Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft. Gerhard Schröder

Das Gummi-Spektakel

Squash ist spektakulär und hat weltweit Fans. Der Sport hat es verdient, olympisch zu werden, besonders für Ägypten und Malaysia.

Ich hatte das Glück, eine erfolgreiche Squash-Karriere zu erleben. Ich habe Titel bei Weltmeisterschaften und anderen Turnieren gewonnen – aber keine olympische Goldmedaille.

Ich werde oft nach dem Warum gefragt. Die Leute denken, ich hätte versagt, weil sie glauben, dass Squash bereits olympisch ist. Das ist verständlich, denn andere Racketsportarten wie Tennis, Badminton und Tischtennis sind es. Aber Squash eben nicht. Erst seit der Entwicklung von komplett durchsichtigen Courts in den 1980er-Jahren ist es überhaupt vorstellbar, dass Squash Teil der weltweit größten Sportveranstaltung werden könnte. In den vergangenen Jahren ist die Aufnahme ins olympische Programm allerdings wieder schwieriger geworden.

Die Events sind spektakulärer geworden

Wir wollen 2020 dabei sein. Was lässt mich glauben, dass wir diesmal wirklich eine gute Chance haben? 7er-Rugby und Golf haben uns für die Spiele 2016 in Rio besiegt, aber es haben sich einige Dinge geändert. Die Entscheidung fällt im September 2013 in Buenos Aires. Aber Squash hat aus seinen zwei bisherigen Bewerbungen gelernt. Wir wissen jetzt, was es für eine gute Bewerbung braucht.

Die wichtigsten Veränderungen sind sicherlich die größere Medienpräsenz und die bessere Präsentation. Den professionellen Wettkampfserien ist es zum Beispiel zu verdanken, dass alle Veranstaltung inzwischen von einem mitreisenden Team gefilmt werden. Die bessere Qualität unserer ausgestrahlten Sendungen hat dazu beigetragen, den Sport auf ein höheres Level zu heben. Das ist entscheidend für die Bewerbung. Die Events sind spektakulärer geworden, was gut ist für die Zuschauer. Zu meiner Zeit gab es nicht so viele Top-Events wie heute und sie waren auch nicht so gut inszeniert. Ich bin sicher, dass Squash sehr gut ankommen würde bei den olympischen Zuschauern.

Unsere Athleten gehören zu den fittesten in der Welt. Squash wurde kürzlich vom „Forbes Magazine“ zum gesündesten Sport der Welt gewählt. Es geht bei dem Sport allerdings nicht nur um Fitness; Strategie und Taktik sind ebenso vonnöten. Deshalb wird unser Sport auch körperliches Schach genannt.

Wir haben eine Chance verdient

Es gibt noch weitere gute Gründe, warum Squash für einen Platz bei Olympia in Betracht gezogen werden sollte. Es wird von 20 Millionen Männern und Frauen in 185 Ländern gespielt. Weltmeister kommen aus allen fünf Kontinentalregionen. Squash ist zudem auch in Ländern beliebt, die für gewöhnlich nicht zu den dominierenden bei den Olympischen Spielen gehören, wie zum Beispiel Ägypten oder Malaysia. Wäre Squash olympisch, hätte Malaysia gute Chancen, seine erste olympische Goldmedaille überhaupt zu gewinnen.

Squash kann an spektakulären Orten gespielt werden, was ein weiterer Vorteil ist. Komplett gläserne Courts können die gastgebende Stadt so gut in Szene setzen wie kein anderer Sport. Wir hatten schon Events an vielen großartigen Orten wie z.B. den ägyptischen Pyramiden, dem Hafen von Hongkong oder der Grand Central Station in New York.

Man kann die gläsernen Courts auch mit gläsernen Böden ausstatten, welche von unten beleuchtet werden. Das sieht grandios aus. Weitere Veränderungen wie Türen an den Seitenwänden und TV-Schiedsrichter wie beim Rugby oder Cricket haben auch dazu geführt, dass wir uns erneut beworben haben.

In der internationalen Sportwelt ist Squash bereits sehr gut vertreten. Es ist Teil der Commonwealth Games, der Panamerikanischen und der Asienspiele sowie der World Games. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen wäre jedoch das Größte und womöglich Gold zu gewinnen der ultimative Preis für jeden Sportler. Ich hoffe, dass die nächste Spielergeneration die Gelegenheit zur Teilnahme erhält – sie verdient die Chance, um die Medaillen zu spielen, die ich verpasst habe.

Übersetzung aus dem Englischen.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Kimmo Lahtinen, Rüdiger Hüls, Andreas Ketelhut.

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