Ich spare durch Wachstum. Norbert Röttgen

Mogelpackung Sexualkunde

Es geht bei der Frühsexualisierung nicht nur um die Förderung der Toleranz gegenüber Homosexuellen, für die „Vielfalt“ als bagatellisierender Tarnbegriff dient. Sondern es geht darüber noch hinaus um die Durchsetzung der Homosexualität als Neue Normalsexualität, die die „Zwangsheterosexualität“ ersetzen soll.

Die Interessensvertreter homosexueller Lebensweisen bieten seit einiger Zeit bundesweit eine Serviceleistung von „allgemeinem“ Interesse an: Es ist die „Sexualpädagogik der Vielfalt“, auch als „Frühsexualisierung“ bekannt geworden. Sie soll das schaffen, was der Aufklärungsunterricht herkömmlicher Art in den Schulen nicht geschafft hat, nämlich die Prävention gegen Aids, Homophobie und sexuelle Übergriffen zu sichern. Beruhigend wirkt, dass die jeweiligen Landesregierungen diese Sexualpädagogik an so bekannte Verbände (wie „pro familia“), vergeben und finanziell unterstützen. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus.

Die betroffenen Eltern erfahren selten – per Zufall, oder gar nicht – wie ein Unterricht über sexuelle Vielfalt von nicht ausgebildeten Lehrkräften durchgeführt wird. Vertreter von Homosexuellengruppen halten vor Klassen an staatlichen Schulen einen Unterricht unter anderem über ihre Liebes- und Lebensweisen ab – mit exzellentem Bild- und Demonstrationsmaterial

Um was geht es?

Es geht bei der Frühsexualisierung nicht nur um die Förderung der Toleranz gegenüber Homosexuellen, für die „Vielfalt“ als bagatellisierender Tarnbegriff dient. Und es geht auch nicht nur um Akzeptanz, also um eine positiv-unterstützende Wertschätzung von Lesben und Schwulen und ihren Lebensweisen, die gewährt aber nicht eingefordert werden kann. Ja, es geht nicht einmal nur um die „Normalisierung der Homosexualität“, durch die diese quasi unterschiedslos und ´gleich´ neben der Heterosexualität stünde. Sondern es geht darüber noch hinaus um die Durchsetzung der Homosexualität als Neue Normalsexualität, die die „Zwangsheterosexualität“ ersetzen soll.

´Toleranz´; ´Akzeptanz´ und ´Vielfalt´ sind bloße Tarnbegriffe für das Ziel der Neuen Normalsexualität. Und die umstrittenen sexualpädagogischen Curricula, die jetzt der Absicht nach von den Grünen und der SPD eingeführt werden, sind, was selbstverständlich nicht offen zugegeben wird, als entscheidende Weichenstellung hin zur Neuen Normalsexualität gedacht und gemeint. Unser Gegenargument: Heterosexualität ist ein Ergebnis evolutionsbiologischer Prozesse und für die Fortpflanzung notwendig, damit ist die Sichtweise der Neuen Normalsexualität schlicht falsch . Man könnte nun im Rahmen der bisher üblichen Sexualaufklärung das Thema Homosexualität in angemessenem Umfang mit abhandeln, und zwar mit dem Ziel der wechselseitigen Toleranz zwischen Hetero- und Homosexuellen. Das würde völlig genügen, aber nicht aus Sicht der homosexuellen Interessengruppen. Die sehen nämlich in jedem Heterosexuellen einen Homophoben.

Sexualerziehung statt Prävention

In Baden-Württemberg beispielsweise erhält im Rahmen des Aktionsplans „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“ das Netzwerk für sexuelle Vielfalt (LSBTTIQ) jährlich eine halbe Million Euro, um sich eine Geschäftsstelle aufzubauen und den Kampf gegen die sogenannte Homophobie an Schulen politisch voranzutreiben. Und das mit der Begründung: Kenntnisse der eigenen Geschlechtlichkeit und sexueller Varianten bewahrt die Kinder vor sexuellen Übergriffen. Die so gepriesene Prävention stellt einen Teil des Unterrichts dar. Ein Bundesland nach dem anderen wird von neuen Rahmenrichtlinien zur Sexualpädagogik und Aktionsplänen gegen Homophobie heimgesucht. Der jeweils aktuelle Stand dieser Pläne kann hier http://www.lsvd.de/politik/aktionsplaene-fuer-vielfalt-und-akzeptanz.htmlabgerufen werden.

