Afghanistan ist keine Glanznummer der deutschen Politik. Es ist daher verwunderlich, dass Baron Guttenberg so lange so glänzte. Mittlerweile glänzt er ja nicht mehr so. Aber die deutsche Vorliebe für den Adel wird im Umgang mit ihm wirklich deutlich. Wenn man seine Stellungnahmen genauer anschaut, sind sie ja von ganz hoher, ich sag mal, “Schwurbilität”.
Den Mund zu früh aufgemacht
Die Stellungnahmen, die er abgibt, haben meist keine klare Aussage, aber er kann sein “Geschwurbel”, anders als Angela Merkel, so vortragen, dass die Leute ihn beim Zuhören für einen Cicero halten. Wenn man den Habitus wegnimmt, bleibt aber wenig Substanzielles übrig.
Ein einziges Mal war er deutlich, als er das Bombardement von Kunduz vorschnell verteidigt hat. In dieses Schlamassel ist er hineingeritten, weil er sich schlichtweg nicht in die Akten eingearbeitet hatte. Darum hat er betont, dass bei dem Kunduz-Bombardement alles in Ordnung gewesen sei. Er musste sich später revidieren und hat die Schuld dafür seiner Generalität zugeschoben. Von dort ist er nicht falsch informiert worden, er hat schlichtweg zu früh und zu uninformiert den Mund aufgemacht.
















Selbst wenn zu Guttenberg sich in die Akten eingearbeitet haette, vorgeprescht ist der ehemalige Generalinspekteur. Dies nicht zu erwaehnen, ist unredlich, Herr Prantl. Dass dennoch recht viel heiße Luft dem Bendlerblock entstroemt ist unbestritten. Dass wird solange so bleiben, wie die Kompetenzen der Journalisten, die ueber sicherheitspolitische Themen berichten, derart ueberschaubar bleiben, wie derzeit.