Ratingagenturen sind private Unternehmen – und enorm einflussreich auf den globalen Finanzmärkten. Selbst eine einzelne Fehlentscheidung kann zum Brandbeschleuniger der Finanzkrise werden. Überwacht und hinterfragt werden die Agenturen trotzdem kaum – und gefährden die Neuausrichtung nach der Krise.
Die US-Regierung klagt gegen die mächtigste Rating-Agentur der Welt, Standard & Poor’s – und untermauert damit nur den Status quo. Deutschland und Europa denken indessen schon weiter.
Die Arbeit der Rating-Agenturen ist ein Eiertanz. Kommt das Rating zu früh oder zu spät, ist es zu hart oder zu weich, verliert das Institut seine Glaubwürdigkeit. Statt über die Nutzen zu meckern, sollten Staaten also den eigenen Defiziten in die Augen schauen.
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Die großen Rating-Agenturen sind zu mächtig, ihr Einfluss aber kaum zu unterschätzen. Das verlockend simple Label aus Großbuchstaben suggeriert eine simple Welt, die es schlicht nicht gibt.
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Keine Glaubwürdigkeit, keine Aufträge, keine Marktmacht – so die Denke der Rating-Agenturen. Schönreden hilft am Ende nicht, denn wenn das Schiff leckt, muss es gestopft werden.
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Von Ratingagenturen herabgestufte Länder müssen ein Klagerecht erhalten. Ansonsten wird niemals transparent, wie die eng mit der Finanzwirtschaft verklüngelten Agenturen ihre Bewertungen eigentlich erstellen.
Die Kreditwürdigkeit von Irland und Portugal ist herabgestuft worden - und alle rufen plötzlich nach einer europäischen Ratingagentur als Antwort auf die Krise. Welch ein Trugschluss! Gute Ratings einer Euro-Agentur sollten nicht über die miserable Wirtschaftsentwicklung hinwegtäuschen.