Der Raubtierkapitalismus muss gefüttert werden. Jean Ziegler

Merkels letzter Mann

Um eine zutreffende Analyse des Charakters und der Glaubwürdigkeit eines der mächtigsten Politiker der Republik (so Robin Alexander in „Die Getriebenen“ über Peter Altmaier) zu erstellen, genügt es manchmal, ihn einfach nur zu zitieren. Und das, was er wirlich gesagt hat, gegenüber den Lesern wirken zu lassen.

In den „tagesthemen“ vom 08.02.2017 begeht Peter Altmaier für seine Kanzlerin einen beispiellosen Akt der Aufgabe letzter Reste menschlicher Aufrichtigkeit:

Meine wenigen Worte zu dieser Einlassung bei Facebook lauten:

_ „Wird er der letzte Mann sein, der sich dazu erniedrigen lässt, für den historischen Fehler Merkel die Öffentlichkeit zu belügen?“_

Berechtigte Frage, oder? Einmal im Prozess der bedingungslosen Aufgabe von Wahrheit, Anstand und Redlichkeit begriffen, legt der ideologische Duzfreund von Kathrin Göring-Eckardt nach:

“Ich bin mir sicher, dass wir auf dem kommenden CDU-Parteitag eine breite Mehrheit für diese Koalition bekommen werden, weil die große Mehrheit in der Partei weiß: Die Bevölkerung wünscht sich Angela Merkel weiterhin als Bundeskanzlerin”.

Niemand hat Servilität, Selbstentleibung und dummdreiste Lüge so perfekt und unappetitlich zu kombinieren verstanden, wie Merkels zukünftiger Wirtschaftsminister. Mein Facebook-Freund Martin Päutz hat Altmaier wie folgt charakterisiert:

„Ich nenne ihn nur noch ‚Comical Alti‘. Er labert die gleichen inhaltslosen Endsiegparolen wie Comical Ali, der letzte Pressesprecher von Saddam Hussein. Bei seinem letzten TV-Interview damals faselte der wie immer davon, die Ungläubigen würde gerade vor den Toren Bagdads vernichtet, als im Hintergrund auf der anderen Flussseite die US-Panzer bereits von ihm unbemerkt während der Live-Schaltung durchs Bild fuhren. Eine göttliche Szene, lange bevor es Standup-Comedy bei uns gab.“

Jetzt können wir Altmaier endlich auch in seiner historischen Relevanz richtig einorden.

Quelle: Joachim Nikolaus Steinhöfel

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Adorján F. Kovács, Gregor Gysi, Katja Kipping.

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