Virtual Goods
Datum: 2010-05-13
Virtual Goods sind vielen Menschen, natürlich zuerst denjenigen, die gern spielen, ein Begriff geworden. Virtual Goods sind ein geeignetes Mittel, um anderen eine Freude zu machen. Schließlich kommunizieren wir im Internet nicht nur mit unseren besten Freunden, wir treffen viele Menschen, die uns unterschiedlich nahe stehen.
Meinen besten Freund Roberto sehe ich im richtigen Leben häufiger, wir gehen Kaffee trinken oder unternehmen etwas. Im Web spreche ich auch mit Menschen, die ich nicht dauernd sehen kann. Aufmerksamkeit ist das zentrale Element einer Freundschaft, neben Zeit natürlich. Wenn mir jemand Aufmerksamkeit schenkt, dann weiß ich, dass ich wichtig für ihn bin. Aber leider scheitert dieser Freundschaftsbeweis sehr oft an der fehlenden Zeit und kann durch moderne Kommunikationsformen wie zum Beispiel Twitter in persönlicher und wertschätzender Form nur sehr unzureichend ersetzt werden.
Der Sinn des Schenkens
Virtual Goods können da eine wichtige Rolle spielen, wenn man sie – wie jedes Geschenk – von Herzen verschenkt und nicht nur ihren materiellen Wert sieht; sie werden zum Freundschaftsverstärkungs-Tool. Beispielsweise kann ich jemandem dabei helfen, bei Farmville eine Farm zu errichten oder seine Ernte einzubringen. Das kann mich Zeit oder Geld kosten, aber der eigentliche Sinn ist es, einem anderen eine Freude in einer Sache zu machen, die ihm wichtig ist. Das ist schließlich der Sinn des Schenkens. So sind virtuelle Güter ein wichtiger Teil von Social Games geworden.
Aus diesen Freundschaftsbeweisen könnten in Zukunft ganz neue Freundschaftspyramiden entstehen, die vorher noch nicht so sichtbar waren. Beispielsweise habe ich bei Facebook schon Probleme, meine Freunde und Bekannten nach “best friend” oder deren Interessengebieten zu sortieren. Aber dieser Ausbau der sozialen Anteilnahme und Kategorisierung wird sicher bald kommen.
Life-Line-Marketing als neue Werbeform
Wirtschaftlich betrachtet wird das auch gleich zu einer ganz neuen Form von Werbemöglichkeiten führen. Der Begriff hierfür könnte Life-Line-Marketing sein. Die Werber müssen sich jetzt darauf konzentrieren, wo ich mich befinde, mit wem ich unterwegs bin und was wir für gemeinsame Interessen haben. Dann kann dazu an dem Ort, an dem wir uns befinden, die passende, vielleicht sogar hilfreiche Werbung geschaltet werden, die mir nicht das Gefühl von Konsum, sondern von persönlichem Service gibt.
Virtuelle Güter können in der Realität einen großen Effekt haben, wenn man sie richtig einzusetzen weiß. Wir müssen lernen, mit dieser neuen Form von Freundschaftsbeweisen umzugehen, in freundschaftlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht.
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Leserbriefe
von Sachar – 13.05.2010 - 11:38
Es ist das erste Mal, Ibo, das ich Dir zu 100 Prozent widerspreche. Virtual Goods sind in meinen Augen Virtual Goods – und nicht mehr. Wenn mir jemand eine Freude machen möchte, dann soll er mir eine E-Mail schreiben oder zumindest eine DM bei twitter. Aufmerksamkeit, Du sprichst es an, ist das zentrale Gut der Digitalisierung. Ein virtuelles Gut zu verschenken, nimmt wenige Sekunden in Anspruch und ist für mich zu flüchtig, als dass ich das als Aufmerksamkeit empfinden würde.
Antwort verfassenvon Medienguru – 13.05.2010 - 13:47
Traurig ist wenn man vom eigenen Freund mit virtuellen Geschenken vertröstet wird. Also ich persönlich halte nicht viel davon.
Antwort verfassenPaar Klicks und weg mit dem Geschenk. Dann erst mal vergessen.
