Wir streben nicht nach der Weltherrschaft. Klaus Kott

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Die unendliche Geschichte

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Staats- und Regierungschefs der in den Afghanistankrieg verwickelten Länder brüten über einer Strategie für das zerrüttete Land am Hindukusch. Auch fast zehn Jahre nach Beginn der Intervention sind sich die Koalitionäre vor allem eines: uneinig.

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Von jeher war das karge Gebirgsland am Hindukusch die Bühne für kriegerische Auseinandersetzungen wechselnder Herrscher und Besatzer. Zuletzt kontrollierten die fundamentalistischen Taliban das Land, bis die Vereinigten Staaten als Reaktion auf den 11. September mit einer Allianz aus etwa 40 weiteren Staaten in Afghanistan einrückten. Das Ziel: das Talibanregime und damit die Schutzmacht Osama bin Ladens zu stürzen und das am Boden liegende Land wieder aufzurichten. Für die innenpolitische Stabilität sollte die internationale Sicherheitsunterstützungstruppe ISAF sorgen, zu der auch deutsche Bundeswehrsoldaten gehören.

Was als gut gelaunte Mission begann und 2004 mit einer neuen Verfassung und der Wahl des neuen Präsidenten Hamid Karsai seinen vorläufigen Höhepunkt fand, entwickelte sich ab 2005 zunehmend zum Albtraum für den Westen: Die Wirtschaftshilfe schlug nicht an, der Drogenhandel begann wieder zu florieren und die Sicherheitslage ließ sich partout nicht stabilisieren – auch weil sich langsam, aber sicher die Taliban zurückmeldeten.

Und während sich Terroranschläge und militärische Auseinandersetzungen auch in dem von Deutschen kontrollierten Norden des Landes häuften, begannen die Soldaten, mehr und mehr ums eigene Leben zu kämpfen. Laut der Internetseite icasualties.org sind seit Beginn der Kriegshandlungen im Jahr 2001 bereits 1340 Soldaten getötet worden, davon über 30 Deutsche. Am Hindukusch herrscht ein Krieg, in den auch die deutschen ISAF-Soldaten hineingezogen werden. Mit wachsender Skepsis unter Militärs, Entwicklungshelfern, Politikern und der deutschen Bevölkerung steigt auch die Zahl der Menschen, die eine klare Ausstiegsperspektive fordern: Weil der Krieg nicht zu gewinnen und die Demokratisierung der afghanischen Klangesellschaft utopisch sei. Und auch weil mit dem Einsatz in Afghanistan nicht nur deutsche Rekruten im Fadenkreuz islamistischer Terroristen stehen, sondern auch ihr Heimatland selbst.

Die jüngsten Wahlen in Afghanistan waren überschattet von Anschlägen und Drohungen der Taliban. Der Erfolg: Nur jeder dritte Afghane ging zur Wahl, Hoffnung auf einen neuen Aufbruch in die Moderne, auf Sicherheit oder Wohlstand hat am Hindukusch kaum noch jemand. Die Pläne, Afghanistan in einen islamischen Musterstaat zu verwandeln, sind längst dem Bemühen gewichen, das Land nicht erneut zum Sammelbecken des internationalen Terrorismus werden zu lassen.

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