Deutschland und Mexiko wollen eine nachhaltige Welt für die zukünftigen Generationen. Beide Länder müssen daher geschlossen an die globalen klimatischen Herausforderungen herangehen. Es ist offenkundig, dass Deutschland und insbesondere Bundeskanzlerin Merkel in diesem Komplex eine führende Rolle übernommen haben – politisch, diplomatisch und vor allem wissenschaftlich.
Mexiko und Deutschland sind strategische Verbündete, dem Klimawandel stehen beide Staaten gleichermaßen besorgt gegenüber. Dass die deutsche Regierung uns bei den Vorbereitungen zur nächsten Klimakonferenz Ende des Jahres in Cancún unterstützt, ist Ausdruck der Ernsthaftigkeit, mit der die Kanzlerin an das Thema Klimawandel herangeht. Das Treffen in Mexiko muss ein Erfolg werden.
Es ist Zeit für einen gemeinsamen Kampf gegen Armut und Klimawandel
Wir gehen von einer grundlegenden Prämisse aus. Das scheinbare Dilemma des Kampfes gegen die Armut und des Kampfes gegen den Klimawandel muss aufgebrochen werden. Wir gehen davon aus, dass beide Herausforderungen gleichzeitig angegangen werden müssen. Es ist Zeit, hierfür Mechanismen zu entwickeln.
Wie können wir in diesem Sinne voranschreiten? Kanzlerin Merkel und ich sind uns einig, dass die Verringerung von CO2-Emissionen durch Waldrodung von höchster Priorität ist. Wälder bieten uns eine große Chance, um weltweit den Kampf gegen den Klimawandel voranzubringen. Gleichzeitig können damit wir auch die Armut in den Entwicklungsländern bekämpfen.
Dafür müssen konkrete Projekte und pragmatische Alternativen auf der Klimakonferenz in Cancún eingebracht werden. Wir brauchen vor allem Ideen, die es den Entwicklungsländern ermöglichen, auf den globalen Zug aufzusteigen.
Fonds für globale Verantwortung
Kopenhagen war eine sehr gute Grundlage. Von dort aus werden wir Fortschritte erzielen. Unser aller Anstrengungen, aber insbesondere die Verpflichtungen der Entwicklungsländer, müssen messbar, also verifizierbar sein. Der „grüne Fonds“ Kopenhagens ist hierfür eminent wichtig. Mexiko legt sehr großen Wert darauf, Entwicklungsländern mit diesem Fonds die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit sie ihrer globalen Verantwortung gerecht werden können. Denn: Der Kampf gegen den Klimawandel ist wichtiger als die Interessen einzelner Länder.
Als Industrieland hat Deutschland einen enormen Einfluss, um diese Ziele, die wir verfolgen, voranzubringen. Auch Mexiko bietet Möglichkeiten, seinen Beitrag für eine nachhaltige Welt zu leisten. Als Entwicklungsland wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und mehr Verantwortung übernehmen.
Mexiko hat ein großes Interesse an einer deutlichen und klaren Verpflichtung nicht nur der Industrieländer, die bis jetzt von der Europäischen Union und insbesondere von Deutschland angeführt worden sind, sondern auch der Entwicklungsländer. Sie müssen diese gemeinsame Verantwortung übernehmen, mit differenzierten pragmatischen Vorschlägen.
Dieser Text ist eine Zusammenfassung der Aussagen des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón von der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel am 2. Mai 2010 in Bonn.


















