Der Genosse Kamerad Fulda hat mit seinen salbungsvollen Worten den Nerv der Volksgemeinschaft getroffen: Um dem armen unterdrückten Volk der Palästinenser eine Zukunft frei von diebischen, kriegslüsternen und Willkür übenden Zionisten zu ermöglichen, muss Deutschland der Aufnahme eines palästinensischen Staates in die UNO zustimmen.
Erst wenn gewährleistet ist, dass israelische Regierungsmitglieder – zusammen mit Bush und dem Papst – nach Den Haag kommen, sobald sie verhindern, dass Friedensaktivisten der Bevölkerung in Gaza abgelaufene Medikamente, Militärtechnologien oder pyrotechnische Artikel liefern oder wenn sie ihren schleichenden Völkermord mit Weizen, Bekleidung und Milchpulver fortsetzen sollten, ist der Grundstein für soziale Gerechtigkeit und Frieden gelegt.
Dem Westen ein Vorbild
Durch die Wiederherstellung der Grenzen von 1967 kann dann nicht nur den illegalen Siedlungen in Judäa und Samaria mit offizieller Billigung seitens der UNO der Garaus gemacht werden – was schon mal einen Präzendenzfall für die Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937 abgeben könnte -, nein, auch würde der palästinensischen Jugend die Möglichkeit gegeben, dem Westen ein Vorbild zu bieten.
Während hiesige Jünglinge ständig zu Hause vor der Spielekonsole abhängen, auf LAN-Partys World of Warcraft zocken und nur zur Wahl der Piratenpartei das Haus verlassen, hätte das palästinensische Jungvolk mit den Grenzen von 1967 die Chance, lebensecht und ohne auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen zu sein auf Passagierflugzeuge, Schulen und Kindergärten zu ballern.
Leider greift der Genosse Kamerad Fulda aber etwas zu kurz, wenn er lediglich verlangt, dass der neue, einseitig ausgerufene Palästinenserstaat in die UNO aufgenommen wird. Vielmehr wäre es sinnvoll und zielführend, ihn bei dieser Gelegenheit auch gleich in die EU aufzunehmen.
Wie die letzten Wahlen und dabei vor allem das Abschneiden der rechtsextremen, populistischen FDP gezeigt haben, ist das Verlangen der Menschen in unserem Land nach einer solidarischen Verteilungspolitik auch auf gesamteuropäischer Ebene nicht so schnell zu stillen. Offenbar werden – wie das Beispiel Griechenland offenbart – kreative Haushaltsführung und innovative Konzepte zur Arbeitsteilung (Es bezahlt ein anderer als der, der feiert!) mit großer Bewunderung zur Kenntnis genommen.
Und gerade das sollte dem neuen Palästinenserstaat nicht zum Nachteil gereichen! Wie der Genosse Kamerad Fulda richtigerweise darlegte, genügt bereits jetzt die Verwaltungsstruktur in den Palästinensergebieten den Erfordernissen eines modernen Staatswesens. In manchen Bereichen sind sie Griechenland sogar voraus.
Während Griechenland mit Rentenzahlungen an Tote einen wichtigen Schritt zur Gleichstellung getan hatte und damit der Diskriminierung in ihren Lebensfunktionen Herausgeforderter den Kampf angesagt hatten, denkt Palästina schon einen Schritt weiter.
Nicht nur die Versorgungsleistungen für die Hinterbliebenen im Djihad gegen Israel gefallener Märtyrer, für die zum Teil auch ausländische Sponsoren gefunden werden konnten, unterstreichen, wie sehr das in Entstehung begriffene Staatswesen dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit verhaftet ist.
Fiskalpolitische Nachhaltigkeit
Auch dass die soziale Versorgung von Leistungsträgern zum Teil outgesourct wird, zeigt, wie stark Palästina an einem fiskalpolitischen Nachhaltigkeitskonzept interessiert ist. Während Angehörige regulärer Militäreinheiten im Schnitt monatlich 2.704 Shekel an Sold erhalten und zivile Beamte auf 2.882 kommen, dürfen sich auf Kosten des zionistischen Raubstaates in israelischen Gefängnissen untergebrachte –Terroristen- Freiheitskämpfer einer monatlichen Zuwendung aus dem palästinensischen Staatshaushalt in Höhe von 3.129 Shekel erfreuen, an denen sich jetzt schon die EudSSR mittelbar durch Zuwendungen für die Autonomiebehörde beteiligt.
