Die Wissenschaft kann das Universum erklären, ohne dass es eines Schöpfers bedarf. Stephen Hawking

Die Mehrheit der Deutschen für Seehofers: „Nein, Der Islam gehört nicht zu Deutschland“

Kaum in Berlin zum Innenminister vereidigt hatte der frühere Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer mit einem Zitat für Schlagzeilen gesorgt. „Nein, Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagte der CSU-Politiker und bekommt dafür eine glatte Dreiviertelmehrheit. 76 Prozent der Bundesbürger stimmen ihm zu.

Der CSU-Politiker, der in den vergangenen Jahren immer wieder auf Konfrontationskurs zur Flüchtlingspolitik der Kanzlerin ging, konnte nicht nur im Koalitionsvertrag die vielkritisierte Obergrenze durchsetzen, sondern bekommt mit seiner Aussage, „Nein, Der Islam gehört nicht zu Deutschland" großen Zuspruch. 76 Prozent der Deutschen stimmen ihm zu. Immer wieder stand die Leitkulturdebatte und damit das Thema der Zugehörigkeit des Islam zur deutschen Kultur im Raum – entzündet damals von Friedrich Merz im Jahr 2000. Schon damals sprachen die Grünen von einer „rassistischen Kampagne.“ Neu entfacht hatte diese dann im vergangenen Jahr der ehemalige Innenminister Thomas de Maizière, der dafür nicht nur in den eigenen Reihe viel kritisiert wurde.

Dass der Islam zu Deutschland gehöre hatte Altbundespräsident Christian Wulff 2010 eindeutig mit Ja beantwortet und die Flankendeckung von Angela Merkel erhalten. Damals erklärte Wulff: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.„2012 intervenierte wiederum ein Politiker, diesmal der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck gegen Wulffs Vorstoß und betonte, dass er diesen Satz so nicht übernehmen könne, „aber seine Intention nehme ich an“. In einer vielbeachteten Rede in Düsseldorf erklärte Gauck im Februar 2018. „Ein Nationalstaat darf sich nicht überfordern. Wer sich vorstellt, quasi als imaginierter Vertreter eines Weltbürgertums alle Grenzen des Nationalstaates hinwegzunehmen, überfordert nicht nur die materiellen, territorialen und sozialen Möglichkeiten eines jeden Staates, sondern auch die psychischen Möglichkeiten seiner Bürger. Sogar der weltoffene Mensch gerät an seine Grenzen, wenn sich Entwicklungen vor allem kultureller Art zu schnell und zu umfassend vollziehen.“ „Wohin ein solcher Multikulturalismus aber tatsächlich geführt hat, das hat mich doch erschreckt“, so Gauck.

Wie Seehofer betonte, gehört der Islam nicht zu Deutschland.“ Vielmehr sei die Bundesrepublik durch das Christentum geprägt. Der neue Innenminister, der sich auch für eine Verschärfung der Grenzkontrollen und für verstärkte Abschiebungen stark macht, ergänzte jedoch: „Die bei uns lebenden Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland.“

Während 76 Prozent Seehofer zustimmen, lehnen 11Prozent der Deutschen die Aussage des CSU-Politikers ab. Rückendeckung erhält Seehofer aus den eigenen Reihen. Hier sind es immerhin 88 Prozent, davon sogar 70 Prozent mit „vollkommen“. Noch mehr Zustimmung kann das politische Urgestein in den Reihen der FDP (91 Prozent) und bei der AfD (95 Prozent) erlangen. Beim neuen Koalitionspartner SPD liegt die Zahl der Sympathisanten bei (51 Prozent), bei den LINKEN bei (57 Prozent).

Insbesondere in den ländlichen Regionen kann Seehofer mit seiner Aussage deutlich punkten. Hier sind es 79 Prozent, in den Städten dagegen nur 67 Prozent. Im Osten des Landes sind 79, im Westen 76 Prozent mit Seehofers kritischer Äußerung einverstanden.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Dokumentation - Texte im Original, Barbara Köster, Vera Lengsfeld.

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