Wer weiß eigentlich, was derzeit getan wird, um einen zweiten Dioxin-Skandal zu vermeiden? Oder inwieweit hat sich der Golf von Mexiko nach dem BP-Desaster erholen können? Und wie läuft es mit der Verfassungsreform in Tunesien? Richtig, das ist Schnee von gestern. Es sind Strohfeuer-Themen, die unsere emotionalen Fieberkurven für kurze Zeit ansteigen lassen, bevor sie wieder zu Opfern unserer auf Twitter geeichten Aufmerksamkeitsspannen werden. Lieber regen wir uns mit den wöchentlich grüßenden Murmeltieren in Talkshows über Aktuelle(re)s auf, das nach spätestens ein paar Wochen wieder niemanden mehr interessiert.
Einzig die FDP schafft es, unsere Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und die Kurzlebigkeit des Medienzyklus zu verlängern wie Alpecin die Wachstumsphase von Haarwurzeln. Dioxin, Sarrazin oder Terrorgefahr – die Freien Demokraten haben jeden Hype überlebt und tatsächlich das Kunststück vollbracht, noch immer – 16 Monate nach Mövenpick – die Buhmann-Liste im Lande anzuführen.
Der FDP fehlt es an glaubwürdigen Kommunikatoren
Klar, man kann das unvergleichliche Einschießen auf einen Politiker, den die Wenigsten im Land für sympathisch halten, für unfair halten. Auch den Schwarzmalern bisheriger Regierungsarbeit ist man geneigt, ein paar Grautöne für ihre Farbpaletten zu schenken. Doch in der Politik zählen neben Inhalt vor allem Köpfe, die glaubwürdig zwischen Politik und Bürgern vermitteln können. Und hier fehlte es den Liberalen in den zurückliegenden Monaten an fähigen Kommunikatoren – sowohl an vereinzelten Stellen in der Regierung als auch im Bundestag. Deshalb konnte ihnen der mediale Befreiungsschlag nicht gelingen.
Mit Philipp Rösler als designiertem Parteivorsitzenden ist der erste Schritt aus dem Kommunikationsschlamassel gemacht. Der Gesundheitsminister kündigte sogleich an, für seine Aufgabe als Vize-Kanzler keinen weiteren Staatssekretär in seinem Ministerium zu platzieren – eine Forderung aus Oppositionszeiten, die bisher nicht eingehalten wurde. Mit Rösler steht außerdem jemand aus dem Trio – Rösler-Lindner-Bahr – an der Spitze, das schon seit geraumer Zeit für die überlebenswichtige Veränderung des FDP-Programms steht.
Weichen für 2013 stellen
Doch den erhofften Befreiungsschlag hat die FDP mit dieser alleinigen Personalentscheidung nicht vollzogen. Der Ehrenvorsitzende und ehemalige Außenminister Genscher spricht sich dieser Tage für den Rückzug weiterer Personen aus, um den Jungen die Chance zu geben „das Profil der neuen FDP durch neue Gesichter prägen zu lassen“. Das große Vorbild Guido Westerwelles hat dank seiner langjährigen Distanz vom Aphrodisiakum der Macht erkannt, was so einigen Amtsinhabern nicht einleuchtet: Der Neuanfang muss umfassend sein, um neue Inhalte glaubhaft kommunizieren zu können.
Bis zum Parteitag im Mai hat Philipp Rösler Zeit, die Weichen für den Bundestagswahlkampf 2013 zu stellen und die FDP zusammen mit seinem Generalsekretär auf den richtigen Kurs zu bringen. Damit die Liberalen in der Lage sind, nach langer Zeit wieder in Ruhe – in der Regierung und am Grundsatzprogramm – zu arbeiten, muss Rösler die Partei vom Ballast der zurückliegenden Monate befreien. Nur wenn die Kommunikation wieder gelingt, und nur wenn die FDP es schafft, aus den negativen Schlagzeilen herauszukommen, hat der organisierte Liberalismus in Deutschland eine Chance, wahrgenommen zu werden. Sonst bliebe einzig die Gewissheit, die Gesetze des kurzweiligen Medienzyklus außer Kraft gesetzt zu haben.





















Mann-o-Mann Herr Lieschke,
was ist das denn für ein Satz? „Das große Vorbild Guido Westerwelles hat dank seiner langjährigen Distanz vom Aphrodisiakum der Macht erkannt, was so einigen Amtsinhabern nicht einleuchtet: Der Neuanfang muss umfassend sein, um neue Inhalte glaubhaft kommunizieren zu können.“
Kapiere ich da irgendetwas nicht, oder liegt es doch an Ihnen, hier etwas niedergeschrieben zu haben, was völlig an der Wirklichkeit vorbei geht? Westerwelle hat etwas erkannt? Was denn? Und von selber zurückgetreten soll er wohl auch noch sein? Also wirklich . . !