Nichts persönliches, keine Gefühle weder beim Überreichen des Geschenk noch beim Annehmen. Man hat nicht mal die Freude beim Auspacken.
Dinge die die Welt nicht braucht aber die Werbeindustrie wird bestimmt versuchen das Gegenteil klar zu machen.
von olaf kolbrück – 13.05.2010 - 11:55
Nein, Saschar. Widerspruch. Dabei schätze ich deine Meinung sonst sehr.
Natürlich hat das virtuelle Gut im sozialen Kontext einen andere Werthaltigkeit als als bespielsweise ein handgeschriebener Brief. Virtual Goods sind quasi eine Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Kommunikation. Noch zu gehaltvoll? Na gut. Vielleicht sind sie auch nur das Papierschirmchen auf dem Eisbecher. Aber Mann, wie habe ich die als Kind geliebt – und vermisse sie heute immer noch irgendwie. Antwort verfassenBemühen wir einmal die Wisdom of the crowd 1.0, den Volksmund: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Auch Virtual Goods. Sie demonstrieren, dass ich an jemanden denke. Auch wenn es nur flüchtig ist. Es ist immerhn ein flüchtiger Gedanke, der noch eine Aktion auslöst. Auch das ist Aufmerksamkeit.
von Sachar – 13.05.2010 - 12:12
Olaf, erneuter Widerspruch: Kleine Aufmerksamkeiten sind für mich kein Ausdruck von Freundschaft sondern ein Zeichen von einer irgendwie gearteten Bekanntheit. Freunde sind solche Menschen, die – um Carolins Bildnis aufzugreifen – sich auch mal hinstellen und in stundenlanger Arbeit (dauert das wirklich so lange? Ich weiß es nicht) Deinen Arbeit mähen.
Ich bin ein großer Gegner davon, den Freundschaftsbegriff zu bagatellisieren. Darum würde ich mich sehr dafür aussprechen, wenn facebook von Bekannten oder Kontakten sprechen würden. Nur weil ich mit jemandem bei facebook verbunden bin, sind wir noch nicht miteinander befreundet. Und nur weil ich ihm ein virtuelles Gut zukommen lasse, heißt das noch nicht, dass ich gerade intensiv an ihn denke.
Antwort verfassenvon olaf kolbrück – 13.05.2010 - 13:43
Sehe da so keinen großen Widerspruch zwischen uns an dieser Stelle. Finde auch , das man den Freundschaftsbegriff nicht bagetellisieren kann. Habe mich ja deswegen auch bewusst dagegen gewandt bei Facebook “Fan” von manchen Dingen zu seine, weil man auch diesen Begriff nicht verniedlichen sollte. Man muss vielleicht tatsächlich semantisch auch klarer zwischen Freundschaften, Freunden,Bekannten, Kontakten und ähnlichem unterscheiden. Aufmerksamkeiten, in welcher Form auch immer- sind in jedem dieser Bereiche zumindest eine Art von Verstärker.
Antwort verfassenvon Carolin Neumann – 13.05.2010 - 12:05
Schön und gut, wenn mir jemand eine virtuelle Kleinigkeit schenken will, um mir zu zeigen, dass er oder sie an mich denkt. Die Aufmerksamkeit im wahren Leben ersetzt das aber genauso wenig wie eine persönliche Nachricht, ob digital oder analog. Ich bevorzuge die Freunde, die meinen tatsächlichen Rasen mähen würden, anstelle derer, die nur bei Farmville mein Feld bestellen.
Und was das Vermarkten von virtueller Aufmerksamkeit angeht: Social Media sind doch noch immer viel zu weit davon entfernt, mehr als nur Randgruppen anzusprechen, als dass sich die Werber darauf konzentrieren müssten, “wo ich mich befinde, mit wem ich unterwegs bin und was wir für gemeinsame Interessen haben”. Das ist noch ein Lied der Zukunft – zum Glück!
Antwort verfassenvon Sachar – 13.05.2010 - 12:09
Carolin, ich habe die genauen Zahlen nicht im Kopf, aber allein bei Farmville spielen um die 100 Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit. Für eine Randgruppe ist das schon ziemlich breit.
