Das Wort Gottes galt über Jahrhunderte als moralisches Gesetz und absolute Wahrheit. Dann kam die Diskurstheorie - und alles war ganz anders.
Absolute Wahrheit: wer kann das schon wirklich verstehen? Wenn man den Begriff nur lokal begreift, dann ist das Konzept durchaus sinnvoll und kann helfen, zwischen Kulturimperialisten und Sprachrelativisten zu vermitteln.
Absolute Wahrheit gibt es nicht. Journalisten mögen nach der Wahrheit streben, doch jeder Satz ist eine Entscheidung. Autoren führen ein Doppelleben: Sie notieren Ereignisse, die erst im Nachempfinden echt werden.
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Wahrheit beruht auf Fakten – doch in den Köpfen der Menschen können selbst Fakten über das gleiche Ereignis völlig anders in Erinnerung sein.
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Es ist intellektuelle Mode, die Idee einer objektiven Wahrheit anzuzweifeln. Eine verfehlte Kritik, die nicht zwischen Tatsachen und Überzeugungen zu unterscheiden weiß – und sich letztlich selbst auf die Objektivität stützt.
Es gibt absolute Wahrheit, aber uns fehlen die Instrumente, sie zu messen und zu erkennen. Zweifel, nicht Sicherheit, helfen uns in dieser Situation. Wer das verhehlt, handelt unredlich.
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Es existiert eine objektive und ewige Wahrheit - sie zu finden allerdings, ist ein langwieriger und schwieriger Prozess. Dennoch lohnt die Suche, so wir uns als politisches Subjekt ernst nehmen.