Wir dürfen uns nicht auf Einzelne verlassen. Jeffrey Sachs

Hintergrund

Equal goes it loose!

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Wenn deutsche Spitzenpolitiker ins Ausland reisen, halten Satiriker den gespitzten Bleistift bereits in freudiger Erwartung griffbereit: Nach Außenminister Westerwelle hat nun auch der neue EU-Komissar Oettinger mit seinen Englisch-Kapriolen die Lacher unfreiwillig auf seiner Seite. Braucht die deutsche Hochpolitik etwa Nachhilfeunterricht?

Hintergrund

Deutsche Politiker zeichnen sich sicherlich durch vieles aus. Doch Wortgewandtheit ist eine Eigenschaft, von der wir erst seit Guttenberg wieder richtig zu schwärmen wagen.

Stoiber bewies das Fehlen derselbigen beispielsweise durch diffuse Abhandlungen zum Münchner Nahverkehr: “Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München … mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen … am … am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug.”

Vor allem im Ausland haben sich die Vertreter des deutschen Volkes in dieser Hinsicht nicht immer mit Ruhm bekleckert. Zwar wissen sie meist, was sie sagen sollen, aber am Wie scheint es zu hapern.
Selbst heute, da selbst an Grundschulen Englisch gelehrt wird, beschränken sich Englischkenntnisse vieler Politiker auf ein Niveau, das einen 9-Jährigen erröten lassen würde.

Königliche Kenntnisse

Schon der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke zeigte sein Talent in den 60er-Jahren ohne Scham, als er sich während eines Staatsbesuches in Großbritannien zur Queen drehte und die soeben beginnende Parade mit den Worten “Equal goes it loose” kommentierte. Für jene, die der englischen Sprache frei nach Lübke nicht mächtig sind: Gleich geht es los.

Nun mussten wir in den letzten Monaten unfreiwilligerweise wieder Zeugen dramatischer Kenntnislücken werden. Guido Westerwelle (von den Fans seiner Facebook-Fanseite “no one can reach me the water” zärtlich Westerwave genannt), scheint geradezu prädestiniert für einen Posten, der ihn um die ganze Welt führt. Vor allem als Außenminister seien seine Englischkenntnisse ungenügend und peinlich, hagelt es Kritik.

Seit einigen Tagen kann sich Westerwelle jedoch von den Attacken gegen seine Sprachfertigkeit erholen, da die kritischen Blicke der Nation auf einen anderen Politiker gewandt sind.

Aufnahmen eines Vortrags des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger an der Columbia University kursieren derzeit überall im Internet. Mit einer bis zur gänzlichen Unverständlichkeit reichenden Aussprache verursachte der Stuttgarter in ganz Deutschland Amüsement und Fremdscham.

Vor dem Hintergrund, dass Oettinger noch jüngst von der Wichtigkeit, die englische Sprache zu beherrschen, sprach und diese in seiner neuen Funktion als Mitglied der Europäischen Kommission auch oft selbst anwenden werden muss, ist sein Auftritt besonders peinlich.

Nun stellt sich die Frage, wieweit Fremdsprachenkenntnisse in der Politik vorausgesetzt werden müssen und was tun mit Westerwelle, Oettinger und Co. – ein vom Steuerzahler bezahlter Nachhilfekurs?

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