eier suchen!
Warum uns also die Kirche derart abschreckt, dass man nicht mal weiterlesen kann… Interessant, wo wir ihr doch den heutigen Feiertag zu verdanken haben und sie so ein Teil unserer Kultur ist. Wegsehen nicht Hinsehenn (?) das nenn ich Angst! Angst welche uns auch sonst unmündig und unternehmungsunlustig macht. Angst die also in uns selbst liegt.
Arbeitsloser Richter, im HörTrichter
Ich lass mich nicht verführen
Denn ich will Sie überfühen
Ich las mich von Ihnen nicht meine Sicht trüben
Und schon gar nicht meine Ehre berühren
Bleiben sie schön drüben
Sie sind wie die Zuckerrüben
(beta vulgaris, is vulgär 2. Klasse)
So süß sie auch sein mögen
Ich lass mich von ihren Gejammer nicht rühren
Sie wollen mich nur betrügen
Und über alle Berge türmen
unsere sPRache ist Rache
Rache ist süß,
Und ich bin ein richtiges Leckerbissen
Hab ein ganze Leck zerrissen
Denn ich bin verbissen
Mit meinen Wissen
Hab ich ein gutes Gewissen
Denn die US-army ist beschießen
Die US MI 111th, 441th, 525th, 634th, 748th, sollen sie anfangen zu schließen
Hört endlich auf zu niesen
Der Cold war ist vergriffen
Ihr habt gedacht, ihr seit gerissen
Doch in wirklichkeit, könnt ihr heute nicht mal grinsen
N.omen N.escio Teak
Er ist ein verkanntes Genie
Denn er geht auf die Kanten
zwischen Leben und Tod.
“Sie sind aus einem anderen Holz geschnitzt”
Das Problem besteht nich darin, daß ich aus einem anderen Holz bin, sondern daran,
daß sie geschnitzt worden sind und ich nicht.
Ich kenne soger ihren Kunsttischler, der ihr Hirn angekritzelt hat.
Das klingt alles nicht falsch, jedoch vermisse ich eine etwas deutlichere Erklärung, was nun verändert werden solle. Es heißt dann:
“.. virtuelle Vernetzung wie Google sie praktiziert wird mit dem Datenschutzhammer erschlagen und reale Vernetzung durch Bürokratie erstickt.”
Welche Auswirkung von Datenschutz soll nun genau die Innovationskraft dieses Landes begrenzen?
Welche reale (vermutlich nicht-Internet) “Vernetzung” werde durch Bürokratie genau erstickt?