Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht. Thilo Sarrazin

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In Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau wurde bereits viel erreicht. Von einer wahren Geschlechtergleichheit sind wir dennoch weit entfernt. Aktionen wie der „Girls’ Day“ sind gut, doch wir brauchen Gleichheit an allen 365 Tagen des Jahres.

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Die internationale Frauenbewegung feiert in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag. Mit einem gewissen Stolz darf behauptet werden, dass vieles erreicht wurde: das aktive und passive Frauenwahlrecht, das Gleichstellungsgebot in Artikel 3 GG. Und die rechtliche Gleichstellung, insbesondere im Ehe- und Familienrecht. Und dennoch ist die tatsächliche Gleichstellung längst nicht erreicht. In der Arbeitswelt, im Steuerrecht, bei der Vereinbarkeit von Beruf und Karriere mit familiären Pflichten gehören Barrieren für Frauen immer noch zum Alltag.

Neue alte Herausforderungen

Deshalb müssen wir die Debatte um die Gleichstellung von Mann und Frau gerade heute weiterführen: geringerer Lohn für gleiche Arbeit, fast ausschließlich männliche Besetzung von Führungs- und Entscheidungsebenen in der Wirtschaft und nicht zuletzt Berufszweige, die Männer noch immer als Domänen für sich beanspruchen, stellen die Frauenbewegung in Deutschland vor „neue alte“ Herausforderungen. Alle bisherigen Fortschritte sind mühsam erkämpft worden und auch die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern wird schneller durch gemeinsames Handeln als durch weitere freiwillige Vereinbarungen gelingen.

Wir, die SPD-Bundestagsfraktion, haben diese Herausforderungen bereits angenommen. In der aktuellen Debatte um verbindliche Frauenquoten in Aufsichtsräten und Vorständen deutscher Wirtschaftsunternehmen vertreten wir die Position, dass mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzt werden müssen. Dies gilt in den Aufsichtsräten für die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite und es gehören auch Sanktionen dazu, z.B. die Nichtigkeit der Gesellschaftsbeschlüsse. Der Parteivorstand der SPD hat in einem Beschluss zum 100. Internationalen Frauentag einen Aktionsplan vorgelegt, der die Förderung einer partnerschaftlichen und gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen der Gesellschaft vorsieht: sei es der Abbau prekärer Beschäftigungsverhältnisse oder die Aufwertung sogenannter, schlecht bezahlter „Frauenberufe“.

Gleichstellung an allen 365 Tagen des Jahres

Besondere Funktionen kommen im Rahmen dieser Diskussion natürlich den bevorstehenden Aktionstagen zu: Am „Girls‘ Day“ sollen jährlich junge Mädchen an Berufszweige herangeführt werden, die durch sogenanntes „traditionelles“ Berufswahlverhalten bisher eher nicht in Betracht gezogen wurden. Am „Equal Pay Day“ soll nicht nur auf die bestehende Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht werden. Diese Ungerechtigkeit muss so schnell wie möglich beendet werden und auch dies geht nur mit einer gesetzlichen Regelung.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern muss an allen 365 Tagen im Jahr ins Zentrum des politischen Handelns gestellt werden und nicht nur an einigen wenigen Tagen. Wer die Potenziale der Hälfte der Bevölkerung brachliegen lässt, wird auch wirtschaftlich den Anschluss verlieren. Liebe Leserinnen und Leser, Geschlechtergleichheit und gesellschaftlicher Fortschritt gehören zusammen, weshalb das Durchbrechen alter Rollenmuster in unser aller Interesse liegt.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Henrike von Platen, Christian Opitz, Kristina Schröder.

Leserbriefe

Aus der Debatte

Frauen in der Gesellschaft

Lohnt sich nicht

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Bis heute müssen Frauen mehr arbeiten, um das gleiche Geld wie Männer zu verdienen. Die Diskriminierung beginnt am Pflegebett. Eine Bilanz zum Equal Pay Day 2013.

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von Henrike von Platen
21.03.2013

Miese Quote

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Wie gerne nehmen wir Skandinavien als soziales Vorbild her. In Norwegen hat die Einführung der Frauenquote massiv Vermögen vernichtet. Eine Quote macht noch keinen Kulturwandel.

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von Christian Opitz
26.09.2012

Die Schafherde zieht weiter

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Wir brauchen eine Quote, weil Frauen nicht schlechter, sondern benachteiligt sind. Flexibel muss sie sein, weil sich Firmen unterscheiden.

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von Kristina Schröder
28.10.2011

Mehr zum Thema: Spd, Gleichstellung, Gesellschaft

Kolumne

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von Margaret Heckel
09.05.2013

Kolumne

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von Christoph Giesa
09.05.2013

Kolumne

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von Christoph Schlegel
26.04.2013
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