Der Grund, warum die FDP seit Beginn dieser Koalition im Schussfeld steht (die Kanzlerin übrigens auch, nicht aber unbedingt die Union!), liegt fast ausschließlich an Guido Westerwelle und . . . an Angela Merkel. Das begann schon mit Westerwelles kindlichen Gehabe nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen und seinem veröffentlichten „DU“ zu Horst Seehofer und ging weiter mit der Auswahl seiner Reisebegleitungen bei den ersten Auslandsreisen als Minister und-und-und.
Dass die Kanzlerin keine „Götter neben sich duldet“ hätte er ebenfalls wissen müssen, auch wenn das bei der fast gleichstarken SPD in der Vor-Koalition noch nicht so zum Tragen kam. Warum wohl hat sich Frau Merkel die FDP als Koalitionspartner ausgesucht? Bei schwarz-rot hatte doch Alles wunderbar funktioniert. Mit der FDP hat sie eine Koalitionsvereinbarung getroffen und anschließend von den FDP-Beiträgen (außer der MWSt-Reduzierung für das Beherbergungsgewerbe!) so gut wie Nichts umgesetzt (mit einem Kleinen kann man das machen), das wäre mit der SPD nie gegangen!
Und weil es eben Westerwelle, Niebel (ein völliger Ausfall!), Brüderle und auch Rösler waren, die als FDP-Minister im Kabinett waren/sind (Frau Leutheusser nehme ich da als einzige FDP-Ministerin mit Rückgrat aus) und eben nicht ein Steinbrück, Steinmeier, Gabriel, Struck & Co, also lauter Leute, die entweder zu schrill, zu großmäulig zu eigenbrödlerisch oder zu brav sind, konnten sie sich bei Frau Merkel nicht durchsetzen, zumal sie auch kein wirklich eigenes Programm mit in die Koalition gebracht haben.
Was Alles passiert ist, muss man nicht nochmal Alles aufzählen. Was jetzt passiert, ist aber auch nicht besser. Alle Verantwortung einem unter Vierzigjährigen hinzuschieben, so nach dem Prinzip „der macht das schon, der kann das“, ohne ihm von der ersten Stunde an auch fachliche Unterstützung, nachvollziehbare und richtungsweisende Programmvorschläge zukommen zu lassen, kann keinen Erfolg bringen. Christian Lindner scheitert daran bereits, weil er vorschnelle Taktiken vorgibt, die er dann auch gleich wieder zurück nimmt und/oder ins Gegenteil umwandelt. Von dieser Zick-Zack-Politik (siehe Merkel, Seehofer & Co.) haben die Wähler mittlerweile die Nase mehr als voll!
Die FDP wird für viele Jahre in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn sie überhaupt noch in den nächsten Bundestag mit einzieht und offen gesagt, sie wird wohl kaum Jemandem fehlen (außer besagte Frau Leutheusser-Schnarrenbereger, die im Justizministerium gut ist, wie kaum einer ihrer Vorgänger).
Sehr geehrter Herr Fabian Lieschke,
die Grundprobleme der FDP liegen doch viel tiefer, ich meine die Vertreter der FDP erfreut sich fröhlich beim hintergehen und dem eigentlichen Anspruch einfacher regulärer Kranken- und Rentenkassen Beitragszahler.
Es gab mittlerweile zwei (Herrn Rössler und Bahr) die mehr von diesem Job überforderte FDP Leute die es nicht geschafft haben das Vertrauen Deutscher Sozial Versicherungszahler wiederherzustellen.
Sicher die Fehler wurden zum Teil von der einstigen SPD begangen und verursacht (zuletzt Frau Nahles) oder in früheren Zeiten Herrn Norbert Blühm).
Letztlich sorgt aber das permanente Versagen Deutscher Politik nicht nur für einen absoluten Vertrauensverlust in die Deutsche Politik, es sorgt auch leider dafür das die Intelligenz Deutschland`s entweder keine Lust mehr hat hier noch Kinder in die unsicher Welt zu setzen, oder aber abwandert.
Das einigermaßen akzeptable wenn auch viel zu hohe Wahlergebnis der FDP bei der letzten Bundestagswahl dürfte in erster Linie daran liegen das viele auch alte wie mich von uns sich noch gut an die tollen Leistungen des Herrn Genscher erinnern. Aber deshalb wird eine FDP sicherlich nicht mehr als wählbar angesehen.
Das was sich vermutlich schon viel zu lange das Deutsche Volk wünscht ist soziale Gerechtigkeit-, ein Ende der Schere zwischen arm und reich ich meine keine zwei Klassen Gesellschaft Privat- und Lumpenversicherung wie es unsere Feinen der Ärzte und höher versicherten der Gesellschaft selbst zu gern betiteln. Welcher wählende Bürger möchte schon seine Kinder in einer asozial eingestellten Gesellschaft aufwachsen sehen?
Sicherlich insgesamt nur meine persönliche Meinung, aber ich möchte mich hier auch bei Herrn RCB bedanken der sehr viele Bereiche der desolaten FDP Politik sehr klar dargestellt hat.
Mit freundlichen Grüßen
Schnorchelentsafter