Die Frage, ob im Sommer Fleisch oder Tofu auf den Grill kommt, stelle ich mir nicht. Denn ich kenne einen vernünftigen Grund, Fleisch zu essen: Es schmeckt mir. Und das ist schon eine der wesentlichen Anforderungen, die ich an Essen habe.
Allerdings sind bei mir nicht nur die Knospen und Papillen dafür zuständig. Mir schmeckt nur, was ich verantworten kann. Und wenn Gänsestopfleber noch so sehr dem Gaumen schmeichelt: Das Wissen darum, dass sie nur hergestellt werden kann, indem man die Vögel in Maschinen hängt, die ihnen so lange einen Brei in den Schlund würgen, bis ihre Leber krank und verfettet ist – dieses Wissen übertönt jeden Geschmack.
Am artgerechtesten lebt das Wild
Ich weiß aber auch, dass man Nutztiere verantwortungsvoll halten kann. Indem man ihrem natürlichen Verhalten Raum gibt, sie den natürlichen Wechsel von Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit, Kälte und Wärme erleben lässt. Dass man ihnen den Platz gibt, das ihnen angeborene Sozialverhalten zu entfalten, so zu leben, dass die Artgenossen ihnen nicht mehr auf den Pelz rücken, als sie aushalten wollen. Ich rede nicht von glücklichen Hühnern, weil ich nicht menschliche Kategorien auf Tiere anwenden will. Wie ein artgerechtes Leben aussieht, das ist aber auch für Tiere definierbar. Am artgerechtesten lebt das Wild: Rehe, Hirsche, Hasen oder Wildenten – natürlicheres Fleisch kann man nicht genießen.
Mich interessiert darüber hinaus, was die Tiere fressen, von denen Fleisch, Eier und Milch stammen, bevor das alles in meinem Kühlschrank landet. Denn nicht nur mit der falschen Nutztierhaltung kann man schädigen, was uns allen gehört, sondern auch mit einer Landbewirtschaftung, die nicht nachhaltig ist. Nutztiere aus ökologischem Landbau entsprechen diesen Anforderungen. Sie werden artgerecht gehalten, artgerecht gefüttert und das Futter kommt aus nachhaltiger, biologischer Landwirtschaft – was nicht ausschließt, dass auch wir Ökobauern noch viel dazuzulernen haben.
Biofleisch ist nicht teuer, sondern wahrhaftig
Und ganz nebenbei stellt sich noch ein anderer Nutzen ein: Weil die Kosten der Produktion nicht in Form von Stickstoff- und Nitrateinträgen, von Artenschwund und Vernichtung der Bodenfruchtbarkeit der Allgemeinheit aufgehalst werden (und künftigen Generationen), ist Biofleisch teuer. Genau genommen nicht teuer, sondern wahrhaftig. Es kostet einfach so viel, wie es kostet.
Und deshalb esse ich mit großem Genuss Biofleisch und ich esse es selten. Denn mehr kann ich mir nicht leisten. Dass ich auf diese Weise meiner Gesundheit nicht ungesunde Fleischberge und dem Klima keine Aufheizung durch massenhafte Viehhaltung zumute, ergibt sich dann von selbst. Also stellt sich bei mir beim Grillen auch nicht die Frage ob, sondern wie viel Fleisch ich brauche, zusätzliches Gemüse ist ja auch nicht verkehrt.

















Lieber Felix Löwenstein! Sie sind sowohl im Vornamen als auch im Nachnamen eine Katze ,ergo ein Fleischfresser! Was Sie von der Katze unterscheidet,ist Ihr Herz! Katzen spielen ihre Beute gern zu Tode.Es heisst,sie lernen dadurch fürs spätere Katzenleben.
Sie hingegen möchten respektvoll eine andere Kreatur verspeisen,ohne von einem schlechten Gewissen geplagt zu werden.
Löblich aber utopisch!
Wie sagt der Türke an meinem Lieblingsdöner:
`` Weist Du,an Gammelfleisch ist noch nie einer gestorben``
Recht hat er.