Wer weiß, vielleicht wächst auf diese Weise bereits eine Elite heran, die später mit gutem Beispiel vorangeht und sich mit Freuden einer Reichensteuer unterwirft.
Auch der kulturelle Austausch und interreligiöse Dialog mit Europa könnte durch eine EU-Mitgliedschaft Palästinas intensiviert werden. Der TV-Sender der Autonomiebehörde knüpft bereits jetzt an alte europäische Traditionen an, indem er antizionistische Terrorwiderstandsakte verherrlicht oder – im Mittelalter vor allem in katholischen Regionen beliebte – Ritualmordlegenden Brauchtümer wiederbelebt.
Alles in allem ist der Jubel über einen einseitig ausgerufenen Palästinenserstaat ohne jüdische Bevölkerung berechtigt. Und wir Europäer brauchen uns auch keine Sorgen darüber zu machen, dass Unmut entstehen könnte, wenn dieser schon bald mit unter den Euro-Rettungsschirm kommen sollte. Wir haben jahrhundertelang durch die Geschichte hindurch vorgezeigt, wie man Juden selbst dann die Schuld an jedweder Form von Unwägbarkeiten zuschanzen kann, wenn gar keine mehr da sind.





















Witzig, abstrus und zu Zeiten früherer Höfe hätten Sie als Narr bestimmt einige goldene Kelche gewonnen. Aber wie dem so ist, unsere Zeit, weiß die NArren und ihre Wahrheiten nicht wirklich zu schätzen. Wir wählen das Ehrenvolle und Pflichtgemäße, das sich erst ganz zum Schluss als finale Narretei offenbart.
Palästina in die EU.
Die Friedensbemühungen der Autonomiebehörde im Westjordanland wurde lang genug durch das Gespann Netanjahu/Liebermann torpediert.
Wenn die jüdischen Siedler über Jahre hinweg(auch mit Hilfe des “Schutzwalls”)völkerrechtswidrig einseitige Fakten schaffen dürfen, dann können die Palästinenser dies vor der UN vollkommen völkerrechtskonform ebenfalls tun.
Schade, dass Sie, Herr Tisch, diese Erkenntnis gleich mit einem selbst herbeigeredeten EU-Beitritt ins Lächerliche zu ziehen versuchen. Das zeigt, dass sie offenbar keine Argumente mehr zur Sache beitragen können.
Ihr Einsatz für ein judenreines Palästina in Ehren, Genosse Rockefeller, aber immerhin hätten ein paar verbleibende Juden in den Autonomiegebieten ja den Vorteil, dass man nicht immer nur einen abwesenden Feind für alles verantwortlich machen müsste.
“Einsatz für ein judenreines Palästina”
Wo hab ich denn wörtlich ausgedrückt, dass die einseitig von Israel geschaffenen Fakten rückgängig gemacht werden sollen? Ich schrieb lediglich, dass sie völkerrechtswidrig sind, wie auch der “Schutzwall”.
Aber haben Sie schonmal über Avigdor Liebermann recherchiert? Der fordert ein ARABERfreies Palästina und will die sich weigernden Palästinenser an “Orte” verfrachten, “von denen sie nicht mehr wiederkehren.”
In der guten alten Zeit hat er mit seiner Motorrad-Gang noch in Israel lebende Muslime terrorisiert. Solche Leute werden dortzulande gerne mal Außenminister.
Den EudSSR – Zeitgeist auf den Nagel getroffen.
Ich hab schallend gelacht, allerdings auch mit einem weinenden Auge.
Schönste Grüße derweil von der Insel Rügen,
Klaus Ch. Kufner
Der Artikel ist natürlich sichtlich bewußt überzogen. Dennoch fällt auf, daß er auf einen Strohmann nach dem anderen eindrischt:
Nun ist natürlich möglich, daß eine gewisse Menge von Befürwortern des palestinensischen Antrags so denken mögen wie geschildert. Haben Sie Zahlen darüber, wie hoch der Anteil jener unter diesen ist?