Antwort verfassenvon olaf kolbrück – 13.05.2010 - 13:47
zu Absatz 1: Stimmt.
Antwort verfassenZu 2. Da sind keine Randgruppen mehr. Sachar hat Farmville schon genannt. Und wenn Unternehmen offtherecord :) sagen, wie toll für einige bspw die Engagement Ads bei Facebook laufen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sagen tun sie es öffentlich nicht, um den mitbewerber nicht schlau zu machen.
von Carolin Neumann – 13.05.2010 - 12:05
Schön und gut, wenn mir jemand eine virtuelle Kleinigkeit schenken will, um mir zu zeigen, dass er oder sie an mich denkt. Die Aufmerksamkeit im wahren Leben ersetzt das aber genauso wenig wie eine persönliche Nachricht, ob digital oder analog. Ich bevorzuge die Freunde, die meinen tatsächlichen Rasen mähen würden, anstelle derer, die nur bei Farmville mein Feld bestellen.
Und was das Vermarkten von virtueller Aufmerksamkeit angeht: Social Media sind doch noch immer viel zu weit davon entfernt, mehr als nur Randgruppen anzusprechen, als dass sich die Werber darauf konzentrieren müssten, “wo ich mich befinde, mit wem ich unterwegs bin und was wir für gemeinsame Interessen haben”. Das ist noch ein Lied der Zukunft – zum Glück!
Antwort verfassenvon Ibrahim Evsan – 13.05.2010 - 12:10
Alles neue wirkt seltsam und bedarf Gespräch. Freu mich auf mehr Diskussion.
Ich glaube, die digitale Welt wird noch große Herausforderungen von uns verlangen. Wir müssen die digitale Welt sehr bald verstehen. :)
Freu mich auf die Diskussion mit euch.
Antwort verfassenvon Uwe Werner – 13.05.2010 - 12:16
Ob Randgruppe oder nicht: gemeinsames Spielen mag Kommunikationsfördern sein, eine Freundschaft ist doch etwas anderes.
Antwort verfassenvon paul fritze – 13.05.2010 - 12:22
Die Antwort kann doch eigentlich nur der Beschenkte geben, da es eine Frage des eigenen Maßes ist ab wann man “etwas” als Geschenk bzw. Aufmerksamkeit ansieht oder nicht. Eine Aufmerksamkeit ist für einige die geschenkte Reise, der nächste findet einen Blumenstrauss schön, ein Brief eine Email, ein #FF in einem Tweet mit Empfehlung ein “Gefällt mir”-Klick oder auch ein virtual Good. Je nachdem wie die Freundschaft zwischen zwei Menschen nun gelagert ist gilt das eine oder das andere als kleiner oder großer Verstärker für die Beziehung, das andere nicht. Oder? Im Übrigen sind Freunde, die sich ausserhalb der digitalen Welt bewegen bisher noch einen Quantensprung entfernt von denen, die ich nur aus dem Netz kenne. Das hat weniger mit Aufmerksamkeiten zu tun, als das der Großteil der Dinge, die eine Freundschaft ausmachen, im Netz nur abgebildet, aber nicht gelebt werden kann.
Antwort verfassenvon Martin R. – 13.05.2010 - 12:27
Selbst gruscheln oder anstupsen ist “nur” eine Mikroaktion der Kommunikation. Kostenlos und nicht ein mal ein VG. Und es reicht bereits um dem Empfänger ein kleines Lächeln zu entlocken. Würde die Funktion 20 cent kosten und “einen Drink schenken” heißen, wäre der Effekt doch umso schöner. VG sind für mich (23J) irgendwo zwischen one-click-Kommunikation wie gruscheln und einem flüchtigen Pinnwandeintrag einzuordnen. Und meistens erreicht man mit solchen geringen Kommunikationsmittel einen Kreis an Personen, denen man nie eine Postkarte oder Email geschrieben hätte. Man kann quasi einen größeren Kreis an Personen mit “etwas” Aufmerksamkeit bedienen.
