Die Jugend geht nicht auf die Straße, zumindest in Deutschland. Karriere und Pragmatismus sind zum Credo vieler junger Menschen geworden - und gleichzeitig zur Bürde. Ist das das Leben, das wir uns wünschen?
1
Bessere Jobs, attraktivere Körper, schlauere Kinder - die Optimierung des Ichs ist zum Imperativ des 21. Jahrhunderts geworden. Doch mit Individualismus hat dieser Perfektionswahn nichts gemein.
2
Die Jugend hat die verloren geglaubten Sekundärtugenden reanimiert. Fleiß und Strebsamkeit sind aber nicht Mittelpunkt des Lebens, vielmehr geht es um eine lebenswerte Kombination aus Karriere und Lebenslust - und vielleicht in Zukunft auch mehr Idealismus.
7
Die Jugend ist politikverdrossen? Falsch. Doch der Widerstand hat sich gewandelt: vom Empörungsaktivismus der 68er zum pragmatischen Handeln. Wir wollen Spießer sein - und trotzdem Gutes tun.