„Die Existenz des Weihnachtsmannes ist wahrscheinlicher als Steuersenkungen nach der Bundestagswahl.“ Tarek Al-Wazir
Ein positives Resümee kann Papst Benedikt nach fünf Jahren kaum ziehen. Der Streit um die Pius-Bruderschaft 2009 und der jetzige Missbrauchskandal überschatten die Leistungen seines Pontifikats. Die sind beträchtlich, der Glaube an Jesus Christus ist unter Benedikt XVI. schärfer geworden, der Kern des Katholischen sichtbarer.
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Fragt man Zeitgenossen wenige Wochen nach dem Papstbesuch in Deutschland, was davon geblieben ist, kommt man ins Staunen. Von den etwa 20 Ansprachen, die Benedikt XVI. gehalten hat, sind nur Spurenelemente übrig.
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Papst Benedikt hat appelliert, moralische Grundfragen nicht allein vom Mehrheitsprinzip abhängig zu machen. Moral, so seine Forderung, muss depolitisiert werden. Überraschende Worte von einem Theologen, dessen Organisation mehr als nur eine Leiche im Keller hat.
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Der Papst kommt im Herbst zum ersten Mal auf Amtsbesuch nach Deutschland. Kritische Stimmen legen Benedikt XVI. nahe, nicht im Parlament zu sprechen, immerhin sei er Europas letzter Potentat. Doch die Argumentation läuft ins Leere, wenn man genau hinschaut.
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Warum ereifern wir uns über den päpstlichen Nebensatz zu Kondomen? Im entscheidenden Moment wird sich kaum jemand auf kirchliche Verbote berufen. Und auch die HIV-Problematik ist jetzt nicht vom Tisch gewischt. So allmächtig ist dann selbst der Papst nicht.
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Die katholische Kirche betreibt den Reformstau. Zur Modernisierung der Kirche sind tief greifende Veränderungen notwendig. Doch unter Papst Benedikt bewegt sich die Kirche in die entgegengesetzte Richtung. Der Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils ist damit passé.
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Die deutschen Bischöfe holen sich Rat bei der Unternehmensberatung McKinsey. Doch beim Vatikan stoßen solche Initiativen auf wenig Gegenliebe. Für die Glaubenshüter in Rom drängt sich der Verdacht des Relativismus auf.