Ideologen sind Leute, die glauben, die Menschheit sei besser als der Mensch. Dwight D. Eisenhower

Hintergrund

Aus die Maus?

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Disney kauft Marvel für vier Milliarden Dollar. Die Einverleibung des Comic-Verlags ist nach Pixar die zweite spektakuläre Übernahme des Konzerns in nur drei Jahren. Spider-Man und Micky Maus, X-Men und Donald Duck gehören damit zur selben Familie – und Disney baut sein Entertainmentmonopol weiter aus. Die Fans aber bangen: Droht jetzt die Disneyfizierung der Marvel-Mutanten?

Hintergrund

Dieser Paukenschlag kam selbst für Experten überraschend: Der weltgrößte Unterhaltungskonzern Disney kauft den traditionsreichen Comic-Verlag Marvel für vier Milliarden Dollar und gewinnt damit Zugriff auf eines der wenigen Wachstumssegmente in Hollywood. Nach Einverleibung des Animationsstudios Pixar (“Oben”) 2006 ist dies die zweite spektakuläre Übernahme unter Disney-Chef Bob Iger. 80 Prozent des US-Comic-Marktes teilt man sich jetzt mit Marvel-Konkurrent DC Comics (“Batman”), der seinerseits längst zum Medienkonzern Time Warner gehört. Die Tage der unabhängigen Comic-Verlage sind offenbar gezählt – und Disneys Besitztümer türmen sich zum Entertainment-Monopol.

Mitten in einer schweren Branchenkrise sind vier Milliarden allerdings eine gewaltige Summe. Marvels Bibliothek an etwa 5.000 Figuren, sagen Befürworter, sei eine kreative Infusion, die Disney dringend benötige. Denn die hauseigenen Ikonen Micky, Donald oder Bambi sind etliche Jahrzehnte alt. Viel Neues ist Disney seither nicht eingefallen.

Disney und das Lizenz-Gewirr

Doch ausgerechnet die bekanntesten Marvel-Figuren sind auf Jahre hinaus an die Konkurrenz gebunden. Sony besitzt die Spider-Man-Filmrechte, X-men und Fantastic Four gehören zu Fox. Und wenn in einigen Jahren die Copyrights an den Schöpfungen des verstorbenen Marvel-Masterminds Jack Kirby auslaufen, werden dessen Erben ein Stück des Kuchens für sich beanspruchen. Disney steht vor einem unübersichtlichen Gewirr aus Lizenzen und Urheberrechten.

Eine andere Frage ist, ob die beiden Welten überhaupt zusammenpassen. Disney punktet mit “Hannah Montana” oder “High School Musical” vor allem bei Mädchen, selbst die Piratenfantasie “Fluch der Karibik” schnitt man erfolgreich auf weibliche Teenies zu. Die Welt der Marvel-Comics dagegen richtet sich an junge und erwachsene Männer. Marvels zerrissene Helden müssten sich ganz schön verbiegen, wollten sie mit Dumbo und den Disney Fairies einen Themenpark teilen. Droht jetzt die Disneyfizierung der Marvel-Mutanten?

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