Wenn ich etwas nicht komplett verstanden habe, dann schreibe ich auch nicht darüber. Frank Schätzing

Der heiße Draht zueinander

Das Netz ist das mächtigste je von Menschen geschaffene Werkzeug der Aufklärung. Es ist essenziell, sich bewusst zu machen, dass Zugang zum Internet – und vor allem auch Breitbandzugang – für soziales und wirtschaftliches Wachstum mitverantwortlich ist.

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Ich glaube an das Recht auf Kommunikation, sowohl als Privatmensch als auch als Generalsekretär der UN-Organisation für Informations- und Kommunikationstechnologien. Im 21. Jahrhundert kann dieses Recht ohne Berücksichtigung des Internets nicht realisiert werden. Einfach gesagt, ist das Internet das mächtigste Werkzeug der Aufklärung aller Zeiten. Wir haben die Möglichkeit geschaffen, uns mit anderen quer über den Globus auszutauschen und auf das kollektive Archiv von Informationen und Wissen zuzugreifen.

Die Vorstellung, dass der Zugriff auf diese Ressource das Privileg einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe sein dürfte, ist offensichtlich falsch. Nicht nur die Reichen, die Gesunden oder die Jugend haben ein Recht auf Kommunikation. Eine so wichtige Entwicklung wie das Internet muss also in der Reichweite aller liegen – und vielleicht sogar besonders für die armen, alten und benachteiligten Gesellschaftsschichten verfügbar gemacht werden. All diese Gruppen sehen sich mit besonderen Hürden konfrontiert und das Internet kann helfen, diese zu überwinden. Ich glaube daher, dass wir das Internet als fundamentales Recht für alle Menschen wahrnehmen sollten, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer sozialen Lage.

Das Internet kann uns zu gesünderen und gebildeteren Menschen machen

Es gibt Stimmen, die eine Konzentration auf andere Entwicklungsprioritäten fordern. Aber es ist essenziell, sich bewusst zu machen, dass Zugang zum Internet – und vor allem auch Breitbandzugang – für soziales und wirtschaftliches Wachstum mitverantwortlich ist. Das Internet kann uns zu gesünderen und gebildeteren Menschen machen, die Gesellschaft voranbringen, Unternehmen vitalisieren und Regierungsapparate effizienter und transparenter machen.

Die Frage ist: Wie können wir universellen Internetzugang ermöglichen?
In meiner Organisation, der International Telecommunication Union (ITU), glauben wir daran, dass Regierungen Breitbandzugang zum Internet nicht länger als einen netten Luxus, sondern als Teil der notwendigen Infrastruktur begreifen sollten. Internet muss auf die gleiche Ebene gestellt werden wie Straßen- und Schienenbau, Elektrizität und Wasserversorgung. Das heißt, dass die einzelnen Länder in Zusammenarbeit mit Netzwerkbetreibern Pläne entwickeln müssen, um die jeweiligen Bedürfnisse zu definieren und einen Zeitplan für die Umsetzung des universellen Internetzugangs festzuschreiben.

Menschen zu vernetzen lohnt sich

Das Ziel muss sein, möglichst viele Menschen ins Netz zu bringen. Diese Investition würde sich schnell selbst refinanzieren. Schätzungen zufolge reichen bereits Kostensenkungen (durch Effizienzsteigerungen) von 0,5 bis 1,5 Prozent über zehn Jahre aus, um die Kosten für landesweite Fiberglasnetzwerke auszugleichen. Studien zeigen auch, dass Investment in Informationstechnologien einen direkten positiven Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt hat. High-End-Technologien wie Breitbandnetzwerke haben den stärksten Effekt: Eine zehnprozentige Zunahme der landesweiten Netzwerkdeckung kann das BIP um durchschnittlich 1,3 Prozent nach oben treiben.

Daher haben wir in der ITU dieses Jahr unsere “Build on Broadband”-Initiative gestartet. Wir sind stolz auf unsere Führungsrolle auf diesem Gebiet. In der “Broadband Commission for Digital Development” bringen wir 50 Experten aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammen. Was sie zusammenbringt, ist eine gemeinsame Vision: die Vernetzung der Welt zum Wohle aller.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Anke Domscheit-Berg, Edgar Ludwig Gärtner , Patrick Spät.

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