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Netzgeflüster Rad ohne Wagen

Twitter ist kalt

Die Mutter der Microblogs stagniert. Twitter kann sich aus eigener Kraft nicht weiterentwickeln. Es ist inzwischen ein Web-Anhängsel für Facebook und Google Buzz.

  • The European Ohne Flügel lässt es sich schlecht abheben
 

Ohne Flügel lässt es sich schlecht abheben

 

Rad ohne Wagen

Datum: 2010-04-22

Twitter sehe ich momentan sehr gefährdet. Es kann immer nur eine Art Werkzeug der großen Super-Plattformen wie Facebook oder Google Buzz sein, das in Verbindung mit diesen Diensten genutzt wird. Twitter ist so gesehen letztendlich eine Art überflüssiges Anhängsel, ein fünftes Rad am Wagen. Das ist der Grund, warum das anfänglich schnelle Wachstum langsamer geworden ist. Das junge Unternehmen weiß nicht, wie es hier gegensteuern soll. Twitter kann mit Facebook oder Google nicht mithalten. Diese Formen haben einfach mehr Erfahrung.

Twitter als Infokanal

Es gibt viele Leute in der Internetszene, die daran glauben, dass Twitter das nächste große Ding wird. Das liegt an der Wirkung, die Twitter zuerst erzielt hat: Es hat mir die Möglichkeit gegeben, der Welt kurz und prägnant meine Gedanken mitzuteilen. Das ist die große Leistung von Twitter, davor habe ich größte Hochachtung. Heute nutze ich Twitter als Infokanal, meine Kommunikation hingegen läuft über Facebook.

Anders als bei dieser Social-Media-Plattform sind es bei Twitter nicht die Personen, die zusammenführen, sondern einzelne Aussagen oder Links. Der persönliche Bezug, den Facebook herstellen kann, wird bei Twitter in dieser Form nicht möglich sein. Deswegen fehlt Twitter auch so etwas wie ein Eigenleben. Es wirkt kalt. Darin sehe ich die größte Gefahr für den 140-Zeichen-Dienst.

Verknüpfung mit Facebook

Gut, Twitter muss ja auch nicht größer werden als Facebook. Das hat das Unternehmen nie als Ziel ausgegeben. Twitter wird auch bei aller Gefahr, die ich gerade beschrieben habe, nicht untergehen. Es ist schon jetzt ein Teil der großen Maschinerie des Netzes geworden. Wenn das Unternehmen Möglichkeiten findet, seinen Dienst besser an die existierenden und neu entstehenden großen Player im Netz anzubinden und damit zu verbinden, wird das Unternehmen seine Stellung festigen und ausbauen. Ich nutze Facebook und habe es mit Twitter vernetzt. Das ist die Richtung, in die es weitergehen muss.

 

von Ibrahim Evsan – 22.04.2010

 

Leserbriefe

  • Avatar

    von Lars – 23.04.2010 - 18:40

    Ich sehe Facebook und Twitter als zwei verschiedene Paar Schuhe. Google Buzz sehe ich überhaupt keine Rolle in diesem Bereich spielen.

    Twitter muss gar nichts anderes können als einen Informationsfluss zu übermitteln und Punkt.

    Facebook hingegen ist ein Soziales Netzwerk um weitaus mehr mit meinen – dort viel engeren – Freunden zu interagieren.

    Die Power von Twitter sieht und sah man besonders bei weltweiten Geschehnissen wie der Hudson Wasserung, Erdbeben oder Volksaufständen, etc.

    Hier kann mich Twitter schneller und umfassender informieren als Facebook. Bei Twitter bin ich bei Bedarf mit der ganzen Welt verbunden. Bei Facebook nur mit meinem begrenzten Freundesnetzwerk.

    Beide Dienste müssen m.E. als völlig unterschiedlich betrachtet werden..

    vg
    Lars Wichert

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  • Avatar

    von Ibrahim Evsan – 23.04.2010 - 18:46

    Wir werden abwarten müssen. Spannend wird es auf jeden Fall.

    Aber kurz zu Lars Wichert:
    In der Zukunft zählt nur: Wer hat die Daten und GEDANKEN der Menschen. Da tut sich bei Buzz, Facebook und Twitter nicht viel.

    :)

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  • Avatar

    von Lars – 23.04.2010 - 18:53

    Ich denke auch da ist noch viel Musik drin. Und irgendwann kommt irgendwer mit irgendwas neuem, noch schnelleren und besseren Diensten daher und wer weiß wo dann FB, Twitter und die andere aktuellen Dienste stehen.

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  • von thorsten ising 23.04.2010 - 18:59

    Ich sehe da auch zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe (Twitter und Facebook) und denke, dass Google Buzz noch äußerst weit entfernt von einer “Super-Plattform” ist.

    Klar, die Möglichkeiten von Google Buzz sind ideal – allein schon weil in eine andere Anwendung implementiert wurde, die bereits durch eine extreme Masse genutzt wird (Google Mail). Aber kaum einer nutzt Google Buzz doch tatsächlich. Hier wird nur reingeschoben oder durchgeschleift.

    Twitter macht sich gut – es entsteht mittlerweile deutlich mehr Kommunikation als noch vor einigen Monaten. Twitter entwickelt sich – aber es bleibt ein Microbloggingservice (und will m.E. auch gar nichts anderes sein).

    Facebook ist Facebook – und ich glaube M. Zuckerberg ärgern die Vergleiche mittlerweile ein wenig :-)

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