Letztlich hängt die Stabilität vor allem von der Politik ab. Sicherlich hat die globale Finanz- und Wirtschaftskrise auch die Europäer gebeutelt, aber die EU, allen voran die Deutschen, sind bisher besser durch die Krise gekommen, als andere westliche Industrieländer. Das danken die Deutschen erstens dem Euro. Ohne den Euro wäre die DM so stark aufgewertet worden, dass es die deutschen Exporte auf den Weltmärkten noch schwerer gehabt hätten. Nur am Rande sei angemerkt: Rund 40% der deutschen Exporte gehen in den Euroraum. Schon deshalb sind und müssen die Deutschen am Erhalt der Eurozone interessiert sein.
Auch dürfen sie zuweilen dafür dankbar sein, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder einst mit seiner Agenda 2010 (für welche er zehn Landtagswahlen verlor) die Grundlagen dafür gelegt hat, dass sie bisher besser mit den weltwirtschaftlichen Verwerfungen fertig geworden sind.
Die Griechen müssen lernen, wie es in der normalen Welt zugeht
Auf so ordentlich erledigte Hausarbeit können die meisten Euro-Partner nicht zurückblicken. Und dabei sind die Griechen noch ein Sonderfall. Mit Lug und Betrug haben sie sich in den Euro hineingeschmuggelt. Und einmal drinnen, nach dem schönen rheinischen Motto: „Es ist noch immer gut gegangen“, weitergemacht. Jetzt will das Land, in dem Millionäre keine Steuern zahlen und fast alle anderen Griechen auch nicht, die EU verklagen. Des Weiteren will man jede weitere Regierung abwählen, die die bittere Medizin des Sparens verabreicht. Am Ende hilft dann nur eine Abkühlungsphase in der Warteschleife. Will heißen: Die Griechen müssen lernen, wie es in der normalen Welt zugeht, wo nach einer Aussage der legendären britischen Premierministerin Margaret Thatcher “free lunches” nicht existieren.
Hingegen sind die Iren eine gute Demonstration dafür, welche heilsamen Ordnungskräfte und Sanktionsmöglichkeiten im Statutenwerk des Maastrichtvertrages stecken. Sie haben gezockt, vor allem ihre Banken und Finanzhäuser. Aber jetzt wird gespart, gestrichen und normalisiert. Das ist mühsam und äußerst schmerzhaft. Aber es ist ein deutlicher Beweis dafür, dass die Iren den hohen Wert einer Mitgliedschaft in der Eurozone begriffen haben und auf jeden Fall Mitglied bleiben wollen.
Heilsamer Schreck
Natürlich gibt es auch weitere Wackelkandidaten, wie Spanien, Italien und Portugal. Aber auch denen ist ein heilsamer Schreck in die Glieder gefahren. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Griechen eine Ernüchterungsrunde außerhalb der Eurozone erleben.
Letztlich gilt, was dem Euro gefährlich wird, ist immer die Politik. Denn wenn die Politiker nicht dem Populismus Zucker geben, sondern da durchhalten, was der Maastrichtvertrag zwingend vorgibt, könnte der Euro aus der Krise sogar noch gestärkt hervorgehen.



