Antwort verfassenvon carsten drees – 13.05.2010 - 13:53
Ibo ist wie immer so nah am Puls der Zeit. Hätte er Euch vor ein paar Jahren erzählt, dass zunehmend mehr Menschen sich kleine Datenhäppchen auf den Rechner runterladen, statt sich eine CD zu kaufen, hätte man vermutlich auch gesagt, dass das absurd, nicht gewollt oder nicht realistisch ist. Allein Facebook hat letztes Jahr über eine halbe Milliarde mit virtual goods verdient – und da sind natürlich Farmville und Co nicht mitgerechnet. Die Relevanz dieser virtual goods unterschätzen viele aktuell noch, aber wegdiskutieren kann man sie sicher nicht.
Antwort verfassenWas die Freundschafts-Geschichte angeht, bin ich schon eher bei Sachar. Ist merkwürdig, wenn ich im realen Leben nicht viel mehr als eine Handvoll Menschen “Freund” nenne und das bei Facebook 800 mal tue. Ich arrangiere mich mit dem Begriff “Freund” und werte ihn für mich persönlich online anders als offline. Kontakt wäre aber tatsächlich treffender.
Das mit den kleinen Geschenken, die die Freundschaft erhalten, wird sich auch online so einspielen, ihr werdet sehen. So wie wir heute akzeptieren, dass ein Song immer öfter nur 4mb auf meinem Rechner sind statt eine CD mit Hülle und Booklet, so werden wir uns auch daran gewöhnen, dass man Wertschätzung virtuell ausdrücken kann.
von Michael – 13.05.2010 - 14:18
Virtual Goods sind ein Lächeln. Nicht mehr.
Antwort verfassenWenn das eine Freundschaft verstärkt, würde ich über die Art der Freundschaft nochmal nachdenken.
von Sachar – 13.05.2010 - 15:07
Michael, genau das wollte ich mit meinen langen Ausführungen sagen. Du hast die besseren Worte dafür gefunden.
Antwort verfassenvon olaf kolbrück – 13.05.2010 - 15:22
hm. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln. (sprichwort) Das mag platt klingen, aber ich glaube daran.
Antwort verfassenvon Ibrahim Evsan – 13.05.2010 - 15:08
Micjael, Sachar, ich habe eben nicht das Gefühl, dass es so ist. Wir sind Onliner der ersten Stunde, … vielleicht empfinden wir das anders. Aber der Massenmarkt sieht es halt anders. Da bin ich mir sicher.
Antwort verfassenvon Martin Szugat – 13.05.2010 - 16:57
Dass virtuelle Güter, in dem Fall Sammbilder, auch zu neuen Freundschaften führen, zeigt unsere (SnipClip) Kampagne für Twilight New Moon (Nutzer-Kommentare und Pinnwand-Einträge lesen):
http://www.facebook.com/newmoonderfilm
Die Nutzer befreunden sich, um sich doppelte Sammelbilder zu schenken oder zu schnorren. Nebenbei werden Freunde zu Twilight-Fans.
Kurzum: virtuelle Güter haben eine reale Wirkung, sofern sie einen Mehrwert im jeweiligen Kontext stiften.
Antwort verfassenvon Sachar – 14.05.2010 - 11:19
Da haben wir es: Wir sprechen von unterschiedlichen Freundschafts-Begriffen.
Antwort verfassenvon Ibrahim Evsan – 13.05.2010 - 18:23
Martin – Danke :)
Antwort verfassenGutes Beispiel.
von Martin Szugat – 13.05.2010 - 19:12
@TheEuropean: die Links in der Emailbenachrichtigung zwecks neuer Kommentare sind fehlerhaft:
http://www.theeuropean.dehttp://www.theeuropean.de/ibrahim-evsan/3139-virtual-goods
Antwort verfassenvon Sascha Stoltenow – 14.05.2010 - 00:13
Die meisten Güter sind virtuell, denn sie sind uns wert, was sie uns bedeuten, nicht was sie materiell kosten. Warum es heute aber schwerer sein soll, Freundschaften zu pflegen, kann ich nicht erkennen.
