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Lange genug gewartet!

Deutschland hat Nachholbedarf! Wie werden Unternehmen zum Industrieunternehmen 4.0? Auf dem Weg dorthin gilt es mindestens acht Themenfelder anzugehen.

Das Thema Industrie 4.0 ist spätestens seit der Hannover Messe (wieder) in aller Munde. Im Mittelpunkt der Diskussion steht derzeit häufig und zu Recht Deutschlands Wettlauf um nichts Geringeres als seine Stellung unter den führenden Wirtschaftsnationen. Die härteste Konkurrenz kommt aus den USA aber auch aus China. Das Rennen ist noch nicht entschieden, aber eines ist klar: Deutschland hat Nachholbedarf!

In der politischen Diskussion geht es vorwiegend um zwei Kernthemen: Zum einen um die Infrastruktur, denn der Ausbau des Breitbands ist die absolute Minimalbedingung für eine erfolgreiche Digitalisierung und die Vernetzung von „Cyber Physical Products“. Zum anderen geht es um Standards. Hier sind die USA bereits einen Schritt weiter: Im Industrial Internet Consortium (IIC) haben sich Unternehmen (auch deutsche) 2014 zusammengeschlossen, um gemeinsame Standards zu erarbeiten. In Deutschland hingegen wird derzeit noch darum gerangelt, wer Standards setzt – Politik, Unternehmen oder beide zusammen?

Während die Politik noch debattiert, haben einige Unternehmen schon begonnen, ihre Geschäftsprozesse zu transformieren und neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wer bis jetzt die Notwendigkeit noch nicht erkannt hat, könnte schon zu spät dran sein oder hinterherlaufen, denn die Innovationsgeschwindigkeit steigt und zwar kontinuierlich. Die Vorreiter in Deutschland sind derzeit meist noch Großkonzerne, die eher Teilbereiche, wie zum Beispiel ihren Kundenservice oder die Produktion, digitalisieren. Es fehlt den deutschen Unternehmen oft an Orientierung und einer übergreifenden Strategie, wie sie digitale Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit einsetzen können.

Was also tun? Wie werden Unternehmen zum Industrieunternehmen 4.0? Auf dem Weg dorthin gilt es mindestens acht Themenfelder anzugehen:

  • Zunächst müssen Unternehmen das mittel- und langfristige Geschäftspotenzial, welches sich durch digitale Technologien in ihrer Wertschöpfung ergibt, erkennen und bewerten.
  • Eine darauf basierende, ganzheitliche digitale Strategie beruht im Industrie-4.0-Zeitalter auch auf Kooperationen, um ein digitales Ökosystem aufzubauen.
  • Damit das neue Geschäftsmodell funktioniert, benötigt man Know-how und digitale Kompetenzen. Diese sind im Unternehmen entweder bereits vorhanden und werden zusammengezogen, oder müssen gezielt aufgebaut werden.
  • Digital braucht Führung. Es reicht allerdings nicht aus, lediglich eine digitale Unternehmenskultur einzuführen, sie sollte von Führungspersonen auch vorgelebt werden.
  • Nicht nur zu Beginn der Transformation, sondern auch im laufenden Betrieb müssen neueste Normen und Standards kontinuierlich in den Entwicklungsprozess integriert werden. Dazu ist es sinnvoll, einen strukturierten Screening-Prozess zu etablieren.
  • Ohne eine digitale Infrastruktur geht nichts. Sie sollte leistungsfähig, sicher und skalierbar sein und muss gegebenenfalls erst noch aufgebaut werden.
  • Es ist wichtig, die Sicherheitsaspekte abzuklären. Welche Vorkehrungen sind zu treffen, um einen sicheren digitalen „Datenraum“ zu schaffen, in dem Intellectual Property, Daten von Partnern und Kunden im Geschäftsmodell 4.0 vor Missbrauch durch Spionage und Hackerangriffe geschützt sind.
  • Auf keinen Fall dürfen die rechtlichen Rahmenbedingungen vernachlässigt werden, die sich aus dem Umgang mit neuen Technologien ergeben, sei es bei Arbeits- oder Datenschutzfragestellungen.

Wer diese Herausforderungen annimmt, befindet sich bereits auf seinem Weg zum Industrieunternehmen 4.0. Welche Aspekte sind Ihrer Meinung nach für Unternehmen wichtig? Ich freue mich auf Ihre Meinung.

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