„Es können Brücken gebaut werden zwischen Müsli-Essern, Wertkonservativen und Brioni-Trägern.“ Peter Müller
Während die US-Regierung unter Barack Obama um ihren neuen Kurs gegenüber Israel und dem Hardliner Benjamin Netanjahu ringt, muss sich auch Deutschland positionieren. Doch wieviel Gewicht sollte der Antrittsbesuch von Guido Westerwelle tatsächlich eingeräumt bekommen?
Dass Israel die größte Herausforderung für Außenpolitiker sei, ist ein verbreiteter Irrtum. Er wird dadurch nicht wahrer, dass man ihn fortwährend wiederholt.
Die Okkupation der palästinensischen Gebiete durch Israel muss ein Ende haben, und es gibt nur einen, der das schaffen kann. Ein radikal rechter Präsident. Mit dem nötigen ausländischen Druck bietet die Regierung Natanjahu Grund zur Hoffnung auf Frieden. Selbst für einen radikal Linken wie David Rubinger.
Israels Premier Benjamin Netanjahu hat in sechs Monaten fast alles kaputt gemacht: Der Frieden wird unter dem Beton weiterer Siedlungen begraben. Die ausgestreckte Hand der Palästinenser ignoriert er durch eiskaltes Schweigen. Nicht mehr lange und sie wird zurückgezogen werden – und Netanjahus Weltanschauung zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Dann schlägt die Stunde der Hamas.
Es wird unermüdlich wiederholt: Tauben mögen den Frieden symbolisieren; aber nur Falken können ihn bringen. Das würde heißen, dass nur eine rechte israelische Regierung in der Lage ist, Frieden zu schließen. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass das so nicht stimmt.
Israels rechte Regierung hat im Ausland derzeit wenig Freunde. Europäische Politiker und Diplomaten denken nostalgisch an die Zeiten, da in Jerusalem eine freundliche Linke mit politischen Idealen herrschte. Doch das ist eine Lebenslüge der internationalen Politik.