Antwort verfassenvon Alessa Hartz – 14.05.2010 - 00:46
Ibo, ich glaube, du bist mal wieder sehr früh dran bzw. der Zeit voraus – mit deinen Gedanken zum Thema virtuelle Pflege von “Freundschaften” (die Ausrufezeichen sind hier bewusst gesetzt, da der Begriff in diesem Zusammenhang sehr unscharf ist). Ich bin ebenfalls überzeugt davon, dass wir uns mehr und mehr an die virtuell ausgedrückte Wertschätzung gewöhnen und die Differenzierung zwischen Online- und Offline-“Freunden” langsam abnimmt (das lässt sich bereits an den vielen virtuellen Geburtstagswünschen erkennen, die Tag für Tag über FB verschickt werden). Ein persönliches Beispiel, was die virtuelle Wertschätzung betrifft (nicht durch virtual goods, aber ich bin kein Farmville-Spieler): Ich freue mich jedes Mal darüber, wenn ein “Freund” einen von mir bei FB geposteten Beitrag ‘liked’. Warum? Weil diese kleine (und vielleicht auch flüchtige) Reaktion mir durchaus Aufmerksamkeit und Wertschätzung suggeriert. Ich weiß, dass diese Person mich wahrnimmt, mir Aufmerksamkeit schenkt, sich für mich und die Dinge, die mich bewegen, interessiert – das ist zumindest eine Grundvoraussetzung (neben einigen anderen), die eine Freundschaft für mich ausmacht.
Antwort verfassenvon Enno – 14.05.2010 - 10:50
Nur ein kurzer Einwurf der jüngeren Generation: Zu meiner Zeit bei spickmich.de haben wir dort auch Virtual Goods – also kleine Geschenke in virtueller Art eingeführt.
Und für die Generation 12-18 Jahre sind diese Virtual Goods definitiv eine Freundschaftsbezeugung. Die Nutzungsrate und auch die Bedeutsamkeit ist gerade für die Generation SchülerVZ eine ganz andere als eventuell für jeden von euch.
Selbst ich freue mich ein wenig, wenn ich ein Virtual Good bekomme gepaart mit einer netten Botschaft. Und es stärkt definitiv meine Beziehung zu einem Empfänger.
Daher denke ich, gerade im Bezug auf die Generation die gerade heranwächst, dass die Virtual Goods eine sehr bedeutsame Rolle in ihrem sozialen Geflecht annehmen werden!
Antwort verfassenvon andre – 14.05.2010 - 11:15
Für mich sind Virtual Goods in der Hauptsache nervig. Bei Facebook oder StudiVZ habe ich oft sogar das Gefühl die “Aufmerksamkeit” nur zu bekommen, damit mein Gegenüber einen Vorteil bekommt. Selber Farmville-zeugs zu erhalten oder irgendwelche Facebook-Apps, denen ich zustimmen muss, damit der andere eine möglichst große Gruppe/Gang/wasweißich bekommt.
Mit Freundschaft hat das sehr wenig zu tun. Schreibt mir jemand eine DM bei Twitter oder ein paar Zeilen per Facebook, dann ist das für mich wesentlich mehr Wert als alle Virtual Goods dieser Welt.
@Enno – du bringst es auf den Punkt. Du freust dich, wenn du ein Virtual Good bekommt “gepaart mit einer netten Botschaft”.
Ich glaube, das diese Botschaft vermutlich ein paar Zeilen sind und nicht ein Nagel, Smiliebild oder sonstwas, richtig?
Antwort verfassenvon Ibrahim Evsan – 14.05.2010 - 11:23
Enno & André
Sorry, aber das kann ich nicht verstehen:
“@Enno – du bringst es auf den Punkt. Du freust dich, wenn du ein Virtual Good bekommt “gepaart mit einer netten Botschaft”.”
Verschenkt Ihr im Offline Leben Dinge ohne eine kleine Karte beizusteuern? So muss das natürlich auch in Social Media sein.
Antwort verfassenvon andre – 14.05.2010 - 12:02
Klar. Bei Kleinigkeiten sogar fast immer.
Und wenn wir jetzt das oben angesprochene bei “Farmville helfen eine Farm zu errichten” als Grundlage für ein Virtual Good nehmen besteht, glaube ich, überhaupt nicht die Möglichkeit eine Nachricht mit zu schicken und wenn, dann hat von meinen Helfern da nie jemand gebrauch von gemacht.