Der Bock wird zum Gärtner

Wie bitte? Da macht man doch den Bock zum Gärtner… Oder anders gefragt, warum bieten gerade die Gruppen aus dem LSBBTIQ-Netzwerk Sexualkundeunterricht mit staatlicher Unterstützung an? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil sie mit einem solchen Unterricht direkten Zugang zu Jugendlichen erhalten, zu Menschen größer Empfindlichkeit für identitätsstiftenden Unterricht. Ihre Strategie ist immer die gleiche: Zuerst werden die den Schülern bekannten Rollen von Mann (Vater) und Frau (Mutter) hinterfragt, ja zerstört, um dann dafür ihre eigenen, homosexuellen Lebensweisen, wie schwul, lesbisch, intersexuell und so weiter. „praxisnah“ zu vermitteln. Die Zerstörung der herkömmlichen Rollenbilder geschieht nach dem Motto der 68er: „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“.

Werden „Mann“ und „Frau“ in die Vielfalt sexueller Orientierungen eingereiht, dann sind die zwei „normalen“ Geschlechter „Mann“ und „Frau“ nur ein Teil der „Vielfalt“ anderer sexuellen Orientierungen. Das ist volle Absicht. Die Interessenvertreter sexueller Vielfalt wollen mit dieser Strategie für ihre sexuellen Orientierungen einen normativen Status in der Gesellschaft erreichen. Ihre unbewusste Sehnsucht nach Normalität würde so erfüllt werden. In der Praxis bedeutet das: Gegen Unterrichtsende könnte der Vertreter der Homolobby einem Jungen erläutern: „Siehst Du, Junge, du kannst auch schwul werden!“.

Die Alarmglocken der Experten läuten schon lange

Die Zielsetzung der „Sexualpädagogik der Vielfalt“, Prävention zu sichern, wird vor diesem Hintergrund zu einer Farce. Experten bestätigen: die Sexualpädagogik der Vielfalt macht die Kinder nicht stark hinsichtlich sexueller Übergriffe (Gerhard Amendt, Sollen die Kinder sich doch wehren, in: FAZ vom 31.12.2014) , sondern erreicht das Gegenteil: ihr Schamgefühl und ihre natürliche Geschlechtlichkeit werden eher geschwächt. Wenn der Missbrauchsbeauftragte die Alarmglocken läutet und vor den Gefahren der Sexualpädagogik in frühen Jahren warnt, müssten die Warnungen auch von den Kultusministerien der Länder gehört werden. Wird es aber nicht. Warum nicht? Die relevanten Interessengruppen haben sich die staatliche Unterstützung gesichert, indem sie den Lehrstoff „sexuelle Vielfalt“ als Aufklärungsunterricht für Prävention von Aids und sexuellen Übergriffen begründen. Auch würden sie kaum Schulleiter finden, die die Türen ihrer Schulen für diese Art von „Aufklärung“ öffnen. Also verpackt man die Sexualkunde der Vielfalt in eine Mogelpackung mit dem Namen „Prävention gegen Aids und sexuelle Übergriffe“. Inzwischen haben schätzungsweise fast die Hälfte der Länderministerien den Lehrplan „Sexuelle Vielfalt“ eingeführt.

Inzwischen liegt auch ein Gutachten aus juristischer Sicht vor: Es beurteilt die „Sexualerziehung der Vielfalt“ als verfassungswidrig.

Zusammenfassung

Die Sexualaufklärung, die mit dem Slogan der Akzeptanz sexuelle Vielfalt antritt, hat nichts mehr mit dem klassischen Sexualkundeunterricht, wie der die letzten 40 Jahre in Deutschland Alltag war, zu tun. Sie kann auch keine Prävention gegen Aids oder sexuellen Übergriffen leisten. Darüber hinaus dient die Sexualkunde externer Gruppen hauptsächlich der Verbreitung ihrer eigenen, besonderen Lebensweisen.

Und die Betroffenen? Die Elterngruppen werden kaum vor Verkündung der Lehrpläne detailliert und in aller Offenheit über die wahren Hintergründe den Unterricht der sexuellen Vielfalt informiert. Und als Eltern ihrer Kinder in den Schulen werden sie nur durch Elternabende formal unterrichtet. Last not least: Mit unseren Kindern haben diese unausgebildeten Lehrkräfte ein widerstandsloses Publikum, das an ihren Lebensweisen heute oder morgen Gefallen finden könnte – sofern die Kinder nicht durch Eltern eine sichere Abwehrhaltung gewonnen haben.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Albert Wunsch, Albert Wunsch, Matthias Matussek.

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