„Mit kleinen Jungen und Journalisten soll man vorsichtig sein. Die schmeißen immer noch einen Stein hinterher.“ Konrad Adenauer
Sie waren einmal der Garant für den Aufbau der Demokratie. Heute ist die Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern so groß wie sie selbst. Der Streit um den ZDF-Chefredakteur Brender, dessen Vertrag nun vom Verwaltungrats nicht verlängert wurde, macht deutlich: Vor politischer Einflussnahme sind auch sie nicht gefeit. Woraus legitimiert sich der staatlich finanzierte Artenschutz dann noch? Müssen die Sender neu strukturiert werden? Und wer soll das bezahlen?
An der Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden zeigt sich, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Niveau den Privatsendern längst angepasst haben. Ein Auszug aus Alexander Kisslers neuem Buch "Dummgeglotzt".
Die Politik mischt sich so dreist wie immer und so öffentlich wie nie in die Personalpolitik des ZDF ein. Intendant und Verwaltungsrat haben sich ineinander verbissen. Nun sucht der Sender einen Weg aus dem Schlamassel.
Was kann das ZDF denn überhaupt noch? Nicht viel, meint Jo Groebel, Medienpsychologe aus Berlin. Es hat aber noch viel Potenzial. Auf dem Alten aufbauen, als das ZDF noch die Avantgarde der öffentlich-rechtlichen Sender war. Allein es fehlen junge kreative Köpfe. Die bleiben aus, solange der Gremienproporz auf dem Lerchenberg regiert. Da bleibt nur eins: die Alten wegmobben.
Neue Medien graben etablierten Akteuren das Wasser ab. Das ZDF will auf das veränderte Verhalten des Publikums reagieren und frohlockt über die Breitband-Internetanschlüsse: Endlich nicht nur Fotos und Grafiken im Netz anbieten, sondern auch wieder Filme! Auf digitalen Kanälen will der Sender nun neue Formate testen.