Meine Farm war zwar nicht wirklich groß, aber die Hilfe von Anderen kam selten als kleiner Freundschaftsdienst, sondern mehr um selber Punkte im Spiel zu bekommen, oder um Gefälligkeiten zurück zu erhalten und beides sind jetzt nicht wirklich Zeichen von Freundschaft.
Das Versenden von Goods – auch an mehrere User – wird einem bei Facebook zudem sehr leicht gemacht. Ist ja auch klar, es handelt sich ja um Spiele, die neue User brauchen.
Manche machen davon aber exzessiv gebrauch und das nervt. Deshalb habe ich die Anfragen bei Farmville etc. lange abgestellt.
Ich sehe es deshalb noch etwas extremer als Sachar, der Einsatz von Virtual Goods kann sogar störend sein und fördert damit gewiss keine Freundschaft.
Antwort verfassenvon Enno – 14.05.2010 - 12:11
Ich denke “Virtual Goods” haben nur dann einen Wert für den Empfänger, wenn folgende Bedingungen gegeben sind:
Das “Virtual Good” muss…
1. ..einen Wert haben (muss also zwangsweise begrenzt sein)
2. ..mit einer persönlichen Botschaft versehen sein
Genau dann funktionert ein Gut, sei es virtuell oder real, als Überbringer eine Botschaft.
Antwort verfassenvon Martin Szugat – 14.05.2010 - 13:00
@Enno: es werden drei Wertaspekte von VG unterschieden:
- Funktional: mehr Energie, Kraft, stärkeres Schwert etc.
- Sozial: z.B. virtuelle Geschenke oder Badges die den Status spiegeln
- Repräsentation: z.B. Klamotten für den Avatar
Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die den Wert beeinflussen, wie z.B. Limitierung, Exklusivität, Visualisierung, Individualisierung …
Antwort verfassenvon Sascha Stoltenow – 17.05.2010 - 10:35
Richtig “wertvoll” werden VG doch dann, wenn ich selbst Zeit und Mühe aufwenden muss, um sie zu erzeugen. Und wenn mir in Social Media neue Werkzeuge zur Verfügung stehen, um VG zu erzeugen, sind die VG eine Repräsentation dieser Mühe und Aufmerksamkeit, die ich dem anderen widme. Das bedeutet auch, dass die virtuelle “Stangenware” die heute quasi überall rumliegt, dann nur noch “minderwertig” ist.
Antwort verfassenvon andre – 17.05.2010 - 10:40
@ Martin:
Das mag In-Game gelten. Aber was nützt mir ein Schwert, ein Badge oder Klamotten für einen Avatar, wenn ich das Spiel überhaupt nicht spiele? Dann versuchen diese Artikel mich nur in das Spiel zu ziehen und das ist eher halbherziges Marketing als ein wirklicher Freundschaftsbeweis.
@Sascha: Richtig, diesen Wert muss ich bei VG aber erstmal schaffen – ehrlich gesagt fällt mir da kein überzeugendes Beispiel ein. Echte Wertgutscheine sind halt nicht mehr virtuell.
Antwort verfassenvon Sascha Stoltenow – 17.05.2010 - 15:17
Etwas mehr Phantasie, Andre: Die Urform der VG sind doch Gedichte an den Geliebten, die Geliebte. Natürlich, ohne gemeinsames Spiel, kein entsprechendes VG. Wenn aber das Spiel Teil der Beziehung ist, dann auch das VG.
Antwort verfassenvon andre – 17.05.2010 - 16:56
Wenn ich das richtig sehe, wir oben getrennt zwischen der Nachricht und dem VG.
Und damit sind Gedichte wohl eher Nachrichten und das ein paar persönliche Zeilen einen Wert für den Einzelnen haben, habe ich nie bestritten. Wenn mir aber jemand bei Facebook einen Smilie oder eine Blume ohne Text schickt bringt mir das absolut nichts und wenn ich irgendwelche Gegenstände aus Spielen etc. bekomme die ich nicht spiele, dann nervt das sogar.
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