Ich kann mir vorstellen, Minister zu werden. Christoph Metzelder

Warum die Ehe für alle gut ist

Wer innerlich noch Bedenken bei der Ehe für alle hat, sollte sich einen Schub geben.

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Die größte kulturelle Veränderung, die ich erlebt habe, seit meiner Kindheit bis heute, ist die Stellung von lesbischen Frauen und schwulen Männern. Als ich ein Kind war, wurden Männer, die intime Beziehungen zueinander eingingen, noch eingesperrt.

Später wurden erwachsene Männer eingesperrt, die mit jugendlichen Männern etwas hatten – aber nicht wie bei Heterosexuellen, nur wenn es ein Abhängigkeitsverhältnis gab, sondern immer. Das hörte irgendwann noch vor der Bundesrepublik in der DDR auf.

Inzwischen ist das beendet worden. Sie werden nur noch dann bestraft, wenn man auch für heterosexuelle Beziehungen bestraft wird. Aber es gab nie eine Entschädigung für diejenigen, die unschuldig verurteilt wurden und gesessen hatten.

Inzwischen ist selbst diese Entschädigung beschlossen worden.

Nun steht die Frage: Ehe für alle?

Dann haben wir die Lebenspartnerschaften ins Leben gerufen, und auch die Gerichte haben begonnen, immer mehr eine Gleichstellung herzustellen. Und nun steht die Frage: Ehe für alle? So wie Frau und Mann sollen sich auch Frau und Frau und Mann und Mann heiraten können, auch adoptieren können, alle Rechte haben, wie sie Eheleute haben, wenn sie sich denn entsprechend registrieren lassen.

Die Abstimmung soll ja noch stattfinden, hat sich nun die SPD gewünscht. Ich bin sehr dafür.

Und wenn wir das noch erleben, dann haben wir zumindest in rechtlicher Hinsicht – noch nicht tatsächlich, aber in rechtlicher Hinsicht endlich Frauen und Männer, die sich lieben, mit Frauen und Frauen, die sich lieben, mit Männern und Männern, die sich lieben, gleichgestellt.

Es wird höchste Zeit. Und wer innerlich noch ein bisschen Bedenken hat, sollte sich einen Schub geben. Es kann ihm ganz egal sein, wer andere liebt. Hauptsache es ist gleichberechtigt.

Der Beitrag erschien auch auf der Facbook-Seite von Gregor Gysi.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Christian Lindner, Henryk Broder, Vera Lengsfeld.

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